Eternit AG

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Eternit AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1929[1]
Sitz Heidelberg
Leitung Udo Sommerer, Vorstand
Branche Baugewerbe
Website http://www.eternit.de

Die Eternit AG ist ein deutsches Unternehmen. Sie ist ein Tochterunternehmen der Etex Group S.A. mit Sitz in Brüssel.[2] Die Hauptverwaltung sowie der Schauraum und das Schulungszentrum des Unternehmens befinden sich in Heidelberg. Die Eternit AG vertreibt Produkte und Systemlösungen für die Bereiche Dach, Fassade, Ausbau, Garten und Photovoltaik.[3] Das Unternehmen ist an vier Standorten mit drei Werken in Deutschland vertreten. Der Begriff Eternit hat sich als Markenname für Faserzement etabliert. Zum Sortiment gehören heute aber auch Produkte aus Holzzement, Kalziumsilikat, Beton und Ton.

Eternit ist der bekannteste Markenname für durch Asbestbelastungen gesundheitsgefährdende Faserzementprodukte (z. B. Fassadenplatten, Wellplatten zur Dachdeckung, Rohre, Blumenkästen etc.). Unter dem Namen Eternit werden Faserzementprodukte heute asbestfrei hergestellt.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Anfänge von Ludwig Hatschek in Österreich[Bearbeiten]

Die hochfesten Faserzementplatten wurden von dem österreicher Ludwig Hatschek erfunden und im Jahre 1900 als Verfahren zur „Herstellung von Kunststeinplatten mit hydraulischen Bindemitteln“ zum Patent angemeldet. Im Jahr 1903 bekam das Produkt den Markennamen Eternit. Der Werkstoff Faserzement wurde 1904 in Deutschland eingeführt.[1][5]

Sieben Jahre lang forschte Hatschek nach einem feuerfesten Produkt für Dacheindeckungen, das leichter und haltbarer als Ziegel, billiger und universeller als Schiefer und beständiger als Blech sein sollte. Nachdem er mit Portlandzement – einer Mischung aus gebranntem Kalkstein, Wasser und Sand – das richtige Bindemittel gefunden hatte, gelang es ihm eine feuerfeste, frostbeständige, leichte Platte als dauerhaftes Dacheindeckungsmaterial zu fertigen. Hatschek begnügte sich im Allgemeinen mit Einkünften aus Lizenzgebühren und verkaufte Lizenzen für das Verfahren weltweit, ohne im Ausland eigene Werke zu errichten (Ausnahme: Nyerges Ujfalu bei Gran in Ungarn).[5] Bereits 1910, nur ein Jahrzehnt nach der Patentierung, gab es Eternit-Fabriken unter anderem in Frankreich, der Schweiz, Deutschland, Österreich, Ungarn, Belgien, Niederlande, Portugal, Italien, Großbritannien, Schweden, Dänemark, Rumänien, Russland, den USA und Kanada.[1]

Vorkriegs- und Kriegsjahre der Deutschen Asbestzement AG (DAZAG) in Berlin[Bearbeiten]

1929 gründete sich die Deutschen Asbestzement AG (DAZAG) in Berlin, die mit einem seinerzeit beachtlichen Startkapital von 4 Millionen Reichsmark startete[6] und an der sich Hatschek über seine vöcklabrucker Eternitwerke mit 10 % beteiligte.[5] Den größten Teil des Aktienkapitals der DAZAG stellte die Familie Schmidheiny über deren belgische Eternit AG.[7]

Familie Schmidheiny war bereits früher über deren Unternehmen "Holderbank" Lieferant der schweizer Eternit AG für Zement, bevor sie sich an ihr beteiligte (1920) und darüber Anteile an der belgischen Eternit AG übernahm (1922). Die wachsende Zahl der Eternit-Beteiligung bündelten die Schmidheinys in ihrer schweizer Holding "Amiantus AG". Das belgische Eternit-Geschäft bauten die Familien Schmidheiny und Emens über eine bereits 1905 von Alphonse Emsens erworbene Hatschek-Lizenz auf, bevor sie die DAZAG in Berlin etablierten.[8]

Die DAZAG nahm vergleichsweise schnell eine marktbeherrschende Stellung ein. Ab 1935 expandierte sie während des ökonomischen Aufschwungs deutlich (Marktanteil 1938: 54 %; 1100 Beschäftigte). Von 1939 bis 1962 war Dr. Hugo Buschmann (1899-1983) der Vorsitzende des Vorstands der Eternit AG. Von 1962 bis 1968 war er Mitglied des Aufsichtsrats.[9]

Eine restriktivere Devisenbewirtschaftung erschwerte und begrenzte die Rohstoffbeschaffung aus dem Ausland (u. a. Kanada, Südafrika, frühere Sowjetunion).[10] Max Schmidheiny äußerte später, dass nach dem Kriegsbeginn 1938 in Österreich die Familie einige ihrer Mittel in anderen geographischen Regionen einsetzte, um nicht wieder ganz von vorne anfangen zu müssen. Die DAZAG produzierte in diesem Jahr 4,4 Millionen m² und stieg damit zum größten Hersteller auf. Zu Kriegsbeginn wurden große Teile der Asbestbestände beschlagnahmt.[11] Die Beschäftigtenzahl reduzierte sich bis Mitte 1940 auf 380. Für "kriegswichtige Zwecke" mussten vor allem Beton-Barackenteile oder Luftschutztüren produziert werden.[12] Den Brüdern Max und Ernst Schmidheiny war es von der Schweiz aus möglich, mit dem verhassten Deutschland und den Alliierten Geschäfte zu betreiben und die Produktion trotz der bestehenden Knappheiten fortführen zu können.[13]

Teile der Betriebsanlagen fielen zwangsweise an die Luftwaffe ("Gesellschaft für Luftfahrtbedarf GmbH") und das Flugzeugreparaturwerk Rudow. Rohstoffe wurden immer knapper, die Suche nach Substituten blieb weitgehend erfolglos.[14] 1943 lud das Reichsamt für Wirtschaftsausbau zusammen mit der Reichsstelle Kautschuk u. a. AEG, Degussa, Deutscher Normenausschuss, Heereswaffenamt, Rüstungsministerium, Fachgruppen, technische Hochschulen und das Kaiser-Wilhelm-Institut für Silikatforschung zu einer Tagung "Asbest" ein, bevor die Rohasbestverarbeitung für zivile Zwecke verboten wurde.[15] Die DAZAG hatte bereits 1939 bei ihren Substitutionsversuchen die sog. "Durnat"-Platten (mit Zement vermischtes Zellulosegemisch) entwickelt (Anteil 1939: 4,6 % der eigenen Produktion; 1943: 100 %).

Nachkriegsjahre der DAZAG und Umwandlung in die Eternit AG[Bearbeiten]

Die kriegsbedingt eingestellte Produktion der DAZAG wurde in 1949 wieder aufgenommen, bevor eine Umbenennung in die heutige Eternit AG erfolgte. In der Folge entstanden neue Werke in Heidelberg (1954), Neuburg an der Donau (1960) und Neubeckum/Westfalen (1962). 1975 wurde das Werk Neuss in die AG integriert.[1]

Streit mit der "Bonner Bürokratie"[Bearbeiten]

