Freie Zone (Scientology)

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Die Freie Zone (engl.: Free Zone auch Independent Scientologists[1]) bezeichnet eine Reform­bewegung so genannter Freier Scientologen.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Machtumbruch in den Führungsriegen von Scientology führte 1982/83 dazu, dass ehemalige hohe Funktionäre (darunter auch Mitbegründer der Organisation) zu so genannten „unterdrückerischen Personen“ erklärt und aus der Organisation ausgeschlossen wurden.[2]

Bill Robertson gründete 1982 Free Zone (heute: Ron's Org). Der Begriff wird heute aber auf alle Freien Scientologen angewandt. Sie berufen sich weiterhin auf L. Ron Hubbard und geben an, mit seinen Techniken zu arbeiten.[3]

Scientology-Kirche und Freie Scientologen bezichtigen sich gegenseitig, Hubbards Lehren und Methoden verfälscht zu haben.[4]

Inhalt und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basierend auf der Philosophie von Scientology, die ihre Wurzeln größtenteils im Buddhismus hat, sehen sich die Freien Scientologen als Anhänger von Erkenntnisphilosophien. Eine davon befasst sich mit dem Wandel des Menschen durch selbstgewonnene Erkenntnisse, mit dem Ziel zu einem größeren Verständnis und größerer Verantwortung sich selbst, anderen und seiner gesamten Umgebung gegenüber zu gelangen. Daraus ergibt sich die die Chance eines jeden Menschen sich durch seine eigene Kraft und mit Hilfe einer präzisen Technologie des Geistes, aus unerwünschten Zuständen zu befreien und verborgene Fähigkeiten wiederzugewinnen. Zu diesem Zweck werden Kurse und Vorträge angeboten.

Freien Scientologen grenzen sich ausdrücklich gegenüber den offiziellen und inoffiziellen Organisationen der Scientology Kirche ab, verweisen aber auch auf einen toleranten Umgang mit anderen Glaubens- und Philosophierichtungen. Sie wollen nicht auf materiellen Gewinn ausgerichtet sein, sondern sich um ein gesellschaftliches Verständnis der Philosophie bemühen.[5]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittlerweile findet man weltweit Gruppierungen der Freien Zone als globales Netzwerk. In Deutschland gibt es unter anderem Organisationen in Berlin, Hamburg, Bremen, Magdeburg, Dresden, Bonn, Leverkusen, Köln, Wuppertal, Stuttgart, Wiesbaden, Frankfurt am Main, Offenbach, München und Nürnberg.[6]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Wohin der Weg dieser Scientology-Alternativen führt, wird sich zeigen. Auch ihre Technologien basieren auf der totalitären Ideologie des L. Ron Hubbard. Besonders unter den ‚Independents‘ lassen sich fundamentalistische Scientologen finden, die vorher in der alten SO bereits führende Positionen hatten. Sind sie wirklich reformfähig oder werden sie nur eine andere totalitäre Spielart bilden? Skepsis ist angebracht. Auch wenn sie zurzeit noch wenig Politikorientierung und Expansionsbestrebungen zeigen, darf nicht übersehen werden, dass Scientology auch allein als Psychokult nicht auf demokratischen Werten basiert und Menschen manipulieren kann.“[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude-Alain Humbert: Religionsführer Zürich. Orell Füssli Verlag, Zürich 2004.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spiegel Online, 5. September 2012: Der Fall Alexander Jentzsch. Leben und Sterben bei Scientology
  2. Der Ursprung der Freie Zone, bei ronsorg.ch, abgerufen am 16. Mai 2017.
  3. Die Zeitspur der Scientology und der Freien Zone, bei stss.nl, abgerufen am 16. Mai 2017.
  4. Eine Klärung der Begriffe „Freie Zone“ und „Ron’s Org“, bei rons-org.de, abgerufen am 16. Mai 2017.
  5. Selbstdarstellung, bei freezone.de, abgerufen am 16. Mai 2017.
  6. Freie Zone Berlin - Onlinestreet, bei onlinestreet.de, abgerufen am 16. Mai 2017.
  7. Umstieg statt Ausstieg: Die „Scientology-Organisation“ hat Konkurrenz erhalten!, bei hamburg.de, abgerufen am 17. Mai 2017.