Gehlsdorf

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Dieser Artikel beschreibt den Rostocker Stadtteil Gehlsdorf. Ein gleichnamiger Ortsteil gehört zur Stadt Genthin in Sachsen-Anhalt.

54.10138888888912.12277777777810Koordinaten: 54° 6′ 5″ N, 12° 7′ 22″ O

Gehlsdorf
Stadt Rostock
Höhe: 10 m ü. NN
Fläche: 6,6 km²
Einwohner: 4132 (30. Jun. 2013)
Eingemeindung: 8. März 1934
Postleitzahl: 18147
Vorwahl: 0381
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Lage von Gehlsdorf in Rostock

Gehlsdorf ist ein Ortsteil von Rostock am östlichen Ufer der Warnow und ein gehobener Wohnstandort, teils mit sanierten alten Villen, teils mit neuen Häusern. Interessant ist die lange Uferpromenade, an der viele Yacht- und Segelclubs liegen.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Michkhelestorpe (Michaelsdorf) wurde der Ort erstmals 1285 erwähnt.[1] 1913 wurde Michaelsdorf eine selbstständige Kirchgemeinde und am 8. März 1934 in die Stadt Rostock eingemeindet. Im 19. Jahrhundert wurde Gehlsdorf ein beliebtes Wohnviertel für wohlhabendere Rostocker. So wählten Schiffskapitäne Gehlsdorf als Alterssitz und Reeder bauten sich herrschaftliche Häuser. Prägend für das Bild Gehlsdorfs ist der Michaelshof Rostock, eine kirchliche Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, und das Zentrum für Nervenheilkunde der Universität Rostock.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Gehlsdorf ist durch Busse der RSAG an das Nahverkehrsnetz Rostocks angeschlossen. Von 1951 bis 1974 war Gehlsdorf durch eine Straßenbahnlinie an die Rostocker Innenstadt angebunden. Diese verkehrte über die Petribrücke und entlang des Dierkower Damms sowie der Gehlsheimer Straße, mündete in die Pressentinstraße und fand ihren Endpunkt am Kirchenplatz. Noch heute zeugen einige Schienenreste im Straßenbelag des Kirchenplatzes von ihrer Existenz. Eine Ursache der Stilllegung der Strecke nach Gehlsdorf war der fortgeschrittene Verschleiß der alten 1440-mm-Gleise und der Stromversorgung. Erst Ende der 1980er Jahre wurde eine neue, großzügig trassierte Straßenbahn über Dierkow nach Toitenwinkel gelegt, die die hier entstandenen Neubaugebiete erschloss. Die Busse über Gehlsdorf fahren bis zum Knotenpunkt Dierkower Kreuz.

Seit 1880 verkehrt auch eine Fähre über die Warnow bis zum Rostocker Stadtzentrum. Bis 1945 legten die Fähren stadtseitig Am Strande in der nördlichen Altstadt an, am Anleger Kabutzenhof in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Seit 2006 legt die Fähre am Wochenende anstatt am Kabutzenhof am Stadthafen an. Dadurch verkürzt sich der Weg in die Innenstadt deutlich.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Von 1889 bis zum 5. Juni 1918 lebte die Jugendschriftstellerin Helene Hübener mit ihrer behinderten Schwester Marie in der Gehlsheimer Straße 7, später im Haus Nr. 3.

Von 1925 bis zu seinem Tod 1939 lebte der Philosoph, Komponist und bedeutende Parapsychologe Emil Mattiesen in Gehlsdorf.

Der Postdirektor und Historiker Paul Babendererde (1878–1953) war bis zur Eingemeindung 1934 Gemeindevorsteher von Gehlsdorf.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verein für meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde (Hrsg.): Meklenburgisches Urkundenbuch. III. Band. 1281–1296, Schwerin 1865, S. 181, Nr. 1801

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gehlsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien