Galaktisches Koordinatensystem

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Längengrade des galaktischen Koordinatensystems

Das galaktische Koordinatensystem ist eines der astronomischen Koordinatensysteme, die in der sphärischen Astronomie verwendet werden. Es ist für die Untersuchung des Milchstraßensystems hilfreich.

Bezugsebene des galaktischen Koordinatensystems ist die Ebene der Milchstraße, die auch galaktische Ebene genannt wird. Nullpunkt ist aus praktischen Gründen nicht das galaktische Zentrum, sondern die Sonne, da bis heute alle astronomischen Beobachtungen vom Sonnensystem ausgehen. Die galaktische Länge wird in der galaktischen Ebene entgegen dem Uhrzeigersinn gemessen (bei Blickrichtung aus galaktisch Nord), siehe auch galaktischer Quadrant. Die galaktische Breite wird hierzu senkrecht gemessen, nach (galaktisch) Norden positiv und nach Süden negativ.

Im Jahre 1958 wurden die heutigen galaktischen Koordinaten international eingeführt und mit den äquatorialen Koordinaten (bezogen auf die Bessel-Epoche B1950.0) des galaktischen Nordpols von Rektaszension und Deklination (im Sternbild Haar der Berenike) festgelegt. Die galaktische Länge wird gezählt ausgehend vom galaktischen Zentrum bei und , die galaktische Ebene ist um 90°-27,4°=62,6° gegenüber dem Himmelsäquator geneigt.

Nach Festlegung des galaktischen Koordinatensystems hat sich herausgestellt, dass der "Nullmeridian" der galaktischen Koordinaten das tatsächliche galaktische Zentrum am Ort der Radioquelle Sagittarius A* um etwa 0,07° verfehlt. Die 1958 eingeführten galaktischen Koordinaten werden dennoch weiter benutzt.

Das galaktische Koordinatensystem nutzt die Sonne als Ursprung. Die galaktische Breite ist der Winkel zwischen der galaktischen Ebene und dem Objekt. Die galaktische Länge wird in der galaktischen Ebene in Bezug zur Richtung Sonne - Galaktisches Zentrum gemessen.

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