Am 23. Februar 1954 beantragte die Eternit AG in Berlin-Rudow aus FOA-Mitteln für die Berliner Wirtschaft bei der Bundesregierung einen Investitionskredit in Höhe von 3,6 Millionen DM, reduzierte den Betrag dann allerdings auf 2,8 Millionen DM. Zuvor hatte Eternit bereits mehrere ERP-Kredite erhalten. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWI) zeigte eine ablehnende Haltung und begründete dies mit der seinerzeitigen marktbeherrschenden Stellung. Beschlüsse wurden immer wieder vertagt. Eternit wehrte sich am 6. Oktober 1954 mit einer an den regierenden Bürgermeister, Abgeordnete des Bundestages und Abgeordnete des Berliner Abgeordnetenhauses gerichteten und veröffentlichten Denkschrift "Betr.: Verhinderung des Wiederaufbaus des Eternitbetriebes Berlin-Rudow durch das Bundeswirtschaftsministerium". Das BMWI vertrat die Auffassung, dass Eternit alle anderen Unternehmen ohne Rücksicht auf die Kostenlage unterbiete und machte dem Unternehmen den Vorwurf der Kapitalflucht. Dies solle nicht zusätzlich durch öffentliche Mittel gefördert werden. Diese insbesondere aus Konkurrenzunternehmen verlauteten Vorwürfe seien allerdings nicht ausschlaggebend für die Ablehnung gewesen. Bedenklich sei die Art, wie Eternit versuche seine Forderungen durchzusetzen, etwa mit einem Plakat am Eingangstor des Berliner Werks: "Die Remontage des Eternit-Werkes Berlin-Rudow wurde mit ERP-Mitteln gegen den Widerstand des Bundesministeriums für Wirtschaft durchgeführt. Was unvollendet bleibt, verdankt Berlin der Bonner Bürokratie.". Der Vorstandsvorsitzende von Eternit Heidelberg habe zudem geäußert, dass Eternit in Berlin zu bleiben gedenke, "wenn das Bundesministerium für Wirtschaft sie nicht aus Berlin vertreibe". Das BMWI erwog eine Beleidigungsklage. Auch Vizekanzler Franz Blücher (Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit; FDP) missbilligte das Verhalten der Eternit AG. Es bestehe ein Missverhältnis zwischen Umsatzzahlen und Umlaufvermögen. Es müsse korrekt geprüft werden, da auch die Amerikaner mit der Sache befasst seien. Der Bundesminister für Arbeit wies auf das Missverhältnis zwischen der Kreditsumme und den damit nur zu gewinnenden 150 Arbeitsplätzen hin. Positiv bewertet wurde das Verlegen der Verwaltung von Hamburg nach Berlin. Mit Schreiben vom 24.Januar 1955 zog Eternit seinen zwischenzeitlich auf 2,8 Millionen DM erhöhten Antrag zurück.[16]

Gesundheitsgefährdende Wirkung von Asbestfeinstaub[Bearbeiten]

Eingeatmeter Asbeststaub kann Krebs und Asbestose (Vernarbung des Lungengewebes) hervorrufen. Dies ist seit den 1930er Jahren bekannt und Asbestose seit 1934 als Berufskrankheit anerkannt. Die Gefährlichkeit von Asbest hängt u.a. von Gestalt und Größe der Fasern sowie deren Biobeständigkeit ab. Diese Faktoren sind wiederum von der Art des Asbests, der Kristall- sowie der Faserstruktur ab. Neben den auch von Eternit hergestellten Faserzementprodukten (Fassadenplatten, Wellplatten zur Dachdeckung, Rohre und Blumenkästen) ist Asbest in privaten Haushalten auch in Fensterbänken, Wärmedämmungen, Elektrogeräten (Haartrockner, Toaster, Elektrospeicherheizgeräte etc.), Heizkörperverkleidungen, Dichtungsschnüren (von Öfen, Kaminen oder Herden), Bremsbelägen (Autos, Aufzüge etc.), Leichtbauplatten aus der ehemaligen DDR (z. B. in Bädern verwendet) oder Kunststoff-Bodenbelägen mit spezieller Faserverstärkung (sog. Floor-Flex- oder Chushion-Vinyl-Beläge). Fest gebundene Asbestprodukte (z. B. Asbestzement) setzen Fasern innerhalb des Verwitterungsprozesses und bei Auflösung der Bindung frei. Schwach gebundene Asbestprodukte (z. B. Pappen, Schnüre, Leichtbauplatten etc.) geben Asbestfasern ständig ab. Die Bindung von Asbest kann beim Ausbau (z. B. Sanierung) zerstört und Fasern dadurch freigesetzt werden. Auch Bohren, Bürsten, Brechen, Sägen oder andere mechanische Bearbeitungsformen setzen Asbestfasern frei und können zu massiven Gesundheitsgefahren führen. Menschen, die in den 1960er und 1970er Jahren den Asbestfasern ausgesetzt waren, bilden erst 40 bis 50 Jahre später in größerer Zahl Krebs aus. Vom Einatmen der Faser bis zur Krebserkrankung vergehen zwischen 10 und 60 Jahren. Zwischen 2005 und 2015 wird der Höhepunkt asbestbedingter Todesfälle erwartet. Es wird mit weltweit rund 160000 Todesfällen gerechnet. [17]

