Feuerkugelnetz

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Eine Kamera des Feuerkugelnetzes bei Daun in der Eifel. Die Kamera ist am Dreibein montiert und auf die spiegelnde Halbkugel darunter gerichtet, um – ähnlich einem Fischauge – einen möglichst großen Raum zu überblicken.

Das Europäische Feuerkugelnetz dient der Beobachtung und Aufzeichnung von hellen Meteoren, so genannten Feuerkugeln (auch Boliden genannt).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der Meteorit Přibram 1959 als weltweit erster Meteorit mithilfe von Kameraaufzeichnungen aufgefunden wurde, begann die Sternwarte Ondřejov 1963 ein Netzwerk von Kameras aufzubauen um den Nachthimmel zu beobachten. 1968 wurde es nach Deutschland erweitert.[1] Später folgten Standorte in weiteren mitteleuropäischen Ländern. Das Feuerkugelnetz wird von der Sternwarte Ondřejov und dem Institut für Planetenforschung des DLR betrieben.

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Meteorkameras sind in einem Abstand von etwa 100 Kilometern aufgestellt und decken eine Fläche von circa einer Million Quadratkilometern ab. Fast jede Kamera erfasst dabei den gesamten für sie sichtbaren Teil des Himmels, da über einen gewölbten Spiegel fotografiert wird. Kameras auf tschechischer Seite sind hingegen mit sogenannten Fischaugenobjektiven ausgestattet und gegen den Zenit gerichtet.

Jede Nacht erstellt jede Kamera eine Himmelsaufnahme mit langer Belichtungszeit. Vor den Kameras befindet sich jeweils eine zusätzliche, mit 12,5 Hz rotierende Blende, die es ermöglicht, helle, sich schnell bewegende Objekte wie Meteore als unterbrochene Leuchtspur auf Film festzuhalten. Anhand dieser festgehaltenen Bewegung kann anschließend auf die Leuchtdauer und die Geschwindigkeit der Feuerkugel geschlossen werden.

Wird ein Meteor von mindestens zwei Stationen gleichzeitig aufgezeichnet, kann seine exakte Flugbahn in der Erdatmosphäre durch Triangulation dreidimensional ermittelt werden. Wichtig ist dies vor allem zum Auffinden von nicht verglühten Meteoritenfragmenten, wie es z. B. 2002 beim Meteoriten Neuschwanstein der Fall war.

Das Europäische Feuerkugelnetz registriert im Jahr durchschnittlich 50 Meteore mit einer scheinbaren Helligkeit (Magnitude) heller als m = -6.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Europäische Feuerkugelnetz besteht aus Kamerastationen in Deutschland und Tschechien, sowie einigen Stationen in Österreich, Belgien, Luxemburg und Frankreich.

Feuerkugelnetz (Mitteleuropa)
Růžová
Růžová
Churáňov
Churáňov
Svratouch
Svratouch
Přimda
Přimda
Veselí nad Moravau
Veselí nad Moravau
Lysá Hora
Lysá Hora
Pec pod Sněžkou
Pec pod Sněžkou
Ondřejov
Ondřejov
Tetingen
Tetingen
Öhringen
Öhringen
Streitheim
Streitheim
Liebenhof
Liebenhof
Suhl
Suhl
Hagen
Hagen
Daun
Daun
Benterode
Benterode
Osenbach
Osenbach
Tuifstädt
Tuifstädt
Seckenhausen
Seckenhausen
Gernsbach
Gernsbach
Wendelstein
Wendelstein
Kalldorf
Kalldorf
Gahberg
Gahberg
Martinsberg
Martinsberg
Standorte von Kamerastationen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oberst, J. et. al.: The "European Fireball Network": Current status and future prospects, in: Meteoritics & Planetary Science 33 (1), S. 49. online