Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht

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Filmdaten
Originaltitel Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1915
Länge ca. 87 Minuten
Stab
Regie Kurt Matull
Drehbuch Fern Andra
Produktion Kurt Matull
Musik Giuseppe Becce
Kamera Anton Mülleneisen
Besetzung

Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht ist ein deutsches Stummfilmmelodram aus dem Jahre 1915 mit Fern Andra in der Hauptrolle.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattin des Bankdirektors Balten führt an der Seite ihres Mannes eine glückliche und harmonische Ehe, die durch ein gemeinsames Kind, einen Jungen, gekrönt wird. Erst Hans Berndt, ein Freund ihres Mannes, der in ziemlich unschicklicher Form Frau Balten den Hof zu machen versucht, stört diese Kreise. Als sie sich mit ihrem Sohn zu Besuch in einem Seebad aufhält, ist auch schon jener Berndt anwesend und beginnt sie mit seinen Liebesschwüren zu belästigen. Zu allem Unglück wird Herr Balten einmal Zeuge bei einem dieser aufdringlichen Anmachversuche. Daraufhin fordert der Bankdirektor Satisfaktion, und zwischen Balten und Berndt kommt es zu einem Duell. Es fällt ein Schuss und Balten wird getroffen. Wenig später erliegt er seiner schweren Verletzung.

Berndt, der noch nicht vom Ableben seines Duellgegners erfahren hat, besucht Frau Balten in ihrem Haus und bittet sie um Verzeihung für sein unmögliches Verhalten der letzten Zeit. Sie führt ihn zur Leiche ihres geliebten Mannes und beschuldigt den Nebenbuhler, ihr Glück zerstört zu haben. Ganz unter Schock trottet Hans Berndt von dannen, schreibt noch einige Abschiedszeilen und richtet sich anschließend selbst im Garten mit einem Revolver. Durch eine unglückliche Verkettung von Umständen gerät Frau Balten nun in den Verdacht, Berndt ermordet zu haben. Es kommt zum Prozess, doch am Tag der Urteilsverkündung findet sich im Garten der seit dem Abtransport der Berndt’schen Leiche alles erklärende Abschiedsbrief. Frau Balten wird freigesprochen und findet in dem Anwalt ihres Mannes, der sie so klug verteidigt hatte, eine neue Liebe und neues Glück.

Produktionsnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht besaß vier Akte, war 1585 Meter lang und passierte die Zensur am 23. Oktober 1915. Der mit Jugendverbot belegte Streifen erlebte seine Uraufführung am 21. Oktober 1915 im Rahmen einer Pressevorführung. Der Massenstart war am 29. Oktober 1915 im Berliner Mozartsaal. Bei der Neuzensur im April 1921 wurde der Film auf 1484 Meter heruntergekürzt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der zweite diesjährige Film der Fern Andraserie „Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht“ schließt sich gleichwertig dem ersten Fern Andrabilde an. Fern Andra, die mit diesem Bilde nicht nur als Hauptdarstellerin, sondern auch als Verfasserin in die Oeffentlichkeit tritt, ist entzückend wie immer und zeigt sich neuerlich als eine beachtenswerte Größe der Filmbühne. Das neue Fern Andrabild ist aber auch technisch und szenisch als erstrangig zu bezeichnen und übt durch eine Reihe sehr schöner photographischer Effekte noch erhöhte Wirkung aus.“

Kinematographische Rundschau vom 17. Oktober 1915, S. 60

Heinrich Fraenkel spottete in seinem Erinnerungsbuch „Unsterblicher Film“: „MAMMUTKITSCH. Am lieblichen Gestade des quellklaren Weihers sitzt auf weichbemoostem Fels, umglänzt vom Morgensonnenschein, Fern Andra und spielt Harfe. Was spielt sie wohl? Sie spielt „Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht“, denn schließlich mußte der Film ja einen Titel haben“.[1]

Kay Weniger schreibt zum thematischen Umfeld in Fern Andras Arbeiten: „Andras filmische Rührstücke, die mit Vorliebe in der Welt des Adels oder im Zirkusmilieu angesiedelt waren, fanden während des 1. Weltkriegs ein dankbares Publikum und trugen so ergreifende Titel wie "Ernst ist das Leben", "Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht" und "Der Seele Saiten schwingen nicht".“[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinrich Fraenkel: Unsterblicher Film. Die große Chronik von der Laterna Magica bis zum Tonfilm. München 1956, S. 277.
  2. Das große Personenlexikon des Films, Band 1, S. 106, Berlin 2001.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]