Filter (Fotografie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Drei Schraubfilter mit Gewindedurchmesser 55 mm für Fotokameras

Filter sind Elemente eines optischen Systems, die in der Fotografie meist vor dem Objektiv der Kamera angebracht werden, um das Bild schon vor dem Auftreffen auf Objektiv und Film oder Bildsensor zu verändern. Dies wird durch die Beschaffenheit und Materialien des Filters bewerkstelligt.

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filter dienen in der Fotografie zum einen als Korrektur- als auch als sog. Effektfilter. Verändert werden können Sättigung, Kontrast, UV-Licht, oder es können auch Elemente und Effekte wie Sterne hinzugefügt werden.

Die meisten Filter reflektieren einen Teil des einfallenden Lichtes, so dass weniger Licht das Objektiv erreicht. Diese Belichtungsreduktion wird durch den Filterfaktor angegeben. Dieser ist meist auf der Fassung des Filters angegeben.

Wichtige Filter sind:

In der Digitalfotografie werden viele Filter kaum mehr eingesetzt, da die Effekte in vielen Fällen nachträglich mit Hilfe der Bildbearbeitung und einem Bildbearbeitungsprogramm auf Fotografien angewendet werden können (insb. Effekt- und Farbfilter; siehe Grafikfilter). UV-, ND- und Polfilter sind allerdings weiterhin unersetzbar. Weiterhin haben Digitalkameras fast immer einen fest eingebauten Infrarot-Sperrfilter zwischen Objektiv und Bildsensor.

Korrekturfilter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebräuchliche Korrekturfilter in der Schwarzweißfotografie sind Gelb-, Orange-, und Rotfilter. Sie dämpfen den Blauanteil und machen damit insbesondere Aufnahmen mit Blau- bzw. Weißanteil (Himmel) kontrastreicher.

Für die Farbfotografie stehen eine ganze Reihe von farbigen Filtern zur Verfügung. Hervorzuheben sind rotbräunliche und die diversen Blaufilter zum Verwenden eines Kunstlichtfilms bei Tageslicht bzw. eines Tageslichtfilms bei Kunstlicht.

Ein häufiger Filter sowohl in der Farb- als auch der Schwarzweißphotographie ist das Skylightfilter. Er verhindert einen Blaustich.

Polarisationsfilter entfernen (oder verstärken, je nach Einstellung des Polfilters) die Reflexe auf nichtmetallischen Flächen. Zudem erscheinen die Farben intensiver.

Effektfilter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt unzählige Effektfilter; zu den am häufigsten verwendeten zählen Weichzeichner und Filter, mit denen Strahlenkränze um Lichtquellen herum erzeugt werden können. Daneben gibt es noch diverse Farbfilter, Farbverlaufsfilter und sonstige Trickfilter.

Filteradapter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Canon PowerShot G1X mit Filter und Adapter

Filteradapter werden benötigt, um Filter mit einem Objektiv eines Fotoapparates verbinden zu können. Dabei kann für die Filter zwischen Schraub- und Steckfiltern unterschieden werden. Dementsprechend gibt es auch unterschiedliche Adapter für diese Zwecke.

Schraubfilter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Grund der vielfältigen Filtergewinde gibt es Filteradapter, um Filter an Objektiven mit unterschiedlichen Filtergewindedurchmessern anschließen zu können. Damit das Filter keine zusätzliche Vignettierung erzeugt, ist es nur sinnvoll, größere Filter an kleinere Gewinde anzuschließen.

Die Bezeichnung 52→55 gibt an, das ein 55-er Filter an ein 52-er Objektiv adaptiert werden kann.

Steckfilter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elemente eines Steckfiltersystems

Mit Steckfiltern kann diverses Zubehör wie Filter, Gegenlichtblenden oder Objektivdeckel an verschieden großen Filtergewinden angesetzt werden. Ein Filter kann so an unterschiedlichsten Objektiven verwendet werden. Dazu braucht man nur einen Filterhalter und einen passenden Adapterring mit dem Filterdurchmesser des jeweiligen Objektivs. So muss nicht für jedes Objektiv das passende Zubehörteil gekauft werden. Steckfiltersysteme in verschiedenen Größen werden u. a. von Formatt Hitech, Cokin und Lee hergestellt.

Hochwertige Steckfilter, die aus dem CR-39 Polymer gefertigt sind, haben eine optische Qualität, die vergleichbar dem von Kronglas ist und damit den klassischen Schraubfilter aus Glas nicht nachsteht.[1]

Grafikfilter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der digitalen Bildbearbeitung kann die Wirkung vieler optischer Filter durch so genannte Grafikfilter erzeugt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arthur Freiherr von Hübl: Die Photographischen Lichtfilter. Knapp, Halle 1910.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. CR-39 in der englischsprachigen Wikipedia

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]