Frauenbeteiligungsindex

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Der Frauenbeteiligungsindex[1] (englisch gender empowerment measure, abgekürzt GEM) ist ein Indikator, der das Geschlechterverhältnis in Wirtschaft und Politik eines Landes anzeigt. Ähnlich dem Index der geschlechtsspezifischen Entwicklung (GDI) wird der Frauenbeteiligungsindex als ein Maß der Gleichstellung der Geschlechter eines Landes herangezogen.[2]

Anders als der GDI bemisst der Frauenbeteiligungsindex die politische und ökonomische Partizipation und Machtgleichstellung von Frauen. Dazu werden die folgenden Faktoren berücksichtigt:[3]

  • Sitze von Frauen und Männern im Parlament
  • Posten von Frauen und Männern als Abgeordnete, Beamte und Manager
  • Frauen und Männer als Fachkräfte
  • Verhältnis des Einkommens von Mann und Frau

Der Frauenbeteiligungsindex kann Werte zwischen 0 und 1 annehmen.

Aus den Indexwerten verschiedener Länder schloss das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) im Jahr 2000, dass ein hohes Einkommen keine notwendige Voraussetzung für mehr Chancengleichheit ist, da beispielsweise die Bahamas mit 0,633 vor Japan mit 0,490 standen.[4]

Der vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen herausgegebene Bericht über die menschliche Entwicklung (englisch Human Development Report) 2009 veröffentlicht Werte für den Frauenbeteiligungsindex für 109 Länder; für 85 Staaten war der Wert nicht ermittelbar. Die höchsten Werte 2009 hatten Schweden mit 0,909 (Platz 1), Vorjahres-Erster Norwegen mit 0,906 (Platz 2) und Finnland mit 0,902 (Platz 3). Deutschland war mit 0,852 auf Platz 9. An letzter Stelle (Platz 109) stand wie im Jahr zuvor der Jemen mit 0,135.[5][6]

Im Bericht über die menschliche Entwicklung für 2015 wird der Frauenbeteiligungsindex nicht weiter verfolgt; hier konzentriert sich das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen auf folgende zwei Indizes zur Gleichstellung der Geschlechter:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zum Thema ‘Der Zusammenhang zwischen Gleichstellung, Wirtschaftswachstum und Beschäftigungsquote’ (Sondierungsstellungnahme e) (PDF), abgerufen am 13. April 2018. In: Amtsblatt der Europäischen Union. C318, S. 18.
  2. Schlussbericht der Enquete-Kommission Globalisierung der Weltwirtschaft – Herausforderungen und Antworten. Abschnitt 6.1.1 Geschlechtsspezifische Problemlage. Archiviert vom Original am 13. Dezember 2009; abgerufen am 13. April 2018.
  3. Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (Hrsg.): Bericht über die menschliche Entwicklung 2009. UNO-Verlag Vertriebs- und Verlags-GmbH, Berlin 2009, ISBN 978-3-923904-65-5 (online [PDF; 6,6 MB] Veröffentlicht für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen; Teile in Englisch). Hier S. 242.
  4. United Nations Development Programme (Hrsg.): Human Development Report 2000. Oxford University Press, New York 2000, ISBN 0-19-521678-4 (englisch, online [PDF; 2,5 MB]). Hier S. 155.
  5. Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (Hrsg.): Bericht über die menschliche Entwicklung 2009. UNO-Verlag Vertriebs- und Verlags-GmbH, Berlin 2009, ISBN 978-3-923904-65-5 (online [PDF; 6,6 MB] Veröffentlicht für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen; Teile in Englisch). Hier S. 218–222.
  6. Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (Hrsg.): Bericht über die menschliche Entwicklung 2007/2008. UNO-Verlag Vertriebs- und Verlags-GmbH, Berlin 2007, ISBN 978-3-923904-64-8 (online [PDF; 10,1 MB] Veröffentlicht für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen; Teile in Englisch). Hier S. 384–387.