Umgang mit den Auswirkungen in der Gesellschaft und bei Eternit[Bearbeiten]

1974 trat Stephan in das Familienunternehmen Eternit AG in Niederurnen, Schweiz als Verkaufsleiter ein. 1976 übernahm er von seinem Vater Max die Gesamtleitung der Schweizerischen Eternit-Gruppe SEG.[18]

1976 wurde die gesundheitsgefährdende Wirkung von Asbestfeinstaub nachgewiesen und umgehend Maßnahmen zum Gesundheitsschutz in Herstellung und Verarbeitung ergriffen.[19] Im Zenit des Eternit-Erfolges angekommen, erkannte Stephan Schmidheiny die negative, sich verstärkende Grundstimmung zu Asbest und, dass seine Eternit-Unternehmungen durch das Zusammenwirken von Politik, Medieneinflüssen und den daraus "genährten hysterischen Erscheinungen" beendet werden könnten. Er gab die bisherige Abwehrhaltung auf, ließ nach Substituten forschen und es gelang innerhalb von vier Jahren, neue Fasermischungen bis zur Produktreife zu entwickeln. 1978 gab Schmidtheiny als Verwaltungsratspräsident bekannt, vollständig auf Asbest verzichten zu wollen.[20]

1980, weit vor dem seit 1993 in Deutschland und dem seit 2005 europaweit geltenden Asbestverbot, hat die Eternit AG in Deutschland mit der Fertigung von asbestfreien Faserzementprodukten begonnen.[1] Der Wirtschaftsverband "Asbestzement" entschloss sich 1980 unter dem zunehmenden öffentlichen Druck mit der Bundesregierung in einem "erstem freiwilligen Branchenabkommen" bis 1986 den Asbestanteil für ihre Hochbauprodukte um 30-50 % stufenweise zu senken. Ein zweites Abkommen sah vor, Asbest bis Ende 1990 in ihren Hochbauprodukten vollständig zu ersetzen.[21]

Ab Mitte der 1980er Jahre lieferte Eternit die Hälfte seiner Produktion asbestfrei aus.[22] Erst seit 1990 sind alle für den Hausbau hergestellten Eternit-Produkte asbestfrei. Auch nach der Umstellung von der natürlichen Asbestfaser auf eine organische, synthetische Kunstfaser im Jahr 1980 blieb das Verfahrensprinzip unverändert. Noch heute werden die Faserzementtafeln im Hatschek-Verfahren auf gleichnamigen Maschinen produziert.[1] Erst im Jahr 1992 wurde in Deutschland im Hochbau die Anwendung von Asbest verboten. Häufig wurden asbestfreie Produkte anschließend mit dem Herstellungsdatum sowie mit dem Kürzel AF (für asbestfrei) gekennzeichnet.[23]

Entwicklung seit den 1980er Jahren mit dem Ausstieg von Stephan Schmidheiny[Bearbeiten]

Anfang der 1980er Jahre erwirtschaftete die deutsche Eternit AG erhebliche Verluste, entließ 1150 Beschäftige (ein Drittel der Belegschaft) und nahm eine Konversion ihres Produktprogramms vor. Rückstellungen für Rücknahme und Entsorgung der von Asbest verseuchten Waren zehrten am Stammkapital. Sie war zu dieser Zeit vom Konkurs bedroht, da die aus früheren Erfolgszeiten gebildeten Nachkriegsreserven aufgezehrt waren. Den Zusammenbruch verhinderten u. a. die Entwicklungen der schweizer Ametex AG in Form von Fasern aus Polyvinylalkohol (Kuralon) und Polyacrilnitryl (Dolanit), durch die Gesundheitsgefahren reduziert sowie der Unternehmenserfolg und Arbeitsplätze erhalten werden konnten.[24] Mit der Produktion von Betondachsteinen und Holzzementplatten wurde 1981 begonnen. In diesem Jahr übernahm Eternit die Klaus Esser AG, einen Hersteller von Flachdachelementen.[1]

1984 vollzog Max Schmidheiny eine Erbteilung. Stephan Schmidheiny erhielt die Schweizerische Eternit-Gruppe (SEG), Bruder Thomas Schmidheiny erhielt die im Zementgeschäft tätige Holderbank AG (heute Holcim).[25] Stephan Schmidheiny zog sich 1989 aus den Eternit-Geschäften zurück, verkaufte seine Anteile an der Schweizer Eternit AG vollständig an seinen Bruder Thomas, dem Eigner der Eternit Belgien. Die schweizer Eternit wurde 1989 in die von Familie Schmidheiny beherrschte Holderbank AG (heute Holcim) eingegliedert.

