FUNiño

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FUNiño oder Funino, ein Kofferwort aus dem englischen „Fun“ (Spaß) und dem spanischen „Niño“ (Kind),[1] bezeichnet einen speziellen Modus im Fußball, der im Kleinfeldbereich vermehrt angewandt wird.

Geschichte und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwickelt wurde FUNiño 1990 von Horst Wein mit dem Ziel, die Anzahl der Ballkontakte je Spieler und damit den Spielspaß zu erhöhen.[2] Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) und der Bremer Fußball-Verband erklärten FUNiño ab der Saison 2019/20 zum Standard für die jüngsten Altersgruppen.[3][4][5][6] Neben dem Kinderfußball (G-/F-/E-Junioren) wird die Spielweise oft auch im Erwachsenen-Training, etwa beim spanischen Club FC Barcelona, angewandt.[7]

Spielregeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FUNiño hat keine allgemein gültigen offiziellen Regeln. Die Varianten haben zumeist folgende Gemeinsamkeiten:[8][9][10][11]

  • Es spielen 3 gegen 3.
  • Es gibt keinen Torwart.
  • Das Spielfeld ist ca. 25 × 30 Meter groß.
  • Es gibt je zwei Mini-Tore je Spielfeldseite (im BFV ist der Abstand auf 12 Meter festgelegt).
  • Es gibt häufige Spielerwechsel bzw. teilweise sogar festgelegte Spielerrotation, beispielsweise nach jedem Tor.
  • Es gibt eine Schusszone (6 m von der Grundlinie entfernt), Tore dürfen nur innerhalb dieser Zone erzielt werden.

Zielsetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Modifikation der allgemeinen Fußballregeln sollen folgende Ziele erreicht werden:[8][9][10][11]

  • mehr Ballkontakte
  • mehr Dribbling
  • mehr Torchancen
  • mehr Tore
  • mehr Pässe
  • mehr Spielpositionen
  • mehr Spielzeit
  • mehr Spielerwechsel
  • mehr unterschiedliche Spielsituation
  • verbesserte Wahrnehmung und Spielintelligenz

Durch Verzicht auf einen Torwart soll vermieden werden, dass der vermeintlich schlechteste Spieler ins Tor „abgeschoben“ wird. Die häufigen Spielerwechsel und vielen unterschiedlichen Spielsituationen sollen alle Spieler einbinden und damit die Freude am Fußballspiel wecken. Auf diese Weise soll den seit Jahren sinkenden Spielerzahlen entgegengewirkt werden.[12]

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt verschiedene Varianten. Beim BFV stehen die Versionen „Fußball3“ und „Fußball5“ im Fokus, bei denen entweder 3 gegen 3 oder 5 gegen 5 gespielt wird, in jedem Fall jedoch ohne Torwart.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SWR Sport: Funino – Die Zukunft des Kinderfußballs? Abgerufen am 15. Juli 2019.
  2. Horst Wein: Spielintelligenz durch FUNino entwickeln. Abgerufen am 23. Juli 2019.
  3. Reform in Bayern: Kein Torwart bis zur E-Jugend! | nordbayern Amateure. Abgerufen am 15. Juli 2019.
  4. Mini-Fußball: Heftiger Gegenwind für Funino-Pläne des BFV | nordbayern Amateure. Abgerufen am 15. Juli 2019.
  5. David Dischinger: Das Pilotprojekt „Neue Spielformen im Kinderfußball“. Abgerufen am 27. September 2019.
  6. Kinderfußball. Abgerufen am 23. Oktober 2021.
  7. Funino immer beliebter: Wie der neue Fußball für Kids funktioniert und was er bringt. 30. Januar 2019, abgerufen am 15. Juli 2019 (deutsch).
  8. a b Bayerischer Fußball-Verband: Spielidee & Regeln. Abgerufen am 15. Juli 2019.
  9. a b Deutscher Fußball-Bund: Spielintelligenz durch FUNino entwickeln. Abgerufen am 27. November 2019.
  10. a b TSV Eintracht Immenbeck: Mini-Fußball / FUNiño. Hamburger Fußball-Verband, abgerufen am 27. November 2019.
  11. a b Das ist Funino: Regeln und Ziele der neuen Trend-Spielform. Sportbuzzer, abgerufen am 27. November 2019.
  12. FUNino gegen den Kinder-Fußballfrust. Abgerufen am 15. Juli 2019.