Frank Knight

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Frank Hyneman Knight (* 7. November 1885 im McLean County, Illinois; † 15. April 1972 in Chicago) war ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler. Er gilt als Begründer der Chicagoer Schule der Ökonomie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach diversen Studien wendet er sich an der Cornell University der Wirtschaftswissenschaft zu. Unter dem Titel „Risk, Uncertainty and Profit“ legt er eine Dissertation zur Theorie des Unternehmergewinns vor. Hierfür führt er die bis heute gültige Unterscheidung zwischen Risiko und Ungewissheit in die Wirtschaftstheorie ein. Risiken lassen sich berechnen, während unter Bedingungen der Ungewissheit kein Erwartungswert angegeben werden kann. Die volkswirtschaftliche Funktion des Unternehmers besteht demnach darin, nicht berechenbare Unsicherheiten (Ungewissheit) einzugehen. Knight legt damit den Grundstein zur modernen Entscheidungstheorie und stellt die neoklassische Wettbewerbstheorie in ihrer verbindlichen Form dar.

Nach einer kurzen Zwischenstation in Iowa wirkt Knight von 1928 bis zu seinem Tod an der University of Chicago. In wenigen Jahren entwickelt er sich zur prägenden Persönlichkeit innerhalb seiner Fakultät und gilt fortan als Vater der sogenannten Chicagoer Schule (zusammen mit Jacob Viner).

Im Jahr 1950 stand Knight der American Economic Association als gewählter Präsident vor.[1]

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Knight hat der ökonomischen Disziplin ein vielschichtiges und facettenreiches Werk hinterlassen: Es reicht von Beiträgen zur Kapitaltheorie, über Mikro- und Makroökonomie bis zur Methodologie. Er führt den englisch-sprachigen Leser in die „Grundsätze der Volkswirtschaftslehre“ Carl Mengers ein, obwohl er ihm einen „naiven Ökonomismus“ vorwarf. Auch übertrug er Max Webers „Wirtschaftsgeschichte“ ins Englische und legte damit die überhaupt erste Übersetzung eines Werks des deutschen Sozialwissenschaftlers vor. Der dem Umfang nach größte Teil seiner Schriften widmet sich jedoch sozialphilosophischen Themen wie Gleichheit, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit, Ethik und sozialen Reformen.

1934 wurde Knight in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Er war unter anderem Lehrer von Milton Friedman, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften und Begründer des Monetarismus.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Risk, Uncertainty and Profit (1921)
  • The Ethics of Competition and Other Essays (1935)
  • On the History and Method of Economics (1956)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claus Noppeney: Zwischen Chicago-Schule und Ordoliberalismus. Wirtschaftsethische Spuren in der Ökonomie Frank Knights (1998)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Past and Present Officers. aeaweb.org (American Economic Association), abgerufen am 31. Oktober 2015 (englisch).