Freedom-Klasse

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Freedom-Klasse
Die USS Wichita im Jahr 2021.
Schiffsdaten
Land Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Schiffsart Littoral Combat Ship
Bauzeitraum Seit 2005
Stapellauf des Typschiffes 23. September 2006
Gebaute Einheiten 15
Dienstzeit Seit 2008
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
115,5 m (Lüa)
Breite 13,1 m
Tiefgang max. 3,7 m
Verdrängung 2800 ts
 
Besatzung Stamm: 15–50
Einsatz: 75
Maschinenanlage
Maschine CODAG
2 × MT-30-Gasturbinen,
2 × Diesel,
Renk-Getriebe
Höchst-
geschwindigkeit
45 kn (83 km/h)
Bewaffnung

Die Freedom-Klasse ist die erste Klasse von fünfzehn Littoral Combat Ships der United States Navy.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Planung und Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansprache von CNO Vernon E. Clark auf der Zeremonie zur Kiellegung der USS Freedom

Littoral Combat Ships sollen in der United States Navy die Fregatten der Oliver-Hazard-Perry-Klasse ersetzen, die durch den Verlust ihrer Raketenkapazitäten auch einen Großteil ihres Wertes verloren haben. Die Navy ließ zwei komplett verschiedene Entwürfe für den potentiellen Nachfolger bauen, beide Klassen sollten aus zwei Einheiten bestehen. Neben der Freedom-Klasse, die von Lockheed Martin bei Marinette Marine und Bollinger Shipyards gebaut werden, existiert der Entwurf von General Dynamics, genannt Independence-Klasse. Alle LCS werden zu Beginn im Pazifik stationiert, Heimathafen wird San Diego, Kalifornien.[1]

Das erste Littoral Combat Ship der US Navy überhaupt, die USS Freedom (LCS-1), wurde Ende 2004 in Auftrag gegeben, der Nachfolger der Freedom, LCS-3, dann Mitte 2006. Auf Kiel gelegt wurde die erste Einheit Mitte 2005, der Stapellauf erfolgte im Herbst 2006. Der Bau der zweiten Einheit wurde allerdings noch vor Kiellegung Anfang 2007 gestoppt, da massive Budgetüberschreitungen der Navy zunehmende Sorge bereitete.[2] Da sich die Navy und Lockheed nachfolgend nicht auf einen neuen Vertrag mit festgeschriebenen Kosten einigen konnten, gab Marineminister Donald C. Winter im April bekannt, dass die Navy auf Grund der Kostenüberschreitungen eine Baustopp-Klausel in dem alten Vertrag ziehen werde.[3] Im November 2007 ereilte General Dynamics dasselbe Schicksal.[4] 2009 gab die Navy jedoch bekannt, ein weiteres Schiff der Klasse, USS Fort Worth (LCS-3) bauen zu wollen. Der Kiel der Fort Worth wurde am 11. Juli 2009 gelegt.

Die israelische Marine zeigte Interesse daran, das Design zu adaptieren. Das Pentagon hat Lockheed die Freigabe erteilt, das Design zu exportieren. In Israel wurde abgewogen zwischen dieser und weiteren Beschaffungen der Sa’ar-5-Klasse.[5] Im Juli 2009 verwarf Israel jedoch beide Alternativen und fasste stattdessen das deutsche MEKO-Design ins Auge.[6]

Am 31. Dezember vergab die Navy einen weiteren Auftrag, nachdem Lockheed bis zu zehn weitere Schiffe der Klasse bauen darf; jeweils eines in den Wirtschaftsjahren 2010 und 2011 sowie je zwei von 2012 bis 2015. Ab 2011 ist jedoch für jede neue Bestellung eine Bestätigung durch den Kongress nötig. Auch General Dynamics erhielt für die Independence-Klasse einen solchen Auftrag.

Kosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich sollte der Bau der ersten Einheit rund 220 Millionen Dollar kosten, für die zweite waren knapp 200 Millionen an Baukosten geplant.[2] Hierzu kommen noch Kosten etwa für die Pläne, Tests und Zertifizierungen und Administrationskosten, außerdem für die Endausrüstung und nachträgliche Baukosten. Im Februar 2008 bezifferte die Navy die Baukosten für die Freedom mit 471 Millionen Dollar, die Endkosten mit 631 Millionen. Hierzu kommen noch rund 100 Millionen Dollar für jedes Modul (siehe Abschnitt Technik).[7]

