Gabriele Klein

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Gabriele Klein

Gabriele Klein (* 1957 in Wanne-Eickel[1]) ist eine deutsche Soziologin, Kultur- und Tanzwissenschaftlerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabriele Klein studierte zwischen 1977 und 1987 Soziologie, Geschichte, Sportwissenschaft, zeitgenössischen Tanz und Pädagogik an den Universitäten Bielefeld, Bochum und Essen sowie an der Amsterdamse Hogeschool voor de Kunsten. 1990 wurde sie an der Universität Bochum in Sozialwissenschaften promoviert. Ihre Dissertation wurde 1992 publiziert unter dem Titel: Frauen Körper Tanz. Eine Zivilisationsgeschichte des Tanzes. Seit der Veröffentlichung ihrer Dissertation gilt Gabriele Klein als eine der Pionierinnen der Tanzwissenschaft in Deutschland. Sie habilitierte sich 1998 mit der 1999 publizierten Studie: Electronic Vibration. Pop Kultur Theorie. 2002 übernahm sie eine Professur an der Universität Hamburg. Seit 2005 leitet sie dort zudem das interdisziplinäre Zentrum für Performance Studies und den gleichnamigen postgradualen Studiengang (www.performance.uni-hamburg.de). Sie hat zahlreiche internationale Gastprofessuren übernommen.

Seit 1994 tritt sie als Leiterin diverser Forschungsprojekte und Organisatorin zahlreicher nationaler und internationaler wissenschaftlicher Veranstaltungen auf. Zwischen 1997 und 2001 war sie Vorsitzende der Gesellschaft für Tanzforschung.

Forschungsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gabriele Kleins Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf Körper-, Bewegungs- und Tanzforschung sowie auf Popkulturforschung, Performance-Studies, Gender Studies und Stadtforschung. Die von ihr entwickelten sozialwissenschaftlichen und geschlechtertheoretischen Perspektiven, für die sie internationale Auszeichnungen erhalten hat, wurden in nachfolgenden Forschungsarbeiten erweitert vor allem durch Untersuchungen über populäre Tanzformen in jugend- und popkulturellen Szenen, insbesondere in der Techno- und Hip-Hop-Kultur, lateinamerikanische Tänze und Cultural Performances, die sie vor allem in Alltag, Sport und den Künsten untersucht.

In den jüngeren Forschungen lag der Schwerpunkt auf der Globalisierung und Transnationalisierung von Tanzkulturen sowie der Aneignung und Verkörperung von Tanz- und Bewegungsmustern und ihren Bedeutungskontexten in verschiedenen lokalen und urbanen Kulturen. Tanzfigurationen sieht Gabriele Klein als besondere Weisen von sozialen Interaktionen, an denen die Körperlichkeit des Sozialen und die die Besonderheit anschaulich wird. Tanzforschung wird dadurch zu einem Untersuchungsfeld für eine Soziologie des Körpers. Die Konturen dieser sozialwissenschaftlichen Disziplin hat Gabriele Klein durch ihre Forschungsarbeiten wesentlich mit geprägt.

Buch-Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autorin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FrauenKörperTanz. Eine Zivilisationsgeschichte des Tanzes. (Hardcover) Beltz Quadriga, Weinheim 1992; (Paperback) München 1994.
  • Electronic Vibration. Pop – Kultur – Theorie. (Hardcover) Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins, Hamburg 1999; (Paperback) VS Sozialwissenschaften 2004.
  • Is this real? Die Kultur des HipHop. 4. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt/Main 2011 (2003) (mit Malte Friedrich).
  • Choreografischer Baukasten. Transcript, Bielefeld 2011 (mit Gitta Barthel und Esther Wagner).

Herausgeberin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Annette Treibel: Begehren und Entbehren. Bochumer Beiträge zur Geschlechterforschung. Centaurus, Pfaffenweiler 1993 ISBN 3-89085-642-X.
  • mit Katharina Liebsch: Zivilisierung des weiblichen Ich. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1997.
  • Tanz Bild Medien. Jahrbuch Tanzforschung Bd. 10. LIT, Berlin u.a., 2. Aufl., 2002 (2000) ISBN 3-8258-4448-X.
  • mit Christa Zipprich: Tanz Theorie Text. Jahrbuch Tanzforschung Bd. 12. LIT, Berlin u.a. 2002 ISBN 3-8258-5901-0.
  • Bewegung. Sozial- und kulturwissenschaftliche Konzepte. Transcript, Bielefeld 2004 ISBN 3-89942-199-X.
  • Stadt. Szenen. Künstlerische Produktionen und theoretische Positionen. Passagen, Wien 2005 ISBN 978-3-85165-710-4.
  • mit Wolfgang Sting: Performance. Positionen zur zeitgenössischen szenischen Kunst. Transcript, Bielefeld 2006 ISBN 978-3-89942-379-2.
  • mit Michael Meuser: Ernste Spiele. Zur politischen Soziologie des Fußballs. Transcript, Bielefeld 2008 ISBN 3-89942-977-X.
  • mit Jürgen Funke-Wieneke: Bewegungsraum und Stadtkultur. Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven.Transcript, Bielefeld 2008 ISBN 3-8376-1021-7.
  • Tango in Translation. Tanz zwischen Medien, Kulturen, Kunst und Politik. Transcript, Bielefeld 2009 ISBN 978-3-8376-1204-2.
  • mit Sandra Noeth: Emerging Bodies. The Performance of Worldmaking in Dance and Choreography. Transcript, Bielefeld 2011 ISBN 978-3-8376-1596-8.
  • mit Bojana Kunst: On Labour and Performance. Performance Research, Vol. 17, No 6, Routledge 2012.
  • mit Gabriele Brandstetter: Dance (and) Theory. Transcript, Bielefeld 2013 ISBN 978-3-8376-2151-8.
  • mit Gabriele Brandstetter: Methoden der Tanzwissenschaft. Modellanalysen zu Pina Bauschs Le Sacre du Printemps, 2., überarbeitete und erweiterte Neuauflage, Transcript, Bielefeld 2015 ISBN 978-3-8376-2651-3.
  • Choreografischer Baukasten. Das Buch. Transcript, Bielefeld, 2015 ISBN 978-3-8376-3186-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hermann Korte, Bernhard Schäfers (Hrsg.): Einführung in Hauptbegriffe der Soziologie. Leske & Budrich, Opladen 1992, S. 211 (PDF).