Flehmen

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Flehmen ist das gezielte und am geöffneten Maul und der Haltung erkennbare Wittern etlicher Säugetiere (beispielsweise Gämsen, Moschusochsen, Kamele (Dromedar und Trampeltier), Pferde, Katzen und Elefanten, nicht jedoch der Mensch) nach spezifischen Gerüchen, zum Beispiel Geschlechtsgerüchen und insbesondere von Pheromonen mit Hilfe einer besonderen Entwicklung des Riechkolbens und des vomeronasalen Organs (Jacobson-Organ). Beim Flehmen öffnen die Tiere das Maul ein wenig und strecken die Zungenspitze heraus – oft auch, um den Urin von Artgenossen aufzunehmen. Beim Einatmen werden dann Geruchsstoffe am Gaumen entlang bzw. ins vomeronasale Organ geleitet und können sowohl gerochen als auch geschmeckt werden. Das Flehmen ist eine Verhaltensäußerung, die hauptsächlich während der Fortpflanzungsperiode (Sexualzyklus) beobachtbar ist.[1]

Wenngleich das Flehmen meistens bei einem "überraschenden, intensiven Geruch" auftritt,[2] kann es beim Pferd auch "Anzeichen für das Vorliegen einer Kolik" sein.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richtlinien für Reiten und Fahren. Bd. 4: Haltung, Fütterung, Gesundheit und Zucht. Hg.v.d. Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FNverlag), 9. Aufl., Warendorf 1997, ISBN 3-88542-284-0
  • Swamynathan Rajanarayanan, Govindaraju Archunan: Identification of urinary sex pheromones in female buffaloes and their influence on bull reproductive behaviour. Research in Veterinary Science, Volume 91, Issue 2, Oktober 2011, S. 301–305
  • Swamynathan Rajanarayanan, Govindaraju Archunan: Occurence of Flehmen in male buffaloes (Bubalus bubalis) with special reference to estrus. Theriogenology 2004 Apr;61(5):861-6
  • R. Sankar, G. Archunan: Flehmen response in bull: role of vaginal mucus and other body fluids of bovine with special reference to estrus. Behav Processes 2004 Jul; 67(1):81-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Loeffler, Gotthold Gäbel: Anatomie und Physiologie der Haustiere. UTB, 2013, ISBN 3-8252-3924-1, S.401
  2. Richtlinien Bd. 4, S. 297.
  3. Richtlinien Bd. 4, S. 283.