Entwicklung seit den 1990er Jahren innerhalb der Holding der Etex Group[Bearbeiten]

1990 gründete sich aus Eternit Belgien heraus die in Brüssel ansässige Etex Group S.A als Holding für die internationalen Aktivitäten, zu der seither auch die deutsche Eternit AG gehört.[1]

Entwicklung seit 2000 - Hauptverwaltung Heidelberg[Bearbeiten]

Das Fulgurit-Werk Luthe in Wunstorf wurde im Jahr 2000 übernommen, fusioniert und Ende 2003 geschlossen. Zurückgeblieben ist eine Halde mit 170.000 Tonnen Asbestschlämmen, deren Abtransport auf Deponien in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2012 wegen der hohen Umweltgefahren untersagt wurde.[26] [27]

Die Hauptverwaltung der Eternit AG wurde 2003 nach Heidelberg verlegt.[1] 2007 wurde die Eternit Akademie als Fortbildungseinrichtung für Architekten, Händler, Verarbeiter und Wohnungswirtschaft gegründet, um Werkstoff- und Produktkenntnisse, Entwicklungstrends und Praxistipps zu vermitteln.[28] 2010/2011 wurde ein neues Schulungsgebäude errichtet.[29][30]

Die Jahre 2007 bis 2010 waren geprägt von verschiedenen Markteinführungen

  • Tonality Fassadenziegel (2007)
  • Hydropanel Trockenbauplatten (2008)
  • Luftreinigende Dachplatte Activa (2009)
  • Photovoltaiksystem Solesia für Dachstein- und Wellplattendächer (2010)

2010 wechselte der bisherige Vorstandsvorsitzende Udo Sommerer in den Vorstand der Etex-Holding. Auf ihn folgte Johan Deburchgrave.[31] Beide starteten den Eternit Zukunftsdialog zur Nachhaltigkeits-Initiative 2020. Eternit übernimmt im Rahmen der internationalen Schülerinitiative "Plant for the Planet" die Patenschaft für einen Klimabotschafter (Kinder bilden andere Kinder aus, um Vorträge zu halten und Pflanzaktionen zu organisieren), wird 2020 Bäume pflanzen und setzt sich für weitere soziale und kulturelle Projekte ein.[32]

2012 erhielt die Eternit AG im Rahmen des Projektes „Umwelt- und Sozialverantwortung bei Markenherstellern“ vom Bundesverband Die Verbraucher Initiative e.V. den Titel "Nachhaltiger Hersteller 2011“ in Silber. Der vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt geförderte freiwillige Nachhaltigkeitstest stellt das gesellschaftliche und ökologische Engagement von produzierenden Unternehmen in den Fokus.[33]

Am 1. Januar 2014 übernahm Udo Sommerer erneut den Vorstandsvorsitz der Eternit AG. Der bisherige Eternit Vorstand Johan Deburchgrave wird neuer Direktor des Etex-Forschungs- und Entwicklungs-Centers Redco in Brüssel.[34]

Produkte[Bearbeiten]

Die Eternit AG produziert Wellplatten und Dachplatten aus Faserzement, Dachsteine aus Beton, Photovoltaik-Systeme für Gebäudedächer, Faserzementtafeln, -platten und Paneele sowie Fassadenziegel aus Ton für Gebäudefassaden, zementgebundene Putzträger-, Holzzement- und Kalziumsilikatplatten sowie Balkonkästen, Pflanzgefäße und Möbel aus Faserzement.

