Fangschiene

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Fangschienen auf einer Fachwerkbrücke mit untenliegender Fahrbahn

Fangschienen, auch Beischienen, Führungsschienen, Zwangsschienen, Leitschienen oder Entgleisungsschutz, fachsprachlich Führungen, umgangssprachlich Angstschienen, sind Metallprofile, die abschnittsweise innerhalb der Fahrschienen eines Gleises verlaufen. Nach einer Entgleisung sollen sie die Räder des entgleisten Fahrzeuges aufhalten und so führen, dass dieses nicht seitwärts aus dem Gleis ausschert.

Führungen sind notwendig, wenn für die Brückentragfähigkeit maßgebende Bauteile über dem Brückendeck vorhanden sind, die durch Entgleisungen beschädigt oder zerstört werden können, wie beispielsweise bei Fachwerk- und Stabbogenbrücken mit unten liegender Fahrbahn. Außerdem sind sie bei alten Deckbrücken erforderlich, deren Bauteile nicht ausreichend tragfähig sind für entgleiste Radsätze oder die nicht ausreichend breit sind.[1]

Fachwerkbrücke mit ortsfesten Eingleisern (bei Tarragona, Spanien)

Früher wurden als Fangschienen eigene Kantenprofile verwendet, heute werden dieselben Profile eingebaut wie für Fahrschienen. Bei Umbauten werden häufig die ausgebauten Fahrschienen als Fangschienen weiterverwendet. Der Abstand zwischen Fahr- und Fangschienen im zu sichernden Abschnitt beträgt in der Regel 180 Millimeter. Am Anfang und am Ende eines Fangschienenabschnitts werden die Schienen als Einläufe in Gleismitte zusammengeführt. Wenn der Einbau im Gleis aus Platzgründen nicht möglich ist, beispielsweise in Weichen, werden die Führungen in vergleichbarer Weise außerhalb angeordnet.

In der Vergangenheit, heute noch im spanischen Breitspurnetz an vielen Stellen zu sehen, wurden Fangschienen mit deutlich kleineren Rillenweiten eingebaut. Ergänzt durch Auflaufbleche und gebogene Einläufe wirken sie als Eingleiser, die entgleiste Radsätze wieder in das Gleis zurückführen. Ihr Einsatz kann zwar Folgeschäden besser verhindern, doch ist die nachträgliche Identifizierung eines ent- und selbsttätig wiedereingegleisten Fahrzeuges, um es der nötigen Untersuchung zuzuführen, unter Umständen schwierig bis unmöglich. In Bergbaubetrieben mit systembedingt schlechter Gleislage sind Eingleiser auch weiterhin üblich.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim Fiedler: Bahnwesen. Planung, Bau und Betrieb von Eisenbahnen, S-, U-, Stadt- und Straßenbahnen. 5. Auflage. Werner Verlag / Wolters Kluwer Deutschland, München/Unterschleißheim 2005, ISBN 3-8041-1612-4, S. 106f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Catching rails – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rolf H. Pfeifer, Tristan M. Mölter: Handbuch Eisenbahnbrücken. DVV Media Group, Hamburg 2008, ISBN 978-3-7771-0378-5, S. 272.