Gestellsäge

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Die Gestellsäge ist eine Handsäge zur spanenden Holzbearbeitung. Sie gehört zu den Strecksägen oder gespannten Sägen.

Aufbau[Bearbeiten]

Gestellsäge mit ihren Einzelteilen

Die Teile der Gestellsäge sind:

Das Sägeblatt ist an beiden Enden durch Naturangeln oder Schraubangeln mit den Griffen verbunden. Diese sind drehbar in den Armen gelagert. Die Verbindung von Steg und Armen mit Zapfen oder Metallfedern ist oft durch angeleimte Stützen verstärkt. Anstelle von Knebel und Schnur ist ein Metalldraht mit Gewindebolzen, Unterlegscheibe und Flügelmutter möglich. Die zum Arbeiten nötige Spannung wird durch Verdrehen der Schnur mit Hilfe des Knebels erreicht.[1]

Ausführungen[Bearbeiten]

Gestellsägen gibt es in verschiedenen Größen für unterschiedlichen Aufgaben:[1][2][3]

  • Schittersägen werden für grobe Arbeiten beim Ablängen von Brettern, Kant- oder Rundhölzern und zum Brennholzschneiden eingesetzt. Die Bezahnung steht auf Zug und Stoß mit mittelgroßer Zahnteilung.
  • Faustsägen, auch Örter-, Trenn- oder Spannsägen, haben eine große Zahnteilung auf Stoß mit weiter Schränkung für eine hohe Schnittleistung beim Aufteilen und Besäumen des Schnittholzes.
  • Schlitzsägen haben breitere Sägeblätter für gute Führung zum sauberen Schneiden von Verbindungen wie Schlitzen und Zapfen. Die mittlerer Zahnteilung steht auf Stoß.
  • Absetzsägen sind kleiner mit einer feinen Zahnteilung schwach auf Stoß, sie sind wenig geschränkt und erzeugen einen feinen, sauberen Schnitt auch quer zur Holzfaser. Mit ihnen werden Verbindungen wie Zinken und Schwalben geschnitten und Zapfen abgesetzt.
  • Schweifsägen sind die kleinsten Gestellsägen mit schmalen Sägeblättern zum Schneiden von runden und geschwungenen Formen. Das Sägeblatt kann ausgehängt werden, um in außen geschlossenen Flächen arbeiten zu können. Die Zahnteilung ist fein und steht schwach auf Stoß.

Arbeitstechniken und Verwendung[Bearbeiten]

Arbeiten mit einer Gestellsäge

Da die Griffe in den Armen drehbar gelagert sind, lässt sich das Sägeblatt gegenüber dem Gestell passend zum Arbeitsschritt einrichten. Beim Schneiden von Verbindungen wird das Blatt leicht aus der Gestellebene gedreht, um gut auf den Riss am eingespannten Werkstück sehen zu können. Hierbei wird die Säge mit einer Hand an einem der Arme geführt. Beim Fausten, dem Besäumen von Brettern oder Bohlen, steht das Sägeblatt quer mit fast 90° zum Gestell. Die Hände greifen an Horn und Steg und führen die Säge von oben nach unten[3]. So können lange Strecken gesägt werden, ohne mit dem Rahmen anzustoßen.

Durch den Einsatz von Holzbearbeitungsmaschinen werden Gestellsägen heute fast ausschließlich zur Übung in Lehrwerkstätten benutzt, um dem Auszubildenden ein Gefühl für den Umgang mit einer Säge zu vermitteln.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gestellsägen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wolfgang Nutsch und andere; HOLZTECHNIK Fachkunde, 22.Auflage, Verlag Europa-Lehrmittel, Haan–Gruiten 2010, Seite 186, ISBN 978-3-8085-4045-9
  2. Norddeutscher Tischler-Innungsverband (Herausgeber): Fachbuch des Tischlers Ein Handbuch für den Tischlerlehrling; Alfred Georgi, Deutscher Handwerksverlag,Hannover 1929, Seiten 46 – 48
  3. a b Beilage Der junge Schreiner in der deutsche bau- und möbelschreiner Heft 9, September 1967, (online bei holzwerken.de)