Ernst Mutschler

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Ernst Benno Mutschler (* 24. Mai 1931 in Isny im Allgäu) ist ein deutscher Pharmakologe. Er ist emeritierter Professor für Pharmakologie und ehemaliger Direktor des Pharmakologischen Instituts für Naturwissenschaftler der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Leben[Bearbeiten]

Mutschler studierte zuerst Pharmazie in München und Tübingen. In München wurde er Mitglied des Corps Isaria, in Tübingen des Corps Rhenania Tübingen. Das Studium der Medizin nahm er erst als Privatdozent in Mainz auf. Zuvor promovierte er 1959 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit einer Arbeit zur Analytik von Pilzinhaltsstoffen zum Doktor der Naturwissenschaften. 1964 habilitierte er sich ebenfalls in Mainz, Thema seiner Habilitationsschrift waren die Chemie und die Pharmakologie der Alkaloide Damascenin und Arecolin. Zwei Jahre später erlangte er darüber hinaus den Grad eines Doktors der Medizin.

Bekannt geworden ist er vor allem als Herausgeber und Mitherausgeber von zwei populären Lehrbüchern in den Bereichen Pharmakologie sowie Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen. Beide Bücher, insbesondere das als „der Mutschler“ bekannte Buch Arzneimittelwirkungen. Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie, gelten als Standardwerke. Darüber hinaus ist er Autor und Koautor von mehr als 600 wissenschaftlichen Publikationen in den Bereichen Pharmakodynamik, Pharmakokinetik und Analytik von Arzneistoffen. Sein besonderes Forschungsinteresse galt der Synthese selektiver Agonisten und Antagonisten für Subtypen des Muscarin-Rezeptors.

Ehrungen[Bearbeiten]

Ernst Mutschler wurde 1990 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt[1]. Im Jahr 2002 erhielt er mit der Schmiedeberg-Plakette die höchste Ehrung der Deutschen Gesellschaft für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie sowie ein Jahr später für sein Lebenswerk die Høst-Madsen-Medaille[2], die höchste Auszeichnung des Welt-Apotheker-Verbandes (International Pharmaceutical Federation, FIP). Ihm wurde darüber hinaus von mehreren Universitäten die Ehrendoktorwürde verliehen und er wurde als Mitglied in die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste aufgenommen[3]. 2004 erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Schriften[Bearbeiten]

  • Ernst Mutschler, Gerd Geisslinger, Heyo K. Kroemer, Sabine Menzel, Peter Ruth: Mutschler Arzneimittelwirkungen. Pharmakologie − Klinische Pharmakologie − Toxikologie. 10. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2012, ISBN 3-80-472898-7
  • Gerhard Thews, Ernst Mutschler, Peter Vaupel: Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie des Menschen. 6. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2007, ISBN 3-80-472342-X

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Staatsanzeiger Hessen StAnz. 13/1990 S. 542
  2. Høst-Madsen-Medaille
  3. EuropAcad → Ernst Mutschler