Friedrich Scheffer

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Friedrich Heinrich Ernst Leopold Scheffer (* 21. Dezember 1800 in Schrecksbach; † 8. August 1879 auf Gut Engelbach bei Niederaula) war ein konservativer Politiker im Kurfürstentum Hessen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scheffer wurde als Kind des Pfarrers Karl Ludwig Scheffer und der Karoline Henriette Katharine Wigand geboren. Er heiratete 1828 seine Kusine Marianne Wigand (* 1804 in Korbach; † 1880 auf Gut Engelbach).

Nach dem Besuch der Alten Landesschule in Korbach und der Alten Klosterschule in Hersfeld studierte Scheffer von 1819 bis 1822 in Marburg Rechtswissenschaft. Danach ließ er sich als Advokat in Treysa nieder. 1834 wurde er zum Justizbeamten beim Justizamt Schwarzenfels ernannt, 1836 zum Obergerichtsrat in Kassel und 1838 zum Regierungsrat ebenda. Nachdem er 1841 zunächst Vortragender Rat im kurhessischen Innenministerium, dann Ministerialrat geworden war, rückte er noch im gleichen Jahr in das Gesamtstaatsministerium ein, in dem er 1846 als Referent tätig war. Ab 1846 führte er den Titel „Staatsrat“. Von September 1847 bis März 1848 amtierte er als provisorischer Vorstand des Innenministeriums. Im März 1848 musste er infolge der Revolution aus Kassel fliehen. 1849 kaufte er das Gut Engelbach. 1850 kehrte er mit den sogenannten Strafbayern nach Kassel zurück. Ab September 1855 war er erneut Mitglied des Gesamtstaatsministeriums. Von Februar 1856 bis Mai 1859 amtierte er als Nachfolger von Ludwig Hassenpflug als kurhessischer Innenminister und Regierungschef. 1862 gründete er den Hessenverein.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scheffer gehörte der kurhessischen Ständeversammlung in den Jahren 1833 bis 1838 als Abgeordneter der Städte des Schwalmbezirks an. Von 1852 bis 1854 war er Mitglied der Zweiten Kammer. Er übte außerdem vom dritten bis zum sechsten (1836–1846) und auf dem neunten Landtag (1855–1857) das Amt des Landtagskommissars aus.

Scheffer, der anfangs liberal eingestellt war, galt bald als äußerst konservativ ausgerichteter Politiker, der wegen seiner drastischen Äußerungen auch den Beinamen „Dreschflegel von der Schwalm“ erhielt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ewald Grothe: Verfassungsgebung und Verfassungskonflikt. Das Kurfürstentum Hessen in der ersten Ära Hassenpflug 1830–1837 (= Schriften zur Verfassungsgeschichte. Bd. 48), Duncker u. Humblot, Berlin 1996, ISBN 3-428-08509-4.
  • Ewald Grothe (Hrsg.): Die Abgeordneten der kurhessischen Ständeversammlungen 1830–1866. (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 13 = Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 43). Historische Kommission für Hessen, Marburg 2016, ISBN 978-3-942225-33-5, Nr. KSV-390.
  • Harald Höffner: Kurhessens Ministerialvorstände der Verfassungszeit 1831–1866, masch.-schr., phil. Diss., Gießen 1981, S. 278–286.
  • Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 326.
  • Philipp Losch: Friedrich Scheffer. In: Ingeborg Schnack (Hrsg.): Lebensbilder aus Kurhessen und Waldeck, Bd. 1, Elwert, Marburg 1939, S. 240–242.
  • Helmut Nicolai: Friedrich Scheffer 1800–1879, masch.-schr., Marburg 1920.
  • Hellmut Seier (Hrsg.): Akten und Briefe aus den Anfängen der kurhessischen Verfassungszeit 1830–1837, bearb. von Ewald Grothe und Hellmut Seier, Elwert, Marburg 1992, ISBN 3-7708-0993-9.
  • Karl WippermannScheffer, Friedrich Heinrich Ernst Leopold. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 30, Duncker & Humblot, Leipzig 1890, S. 676–680.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]