Fomo

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Die Angst, etwas zu verpassen (engl.: Fear of missing out, abgekürzt FOMO), ist eine Form der gesellschaftlichen Beklemmung/Angst/Besorgnis. Das Phänomen beschreibt die zwanghafte Sorge, eine soziale Interaktion, eine ungewöhnliche Erfahrung oder ein anderes befriedigendes Ereignis zu verpassen und nicht mehr auf dem Laufenden zu bleiben. Dieses Gefühl geht besonders mit modernen Technologien wie Mobiltelefonen und Sozialen Netzwerken einher bzw. wird von diesen verstärkt. FOMO ist kein medizinisch anerkanntes Krankheitsbild.

Erscheinungsformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FOMO kann in zwei unterschiedlichen Formen in Erscheinung treten: ohne und in Verbindung mit technischen Geräten.

Ohne technische Geräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Angst etwas zu verpassen ist so alt wie die Gesellschaft. Menschen organisieren sich in Gruppen, sind aber nur temporär Teil davon. Gruppenzugehörigkeit ist ein menschliches Bedürfnis, sodass das Gefühl, zu fehlen, unangenehm werden kann. Der Psychologe und Verhaltensforscher Dan Ariely von der Duke University[1] bezeichnet das Phänomen als die Befürchtung, falsche Entscheidungen darüber zu treffen, wie man seine Zeit verbringt und so eventuell die beliebtesten Partys, die lustigsten Aktionen oder die besten Erfahrungen zu verpassen. Das führt zu einer ständigen inneren Unruhe, zu einem Hetzen von Ereignis zu Ereignis. Häufig ist ein ständiger Blick auf die Uhr zu beobachten und die Sorge, man könnte woanders etwas verpassen. So geht mit dem Phänomen oft der Verlust der Fähigkeit einher, Dinge zu genießen.

In Verbindung mit technischen Geräten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Erscheinungsform in Verbindung mit technischen Geräten bezeichnet FOMO den Druck, ständig im Netz dabei sein zu müssen, um keine Erfahrung oder Begegnung zu verpassen. Das seit jeher existierende Gefühl der Angst hat sich in den letzten Jahren unter dem Einfluss der digitalen Medien und mobilen Kommunikationsmittel verstärkt. Medien sind jederzeit zugänglich und machen die Gesellschaft zeit- und ortsunabhängig erreichbar. Social Media geben schneller und tiefer Einblick in das Leben der Freunde und Bekannten, als das sonst möglich wäre. Über ständige Statusupdates lassen sich Nutzer von Facebook, Twitter und Co. über die Aktivitäten ihrer Freunde informieren. Verhaltensforscher glauben, dass die Angst, wichtige Dinge zu verpassen, dadurch steigt. Außerdem bieten die Sozialen Netzwerke die Möglichkeit für einen ständigen Vergleich mit anderen. Experten nehmen an, dass hinter dem Phänomen eine Überforderung steckt, denn die Menge an Information, die man über soziale Netzwerke erhält, ist zu groß. FOMO tritt sowohl bei Menschen auf, die nur gelegentlich soziale Netzwerke verwenden, als auch bei jenen, die sie exzessiv nutzen. Der Zustand wird häufig als modernes Syndrom für das kommunikations-beherrschte Zeitalter angesehen.

Begrifflichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort FOMO setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der englischen Bezeichnung „Fear of Missing out“ zusammen. Amerikanische Wissenschaftler [2] und Verhaltensforscher haben dem Angstzustand diese Bezeichnung gegeben.

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da FOMO keine medizinisch anerkannte Krankheit ist, gibt es auch keine offiziellen Symptome dafür. FOMO kann sich allerdings beispielsweise an folgenden Punkten bemerkbar machen:

  • Man ist traurig, wenn Freunde sich treffen und Spaß haben und man nicht dabei ist.
  • Man hat Angst, dass die Erfahrungen von Freunden oder anderen Menschen besser sind, als die eigenen.
  • Man wird unruhig und nervös, wenn man nicht weiß, was die Freunde im Moment treiben.
  • Wenn man etwas unternimmt, möchte man es ständig den anderen online mitteilen, zum Beispiel auf Social Media-Plattformen.
  • Man ist sehr häufig und routiniert in Sozialen Netzwerken, z. B. direkt nach dem Aufwachen und vor dem Einschlafen, aber auch während des Essens oder in Gesellschaft.
  • Man hat Konzentrationsprobleme beim Lernen oder Arbeiten, weil man ständig abgelenkt und unterbrochen wird von dem Drang, seine technischen Geräte zu überprüfen.
  • Man gefährdet sich und andere im Straßenverkehr, weil man während des Autofahrens das Bedürfnis zur Handynutzung hat.

Behandlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um dem Phänomen in Verbindung mit technischen Geräten entgegenzuwirken, muss zunächst realisiert werden, dass eine problematische Nutzung vorliegt. Die Mediennutzung muss also reflektiert werden und Fragen gestellt werden wie: Waren das heute wirklich wichtige Neuigkeiten, oder war es eine sinnlose Ablenkung? Im zweiten Schritt kann man die Ablenkung gegebenenfalls minimieren, indem man Notifications abstellt, das Handy auf stumm schaltet oder Ähnliches. Wenn die Nutzung von technischen Geräten nötig ist und nicht reduziert werden kann – beispielsweise für die Arbeit – können die Kommunikationsprozesse optimiert und effizienter gestaltet werden. Die E-Mail enthält beispielsweise nur noch die wichtigsten Informationen oder man greift gleich zur schnelleren Lösung: dem Telefon. Helfen kann auch eine Automatisierung von Abläufen, beispielsweise durch Social Media-Öffnungszeiten. So können Nachrichten gesammelt und damit schneller gelesen und beantwortet werden. Um die Angst zu bekämpfen, ist zum einen Erkenntnis und zum anderen Selbstbeherrschung notwendig.

Studien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da das Phänomen und seine Bezeichnung noch relativ neu sind, gibt es bislang wenige Studien, die sich explizit damit beschäftigen. Allerdings gibt es zahlreiche weitere Studien, die sich beispielsweise mit Social Media beschäftigen und teilweise auch auf das Phänomen eingehen und es untersuchen. Eine umfassende Untersuchung der internationalen Werbeagentur JWT Intelligence ergab [3], dass soziale Netzwerke das Phänomen FOMO verstärken. Andere Ergebnisse waren unter anderem, dass junge Menschen stärker von FOMO betroffen sind als ältere, außerdem junge Männer stärker als junge Frauen. Die Studie ergab weiterhin, dass Fomotiker häufiger als andere Menschen negative Gefühle bei der Benutzung von Facebook erleben. Außerdem sind laut der Studie Leute stärker betroffen, die mit ihrem Leben und der Erfüllung vielfältiger Bedürfnisse weniger zufrieden sind. Diese Erkenntnis stützt auch eine Studie von Andrew Przybylski. Demnach ist der Zustand besonders verbreitet bei Menschen, die unbefriedigte psychologische Bedürfnisse haben, wie geliebt und respektiert zu werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fomo? WDR-Blog. Fomo? – Oder Yolo? Ein Blog-Eintrag des WDR. Abgerufen am 5. Mai 2014.
  2. Hilfe, ich habe Fomo!. Ein Artikel der BILD. Abgerufen am 5. Mai 2014.
  3. Phänomen Fomo. Ein Artikel von Easy Generation. Abgerufen am 5. Mai 2014.