Standorte[Bearbeiten]

Die Eternit AG ist in Deutschland an vier Standorten vertreten:

  • Berlin: Vertrieb Fassade und Ausbau, Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit, Export
  • Heidelberg: Sitz der Gesellschaft, Dach- und Fassadenfabrik, Farbenfabrik, Vertrieb Dach, Eternit Akademie
    • Produktion von Wellplatten, Dachsteinen und Formteilen
  • Neubeckum in Westfalen: Dach- und Fassadenfabrik, Eternit Akademie
    • Produktion von Fassadentafeln, Holzzementplatten, Bauplatten, Dachplatten und Dachsteinen
  • Neuburg an der Donau: Dachfabrik, Photovoltaik-Kompetenz-Center
    • Produktion von Dachsteinen

Unternehmensarchitektur[Bearbeiten]

Für den Bau zweier Hauptwerke wurden renommierte Architekten engagiert: Ernst Neufert für den Standort Heidelberg (ab 1954) und Paul Baumgarten für das Werk in Berlin-Rudow (1956–58). Ernst Neufert – Autor der Bauentwurfslehre, Professor an der Technischen Hochschule Darmstadt – entwickelte den kompletten Masterplan und errichtete in Heidelberg neben großen Fabrikhallen, Kantine, Pförtnerhaus und zuletzt ein Bürogebäude für die Hauptverwaltung im Jahr 1964. Paul Baumgarten übernahm für Eternit ab 1956 den Bau der Werksanlagen in Rudow, sorgte aber auch für die Präsenz im öffentlichen Stadtraum: Bereits 1955 wurde nach seinen Plänen im Berliner Grunewald das Gästehaus des Unternehmens errichtet. 1957 folgte das als „Eternithaus“ bekannt gewordene Wohn- und Ausstellungsgebäude, das als Projekt der Internationalen Bauausstellung ‚Interbau’ in prominenter Nachbarschaft im Hansaviertel entstand. Seit 2004 ist die Berliner Architektin Astrid Bornheim mit der Weiterentwicklung der Corporate Architecture beauftragt.[35]

Architektonische Installation „Renaissance eines Klassikers – 75 Jahre Baukultur mit Eternit“[Bearbeiten]

Zum 75-jährigen Bestehen der Eternit AG in Deutschland wurde die Ausstellungsarchitektin Astrid Bornheim 2004 beauftragt, mit Unterstützung von Klitzing Architekten eine architektonische Installation, die je nach Blickwinkel einmal als Stadt erscheint, dann wieder als Interieur oder als eine um 90 Grad gekippte Fassade zu konzipieren. Der Raum präsentierte vier Archive auf jeweils andere Weise (Baukultur, Eternit-Geschichte, Unternehmenskultur und Eternit-Literatur). Die Ausstellung wurde in Berlin eröffnet, aber auch in Dortmund und München gezeigt.[36]

Archiv der Eternit AG[Bearbeiten]

