Flüsternde Wände

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Filmdaten
Deutscher Titel Flüsternde Wände
Originaltitel The Whisperers
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1967
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Bryan Forbes
Drehbuch Bryan Forbes
Produktion Michael Laughlin
Ronald Shedlo
Musik John Barry
Kamera Gerry Turpin
Schnitt Anthony Harvey
Besetzung

Flüsternde Wände ist ein britisches Filmdrama aus dem Jahre 1967. Das Drehbuch basiert auf dem Roman Mrs. Ross von Robert Nicolson.

Handlung[Bearbeiten]

Mrs. Ross ist eine ältere Frau, die von ihrem Mann Archie vor Jahren verlassen wurde. Nun lebt sie von ihrer gesetzlichen Rente, die sie als Lohn und nicht als Almosen ansieht, in einer kleinen schmuddeligen Zwei-Zimmer-Wohnung. Wenn sie nicht in der Bibliothek oder in der Suppenküche der Wohlfahrt ist, sitzt sie ihrer mit Zeitungen vollgestopften Wohnung und lauscht den flüsternden Wänden - Wassertropfen, Geräusche aus anderen Wohnungen und den Heizungsrohren.

Eines Tages wird sie von ihrem Sohn Charlie besucht. Charlie ist ein Dieb und deponiert heimlich ein Päckchen in ihrem Schrank. Später findet Mrs. Ross das Päckchen und öffnet es. Sie findet Banknoten, insgesamt 800 Pfund. In ihrer Konfusion glaubt sie, das Geld sei eine langerwartete Erbschaft. Sie eilt zur Wohlfahrt und berichtet von ihrem Glücksfund. Die zwielichtige Mrs. Noonan lädt Mrs. Ross zu sich nach Hause ein. Dort wird Mrs. Ross unter Drogen gesetzt, ausgeraubt und in einer Allee zurückgelassen. Ein Nachbarsmädchen findet sie und bringt sie in ein Krankenhaus. Mrs. Ross ist durch die Kälte an einer Lungenentzündung erkrankt. Die Stadtverwaltung versucht herauszufinden, was das Beste für die Frau ist. Man macht Archie ausfindig, der davon überzeugt wird, sich mit seiner Frau zu versöhnen. Doch der Versuch, an das vorherige Leben anzuknüpfen scheitert. Archie macht sich mit ein wenig gestohlenem Geld davon. Mrs. Ross ist nun wieder allein und lauscht den flüsternden Wänden.

Kritiken[Bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films über den Film: „Streckenweise sehr eindringliche Schilderung der Verlassenheit alter Menschen in einer kontaktarmen Umwelt, formal konventionell, schauspielerisch hervorragend.“[1]

Roger Ebert von der "Chicago Sun-Times" hält den Film für einen "hervorragenden Film, der durch unselige Melodramen ruiniert wird.".[2]

Die Variety hingegen lobt die Unaufdringlichkeit, die Diskretion und den unsentimentalen Stil der Produktion.[3]

Der "TimeOut Filmguide" hebt die geistvolle Darstellung von Edith Evans hervor, kritisiert gleichzeitig Forbes zu energischen Regiestil, der die Sozialkritik zu offensichtlich erscheinen lässt.[4]

Der Evangelische Film-Beobachter zieht folgendes Fazit: „Vor allem die große schauspielerische Leistung von Edith Evans erhebt die etwas banale Handlung zu einem anrührenden, aber unsentimentalen Dokument von den Bedürfnissen des menschlichen Herzens im einsamen Alltag alter Menschen. Empfehlenswert ab 14.“[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Auszeichnungen
Nominierungen

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film feierte seine Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin im Juni 1967. Er wurde zum größten Teil in Manchester gedreht. Nanette Newman ist die Ehefrau von Regisseur Bryan Forbes. Ihre Tochter Sarah, heute Modejournalistin, tritt ebenfalls im Film auf. Anthony Harvey arbeitete letztmals als Cutter. Nach diesem Film wechselte er ins Regiefach.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Flüsternde Wände im Lexikon des internationalen Films
  2. http://rogerebert.suntimes.com/apps/pbcs.dll/article?AID=/19680418/REVIEWS/804180301/1023
  3. http://www.variety.com/review/VE1117796326.html?categoryid=31&cs=1
  4. http://www.timeout.com/film/reviews/64495/the_whisperers.html
  5. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 278/1967