Friedrich Hirschl

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Friedrich Hirschl (2009)

Friedrich Hirschl (* 15. Oktober 1956 in Passau) ist Lyriker und Pastoralreferent. Mit acht Gedichtsammlungen, zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien, Zeitschriften und Zeitungen sowie mehreren literarischen Auszeichnungen hat sich der Schriftsteller weit über die Grenzen Passaus hinweg einen Namen gemacht.

Hirschl ist Mitglied des „Passauer Literaturkreises“ und der „Regensburger Schriftstellergruppe International“.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der St. Nikola Volksschule Passau (1963–1967) besuchte Hirschl das Adalbert-Stifter-Gymnasium Passau, wo er 1976 die allgemeine Hochschulreife erlangte. Auch den Grundwehrdienst absolvierte er in der Dreiflüssestadt, bevor er 1977 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Passau das Studium der katholischen Theologie aufnahm. Seit 1982 ist Hirschl Diplom-Theologe.

Als solcher wirkte er in Niederbayern. Die Tätigkeit als Pastoralreferent führte Hirschl nach Simbach am Inn (1982–1983), nach Bad Griesbach im Rottal (1983–1984), Zwiesel (1984–1993) und schließlich zurück nach Passau in den Pfarrverband St. Paul/St. Nikola (1993–1999). Von 1999 bis 2017 arbeitete er als Religionslehrer an der Grundschule Passau-Grubweg. Ab 2017 ist er in Passau als Pastoralreferent im Pfarrverband Neustift/Auerbach tätig.

Hirschl ist gegenwärtig vor allem freiberuflicher Schriftsteller.

Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Passau.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Begeisterung für Georg Trakl brachte Hirschl während seines Studiums zum Schreiben. Schon damals verfasste er Lyrik und Prosa. Eine Auswahl beider Gattungen veröffentlichte er 1987 in seinem ersten Buch „Erdzeit“. Seitdem konzentriert er sich auf die Lyrik. Es folgten die Gedichtbände „Im Fluß der Zeit“ (1989), „… und Sehnsucht singt ein leises Lied“ (1992), „Glut am Himmel“ (2002), „Herbstmusik“ (2006), „Nachthaus“ (2009), „Flussliebe“ (2012, 2. Aufl. 2013) und „Stilles Theater“ (2017).

Während Hirschls Frühwerk unmittelbar den Menschen und dessen Befindlichkeiten in den Blick nimmt, betrachtet er Personen zusehends durch den Spiegel der Natur. In knappen, reduzierten, oftmals überraschenden Metaphern stellt er Landschaften und damit zugleich den Menschen aus ungewöhnlicher Perspektive dar. Mensch und Natur werden dabei letztendlich eins. Dieses Zusammenspiel betrachtet Hirschl mit einem Augenzwinkern. Entsprechend humorvoll ist der Unterton seiner Gedichte.

Hirschls inhaltlicher Anspruch ist es, der Natur ihren verlorenen Zauber zurückzugeben. Dennoch tritt er bisweilen als Mahnender auf. Stets wird Hirschl dabei von der christlich motivierten Achtung der Schöpfung geleitet.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: ELK-Feder des „Ernste-Lyrik-Kreis München“
  • 2008: Preisträger des „Wasserpoesie“-Lyrik-Wettbewerbs
  • 2009: Einer der Gewinner des Lyrik-Wettbewerbs „Luft & Erde“
  • 2010: Einer der Gewinner des Lyrik-Wettbewerbs „Hören & Sehen“
  • 2011: Einer der Gewinner des Lyrik-Wettbewerbs „Schlemmen & Schmecken“
  • 2011: Nominierung für den E.ON-Kulturpreis Bayern im Bereich Literatur
  • 2012: Einer der Gewinner des Lyrik-Wettbewerbs „Lesen & Schreiben“
  • 2015: Kulturpreis des Landkreises Passau auf dem Gebiet der Literatur
  • 2016 wurde das Gedicht Ein Poller von Interesse für das Projekt Lyrik unterwegs der Stuttgarter Straßenbahnen AG ausgewählt.[1]
  • 2016: Einer der Gewinner des Lyrik-Wettbewerbs „Mannsbilder & Weibsbilder“
  • 2018 wählte der Kölner Stadt-Anzeiger das Gedicht "Das Stück Erde" aus Hirschls Band "Stilles Theater" zum Gedicht des Monats Februar.
  • 2018: Einer der Gewinner des Lyrik-Wettbewerbs "Jubeln & Feiern"

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dietz-Rüdiger Moser: Friedrich Hirschl – Porträt und neue Lyrik. In: Literatur in Bayern, 23. Jahrgang, Nr. 92, Juni 2008, S. 6 ff.
  • Stefan Rammer: Friedrich Hirschl – Herbstmusik. In: Passauer Pegasus, Heft 44/45, 2008, S. 144 ff.
  • Georg Bergmeier: 80 ansprechende Sinngedichte quer durchs Jahr. In: Buchprofile, Jahrgang 52/2007, Heft 2.
  • Theo Breuer: Aus dem Hinterland. Lyrik nach 2000, Edition YE, 2005, S. 380 f., ISBN 3-87512-186-4.
  • Rupert Schützbach: Berührende Stille. In: Passauer Neue Presse vom 26. März 2002.
  • Anonymus: Gedichte – zu einem Konzert vereint. In: Passauer Neue Presse vom 19. Februar 1988.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Kratzer: Warum ein Gedicht dieses Niederbayern in Stuttgart Busse und Bahnen schmückt. Süddeutsche Zeitung, 1. Dezember 2016, abgerufen am 5. Dezember 2016.