Flachdübel

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Flachdübel

Der Flachdübel (auch Formfeder oder Holzverbindungsplättchen mit den Markennamen Lamello oder LFF (von „Lamellen Formfeder“)) ist ein zur Holzverbindung im Tischlerei-Gewerbe gebrauchtes etwa linsenförmiges, meist aus Buchenholz gefertigtes Holzplättchen.

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anwendungsbeispiele
zylindrischer Holzdübel

Zur Herstellung der Verbindung wird mit einer Flachdübelfräse in jedes der zu verbindenden Bauteile eine Nut gefräst, in die der Flachdübel mit Holzleim eingeklebt wird.

Im Unterschied zum gängigen zylindrischen Holzdübel muss die Verbindung weniger passgenau vorbereitet werden. In Nutrichtung ist der Flachdübel verschiebbar. Quer dazu besteht eine kleine Möglichkeit der Anpassung, weil der Flachdübel mit Spiel in der Nut sitzt. Mit der Feuchtigkeit des Leims quillt der Dübel, und das Spiel verschwindet. (Falls Queranpassung nötig war, sind die Teile gegen die Quellkräfte gegenseitig zu spannen, bis Leim und Flachdübel trocken sind.)

Mit einem Flachdübel entsteht eine festere Holzverbindung, weil die Kontaktfläche größer als beim zylindrischen Holzdübel ist. Flachdübel sind meist 4 mm dick und in verschiedenen Breiten erhältlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Mitte des 20. Jahrhunderts kam in der Schweiz die Spanplatte auf den Markt. Die damaligen Platten waren mit der heutigen Qualität nicht vergleichbar: Sie waren sehr porös und brüchig, denn die Holzspäne waren nur unzureichend miteinander verklebt und gepresst.

Herman Steiner, Gründer der Lamello AG, suchte nach einer Möglichkeit, dieses neue Material zu verbinden. Die bekannten Verbindungen mit Holzdübeln oder Nut und Feder schieden wegen Nachteilen aus. Die für die Nut-und-Feder-Verbindung nötige Nut erbrachte schwache Kanten an den porösen Spanplatten. Die durchgehenden Nutwände brachen leicht ab. Die Dübel haben den Vorteil, dass sie weniger leicht aus einer Plattenkante ausbrechen. Sie müssen aber hochpräzise positioniert werden und bieten keine Korrekturmöglichkeit in der gegenseitigen Lage der zu verbindenden Teile.

Der 1956 unter dem Markennamen Lamello auf den Markt gebrachte Flachdübel braucht nur eine kurze Nut, in der er bei nötigen Korrekturen noch etwas längs verschiebbar ist. Flachdübel sind seitdem in der professionellen und semiprofessionellen Holzbearbeitung weit verbreitet.

Seit 2005 ist eine neue Generation von Flachdübeln auf dem Markt, die nicht mehr aus Massivholz, sondern aus einem Holzwerkstoff auf Faserbasis bestehen. Es gibt auch Flachdübel aus Kunststoff oder Aluminium.[1]

Größen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hersteller-Angaben:[2]

  • Größe 20: 56/23/4 mm
  • Größe 10: 53/19/4 mm
  • Größe 0: 47/15/4 mm
  • Größe H9: 38/12/3 mm
  • Größe S6: 85/30/4 mm

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lamello – Katalog 2016/2017. Abgerufen am 17. Juni 2016 (PDF; 7,4 MB).
  2. Lamello System – Verbinderübersicht. In: Lamello – Katalog 2016/2017. S. 46, abgerufen am 17. Juni 2016 (PDF; 7,4 MB).