Freifallrettungsboot

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Freifallrettungsboot am Heck eines Frachters
Modernes Freifallrettungsboot der Berufsschifffahrt (Typ 1) beim Abgang

Ein Freifallrettungsboot ist eine besondere Form eines Rettungsboots an Bord von Schiffen. Sie unterliegen den Vorschriften der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Freifallrettungsboote sind am Heck eines Schiffes angebrachte geschlossene Rettungsboote, die im Notfall ohne äußere Mithilfe von einer schrägen Aussetzvorrichtung zu Wasser gelassen werden können. Sie sind von den Mannschaftsunterkünften aus schnell erreichbar.

Freifallrettungsboote sind völlig geschlossen, da sie beim Auftreffen auf dem Wasser für kurze Zeit untertauchen. Als Einstieg dient eine Tür am Heck. Die Besatzungsmitglieder sitzen entgegengesetzt der Fahrtrichtung. Da die Boote aus großer Höhe und mit großer Wucht auf dem Wasser aufprallen, müssen sich alle Insassen anschnallen und zusätzlich den Kopf an die Rückenlehne pressen, um Verletzungen zu vermeiden. Oft sind die Sitzplätze unter den Besatzungsmitgliedern festgelegt. Das soll ein schnelleres Einsteigen ermöglichen.

Der Auslösemechanismus befindet sich im Inneren und wird vom Führer des Bootes betätigt. Dabei wird mit einem Hebel ein Hydraulikbolzen betätigt, der das Freifallboot anhebt, so dass es ungehindert ins Wasser fällt. Danach kann das Boot mit seinem eigenen Motor aus der Gefahrensituation manövriert werden. Ausgestattet ist es mit den laut internationalen Schiffssicherheitsvertrag vorgeschriebenen Gegenständen zur Fortbewegung, zum Bemerkbarmachen so wie zum Schutz und Überleben der Insassen. Auf Tankschiffen gibt es auch Freifallrettungsboote, die mit einem Mechanismus ausgestattet sind, der einen feinen Sprühnebel um das Boot erzeugt, um im Falle eines Brandes von Öl auf dem Wasser nicht Feuer zu fangen.

Quellen[Bearbeiten]