LCS-3 soll knapp 549 Millionen US-Dollar kosten. Darin enthalten sind jedoch Materialien im Wert von 78 Millionen Dollar, die bereits 2007 für die frühere LCS-3 angeschafft worden waren.[8] LCS-5 soll 438 Millionen Dollar im Bau kosten, hinzu kommen rund 25 Millionen Dollar für die Ausrüstung. Im Schnitt soll jedes der zehn ab 2010 bestellten Schiffe 440 Millionen Dollar kosten, wenn alle Aufträge ausgeführt werden.[9]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rumpf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frontansicht der Freedom

Die Schiffe der Freedom-Klasse sind rund 115 Meter lang und 13 Meter breit, sie verdrängen voll beladen rund 2800 ts. Die Besonderheit ist der geringe Tiefgang von nur 3,70 Metern.

Antrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einheiten besitzen je zwei MT30-Gasturbinen von Rolls-Royce und zwei Dieselmotoren von Colt-Pielstick (Tochterunternehmen der MAN AG). Statt einer Schiffsschraube wird ein Wasserstrahlantrieb verwendet. Bei einer Gesamtleistung von 36 Megawatt sollen Geschwindigkeiten von bis zu 50 Knoten erreicht werden.

Vier Dieselmotoren Isotta Fraschini V1708 mit jeweils 750 kW versorgen das Schiff samt Bordelektronik und Waffensystemen mit Strom.

Bewaffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewaffnung der Freedoms besteht primär aus Rohrwaffen in Schiffsgeschütztürmen. Sekundär führt das Schiff Lenkflugkörper und Torpedos mit sich.

Die Installation von AGM-176-Griffin-Lenkwaffen zur Bekämpfung von See- und Landzielen ist geplant.

Achtern befindet sich eine Landefläche für einen Helikopter, der Hangar kann zwei Sikorsky MH-60R/S Seahawk aufnehmen. Ebenfalls ist der Start von Drohnen möglich.

Sensoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als primäres System zur Erfassung von See- und Luftzielen kommt bei den ersten acht Schiffen das TRS-3D Multifunktionsradar von Hensoldt zum Einsatz (US-Bezeichnung AN/SPS-75).[12] Es besitzt eine Phased-Array-Antenne mit integrierter Freund-Feind-Erkennung und arbeitet im G-Band (4 bis 6 GHz).[13] Der gesamte Komplex wiegt etwa 2 Tonnen und benötigt bis zu 20 kW elektrische Energie. Marschflugkörper können ab 15 bis 20 km Entfernung erfasst werden, Jagdflugzeuge ab 110 km.[14] Ab Schiff 9, der USS Indianopolis, kommt das verbesserte TRS-4D (AN/SPS-80) mit bis zu 250 km Reichweite zum Einsatz.[15]

Die Elektronische Aufklärung wird durch das WBR-2000 von Argon ST sichergestellt,[16] welches Radioemission im Frequenzbereich von 2 bis 18 GHz ab einer Schwelle von −65 dBm auffassen und identifizieren kann.[17]

Zur Erfassung und Klassifizierung von Unterwasserobjekten kommt ein AN/SQR-22-Schleppsonar von Lockheed Martin zum Einsatz.[18] Hierbei handelt es sich um eine verbesserte Version des AN/SQR-19-Systems, das bereits auf einigen Aegis-Schiffen installiert wurde.

Zur Kommunikation kommen unter anderem Datenverbindungen vom Typ Link 1, Link 16 und CEC zum Einsatz.[12]

Einsatzprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freedom-Klasse ist speziell für die küstennahe Gefechtsführung geplant, weshalb der geringe Tiefgang, aber auch hohe Geschwindigkeiten und ein geringes Radarprofil, in der Konstruktion wichtig waren. Je nach vorgesehenem Einsatzzweck können die Schiffe mit passenden Modulen ausgerüstet werden.

Einheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Name Kiellegung Stapellauf Indienststellung Außerdienststellung Verbleib
USS Freedom (LCS-1) 2. Juni 2005 23. September 2006 8. November 2008 29. September 2021 -
USS Fort Worth (LCS-3) 11. Juli 2009 4. Dezember 2010 22. September 2012 aktiv
USS Milwaukee (LCS-5) 27. Oktober 2011 18. Dezember 2013 21. November 2015
USS Detroit (LCS-7) 8. November 2012 18. Oktober 2014[19] 22. Oktober 2016
USS Little Rock (LCS-9) 27. Juni 2013 18. Juli 2015[20] 16. Dezember 2017[21]
USS Sioux City (LCS-11) 19. Februar 2014 30. Januar 2016 17. November 2018
USS Wichita (LCS-13) 9. Februar 2015 17. September 2016 12. Januar 2019[22]
USS Billings (LCS-15) 2. November 2015 1. Juli 2017[23] 3. August 2019
USS Indianapolis (LCS-17) 18. Juli 2016 18. April 2018 26. Oktober 2019
USS St. Louis (LCS-19) 17. Mai 2017 15. Dezember 2018 8. August 2020[24]
USS Minneapolis-Saint Paul (LCS-21) 23. Februar 2018 15. Juni 2019 21. Mai 2022
USS Cooperstown (LCS-23) 14. August 2018 19. Januar 2020 in Erprobung
USS Marinette (LCS-25) 27. März 2019 31. Oktober 2020
USS Nantucket (LCS-27) 9. Oktober 2019 7. August 2021
USS Beloit (LCS-29) 22. Juli 2020 7. Mai 2022
USS Cleveland (LCS-31) 16. Juni 2021 in Bau

Saudi-Arabien Saudi-Arabien

Die vier bestellten Saudi-Schiffe[25] sind sogenannte Multi-Mission Surface Combatants (MMSC). Sie verfügen über eine stärkere Bewaffnung wie Harpoon Block II und Evolved Sea Sparrow Flugkörpern, ein Nahbereichs-Flugabwehrsystem RAM sowie ein 76-mm-Geschütz. Sie werden zur Ostflotte im Persischen Golf gehören.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Freedom-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Navy to Base First Four Littoral Combat Ships in San Diego. (Memento vom 25. November 2006 im Internet Archive) navy.mil (englisch).
  2. a b Navy Issues Stop Work Order for Littoral Combat Ship 3. navy.mil (englisch)
  3. Navy Terminates Littoral Combat Ship 3 (Memento vom 14. Juni 2007 im Internet Archive) navy.mil (englisch)
  4. Citing cost overruns, Navy cancels LCS 4 (Memento vom 8. September 2012 im Webarchiv archive.today) (englisch).
  5. Israel Navy eyes advanced US warship. (Memento vom 6. Juli 2013 im Webarchiv archive.today) Jerusalem Post (englisch)
  6. Israel abandons LCS plan and eyes MEKO A-100 design. Jane’s (englisch).
  7. Navy Times: Cost of LCS rises again. (Memento vom 5. September 2012 im Webarchiv archive.today) (englisch).
  8. Navy Times: LCS costs fall from 1st order, still top target (Memento vom 7. September 2012 im Webarchiv archive.today) (englisch).
  9. United States Navy: Littoral Combat Ship Contract Award Announced. (englisch).
  10. Littoral combat ship successfully launches Naval Strike Missile. Defense Blog
  11. Raytheon Awarded LCS Over-the-Horizon Anti-Surface Weapon Contract; Deal Could be Worth $848M. USNI News
  12. a b Littoral Combat Ship (LCS) High-Speed Surface Ship, USA. naval-technology.com
  13. TRS-3D. (Memento vom 8. Januar 2011 im Internet Archive) EADS
  14. Norman Friedman: The Naval Institute guide to world naval weapons systems. 1997–1998. S. 294.
  15. TRS-4D AESA radar accepted by US Navy. Janes, 26. August 2019
  16. Fort Worth Littoral Combat Ship Launches, Equipped With Argon ST Threat Detection System. BuisnessWire, 21. Dezember 2010 (englisch) abgerufen am 3. Januar 2010.
  17. WBR-2000 ESM System. (Memento vom 18. Januar 2012 im Internet Archive) Argon ST (englisch) abgerufen am 3. Januar 2010.
  18. AN/SQR-20. (englisch) Deagel.com; abgerufen am 4. Januar 2011.
  19. lockheedmartin.com abgerufen 20. Oktober 2014
  20. lockheedmartin.com abgerufen 21. Juli 2015
  21. L’US Navy met en service son 5ème LCS du type Freedom. 16. Dezember 2017, abgerufen am 16. Dezember 2017.
  22. USS Wichita enters service. In: navaltoday.com. 14. Januar 2019, abgerufen am 17. Januar 2019 (englisch).
  23. Lockheed Martin-Led Team Launches Future USS Billings. 1. Juli 2017, abgerufen am 2. Juli 2017.
  24. defensenews.com abgerufen 11. August 2020
  25. Saudi Arabia to purchase upgunned US LCS Freedom-class variant (Memento vom 26. Mai 2017 im Internet Archive) Saudi Arabia to purchase upgunned US LCS Freedom-class variant, Janes, 26. Mai 2017.