Das Archiv der Eternit AG hat sich in der Vergangenheit an verschiedenen Ausstellungen beteiligt,etwa an "Feuerfest". Asbest - Zur Geschichte eines Umweltproblems, Ausstellungskatalog Deutsches Hygiene Museum Dresden, Dresden 1991 - oder - "z. B. Asbest" Ein Stein des Anstoßes. Kulturelle und soziale Dimensionen eines Umweltproblems, Ausstellungskatalog Heimatmuseum Neukölln, Neukölln/Berlin 1990.[37]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jan R. Krause: Faserzement. Technologie und Entwurf. Birkhäuser, Basel 2007, ISBN 978-3-7643-7590-4.
  • Gudrun Krämer: Fassaden mit Faserzement. Krämer, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-7828-0526-1.
  • Karl Krämer: A+D Architecture+Detail. Bauen mit Faserzement. Krämer, Stuttgart, ISSN 0944-4718.
  • M. Düttmann u.a.: betrifft: Eternit. In: Stadtbauwelt : Beiträge zur Neuordnung von Stadt u. Land. Bauverlag, Gütersloh 2004, Bd. 95 (2004), 26, S. 11–33.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Eternit AG: Eternit: Historie, abgerufen am 6. Januar 2011
  2. Etex Group: About Etex Group (englisch), abgerufen am 6. Januar 2011
  3. Eternit AG: Sortiment, abgerufen am 6. Januar 2011
  4. Wenn wohnen krank macht: Schadstoffe erkennen, beseitigen, vermeiden, Thomas Schmitz-Günther, Thomas Schmitz-Günther, Ökotest Verlag, 2009.
  5. a b c Eternit in: Big Business in Österreich, Franz Mathis, 1987, 99.
  6. Asbest in der Moderne - Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 102-103.
  7. Asbest in der Moderne - Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 103.
  8. R. F. Ruers, N. Schouten in: The tragedy of asbestos. Eternit and the consequences of a hundred years of asbestos cement, translated into English by Steven . McGriffin, Socialistische Partij (Netherlands), Rotterdam 2005, S. 7, zitiert nach Asbest in der Moderne - Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 103.
  9. Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung: 1954-1955, Ulrich Enders, Michael Hollman, 2000, 237.
  10. Die ersten 50 Jahre unseres Unternehmens in: 50 Jahre Eternit Aktiengesellschaft, 75 Jahre Eternit in Deutschland, Eternit Aktiengesellschaft Berlin, 1979, 3.
  11. Asbest in der Moderne - Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 103-104.
  12. Eternit: Vom Aufstieg zum Ausstieg, Stahr, 164, zitiert nach: Asbest in der Moderne - Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 104.
  13. Eternit-Report. Stephan Schmidheinys schweres Erbe, Catrina, W., 1985, 45, zitiert nach: Asbest in der Moderne - Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 105.
  14. Eternit: Vom Aufstieg zum Ausstieg, 165, zitiert nach: Asbest in der Moderne - Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 104.
  15. Verschiedene Quellen in: Asbest in der Moderne - Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 104.
  16. Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung: 1954-1955, Ulrich Enders, Michael Hollman, 2000, 233-237.
  17. Wenn wohnen krank macht: Schadstoffe erkennen, beseitigen, vermeiden, Thomas Schmitz-Günther, Thomas Schmitz-Günther, Ökotest Verlag, 2009.
  18. Stephan Schmidheiny: Wichtige Stationen, abgerufen am 6. September 2012
  19. www.faserzement.info
  20. Asbest in der Moderne - Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 223.
  21. Eternit-Report. Stephan Schmidheinys schweres Erbe, Catrina, W., 1985, 45, zitiert nach: Asbest in der Vormoderne: Vom Mythos zur Wissenschaft, Jan Ulrich Büttner, 2004, 271.
  22. Asbest in der Moderne - Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 223.
  23. Wenn wohnen krank macht: Schadstoffe erkennen, beseitigen, vermeiden, Thomas Schmitz-Günther, Thomas Schmitz-Günther, Ökotest Verlag, 2009.
  24. Asbest in der Moderne - Industrielle Produktion, Verarbeitung, Verbot, Substitution und Entsorgung, Wolfgang E. Höper, 2008, 228.
  25. Stephan Schmidheiny: Industrielles Erbe, abgerufen am 6. September 2012
  26. 7000 Laster voll Problemmüll, Süddeutsche Zeitung v. 27.04,2012, S. 6
  27. Efendim Oesterheld und der Asbest, Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 19. Mai 2012
  28. F. H. Kleffmann Verlag GmbH: Eternit Akademie mit neuem Schulungsprogramm vom 25. November 2011, abgerufen am 6. September 2012
  29. DDH Online: Richtfest in Heidelberg vom 14. Dezember 2010, abgerufen am 6. September 2012
  30. Stadt Heidelberg: Neubau Eternit Akademie: Richtfest mit allen Baubeteiligten und Mitarbeitern vom 7. Dezember 2010, abgerufen am 6. September 2012
  31. DDH Online: Festlicher Empfang mit guten Aussichten vom 21. Februar 2011, abgerufen am 6. September 2012
  32. DDH Online: Eternit mit starkem Wachstum in 2010 vom 19. Januar 2011, abgerufen am 6. September 2012
  33. BauNetz Media GmbH: Nachhaltigkeitspreis in Silber vom 30. Januar 2012, abgerufen am 6. September 2012
  34. Pressemitteilung der Eternit AG zum Vorstandswechsel per 1. Januar 2014
  35. Katrin Voermanek: Spüren wo man ist – Corporate Architecture made by Eternit. In: Detail. 2011, Heft 4, S. 456–461.
  36. Chronik in: Bauwelt 26 2004, S. 33.
  37. Asbest in der Vormoderne: Vom Mythos zur Wissenschaft, Jan Ulrich Büttner, 2004, 271.