Freight Train Riders of America

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Die Freight Train Riders of America (FTRA) ist eine in den USA beheimatete Gang von obdachlosen Menschen, die sich vor allem im Nordwesten des Landes in Güterzügen umherbewegen.

Die FTRA wurde in der 80er-Jahren von obdachlosen Veteranen des Vietnamkriegs in einer Bar in Montana gegründet, die Initialen standen ursprünglich für „Fuck The Reagan Administration“. Erst später wurde der heutige Name angenommen.

Bob Grandinetti hat sich auf die Untersuchung der FTRA spezialisiert, sowohl während seiner Zeit als Police Officer in Spokane (Washington), als auch jetzt während seines Ruhestands. Er stellte einen Zusammenhang zwischen Mitgliedern dieser Gruppe und zahlreichen kriminellen Handlungen fest: Betrug mit Essensmarken, Handel mit illegalen Drogen, eine Vielzahl von Diebstählen sowie brutale Überfälle und Morde, die an anderen Reisenden, Hobos (Wanderarbeitern) und sogenannten Freighthoppern (sozial schwachen Menschen, die illegal auf Güterzügen mitfahren) verübt wurden.

Die Mitglieder der FTRA verstehen sich als einen lose verbundenen Haufen von heimatlosen Menschen, der nur zur gegenseitigen Unterstützung organisiert ist, und streiten diese Anschuldigungen ab. Einige nicht mit der Gruppe verbundene Heimatlose bezweifeln ebenfalls die Thesen Grandinettis und verweisen auf gute Erfahrungen, die sie mit FTRA-Mitgliedern machten; andere wiederum erzählen von schlechten Erfahrungen, womit die Wahrheit möglicherweise irgendwo dazwischen liegt. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Angestellte der Eisenbahngesellschaften allein schon die Existenz der FTRA in das Reich der modernen Mythen verweisen, während einige andere nicht dieser Meinung sind.

Es wird vermutet, dass sich an die 1000 Mitglieder der Gruppe regelmäßig entlang der Burlington Northern Santa Fe Railway, der High Line, aufhalten, die sich von Minneapolis bis nach Seattle erstreckt, oftmals an Rangierbahnhöfen, Bahnunterführungen oder Güterwagen entlang der Strecke schlafend.

Einige Hakenkreuz-Graffiti wurden Angehörigen der FTRA zugeschrieben. Das führte zu Spekulationen, inwiefern diese Gruppe eine rassistische Ausrichtung besäße; auch wurden Vergleiche zur Aryan Brotherhood gezogen. Da jedoch keine anderen Beweise für eine solche Behauptung existieren, werden solche Beschuldigungen meist einfach abgetan, jedoch wurde die FTRA von anderen Obdachlosen des Öfteren mit den Hells Angels verglichen.

Eine Reihe von Morden an Reisenden entlang der Schienen, die der Serienmörder Robert Joseph Silveria Jr. (aka „Sidetrack“) begangen hatte, führte seinerzeit zu erhöhter Aufmerksamkeit von Seiten der Presse und der Polizei, was sich schließlich auch in einer Berichterstattung in America's Most Wanted niederschlug. Silveria behauptet von sich, nicht Mitglied der FTRA gewesen zu sein, doch wird dies vom früheren Police Officer Bill Palmini in seinem Buch Murder on the Rails bestritten. Robert Silveria sitzt zurzeit für seine Mordtaten eine doppelt lebenslängliche Strafe in einem Gefängnis in Oregon ab.

Literatur[Bearbeiten]

  • William G. Palmini, Jr. und Tanya Chalupa: Murder on the Rails :the True Story of the Detective who Unlocked the Shocking Secrets of the Boxcar Serial Killer, New Horizon Press, Far Hills (NJ) 2004, ISBN 0-88282-243-8