Georg Otto

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Georg Otto (* 6. August 1928 in Großenhain) ist ein pensionierter Gymnasiallehrer aus Eberholzen, der Mitbegründer der politischen Partei Die Grünen war. Ferner begründete er die Quartalszeitschrift „Alternativen“. Noch heute ist Otto der Sprecher des liberal-sozialen Flügels der Grünen und Vorsitzender der „Aktion Dritter Weg“ (A3W).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich aus dem sozial-ökologisch ausgerichteten „Bund freisozialer Lebensreformer“ kommend, kandidierte Georg Otto 1969 für die Freisoziale Union zum Bundestag. 1971 wurde er Vorsitzender für den Landesverband Niedersachsen des Weltbundes zum Schutz des Lebens.

Nach einer kurzzeitigen SPD-Mitgliedschaft wurde Otto auf einer GLU-Landesdelegiertenversammlung im Juli 1978 Vorsitzender der Grünen Liste Umweltschutz (GLU) in Niedersachsen, die als eine der ersten Landesparteien der Grünen-Liste bei der niedersächsischen Landtagswahl im Juni 1978 mit 3,86 Prozent einen Achtungserfolg erzielt hatte.

Otto war zuvor bereits Sprecher der regionalen Grünen Umweltschutzliste, die aus dem liberal-sozialen Arbeitskreis Dritter Weg in Hildesheim hervorging und bereits 1976 als erste grüne Umweltschutz-Liste bei den niedersächsischen Kommunal- und Kreistagswahlen im Kreis Hildesheim antrat und ein Mandat erreichte. 1980 war Otto Mitbegründer der Grünen Bundespartei und Organisationsleiter des ersten Bundesvorstandes.

Ende 1999 begründete Otto die Zeitschrift „Alternativen für eine ökologische, soziale, basis-demokratische und gewaltfreie Gesellschaft“, in der verschiedene wirtschaftstheoretische Modelle wie z.B. von Silvio Gesell vorgestellt werden. Außerdem wirkte er beim Aufbau der „Alternative Dritter Weg – A3W“ als außerparlamentarische Bewegung mit, aus der erstmals zur Bundestagswahl 2009 Einzelbewerber wie Frank Schepke kandidierten.

Otto arbeitete eng mit Tristan Abromeit zusammen, der ebenfalls zu den Mitbegründern der Grünen gehört und sich für einen dritten Weg zwischen Kommunismus und Kapitalismus einsetzte. Beim grundlegenden Programmkongress der Grünen im März 1980 in Saarbrücken konnten sich Otto und Abromeit aber mit ihrer Position nicht durchsetzen.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zehn Jahre grüne Politik. Wege aus der Krise der Grünen, Eberholzen 1988.
  • Ökologie und Ökonomie, Rhade 1991, Anders-Leben-Verlag, ISBN 3-927501-04-2.
  • Warum der Marxismus scheitern musste. Widersprüche zwischen Mehrwerttheorie - Grundlage der realsozialistischen Versuche - und der Geldtheorie von Marx - Basis eines Sozialismus in Freiheit?, Rhade 1991, Anders-Leben-Verlag, ISBN 3-927501-03-4.
  • Führt der „dritte Weg“ der PDS in den demokratischen Sozialismus oder in einen Sozialkapitalismus?, Eberholzen 1995 (PDF).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Stöss: Die Freisoziale Union, in Parteien-Handbuch, Opladen 1984, S. 1397–1423 (hier S. 1412 Fn. 45, Kurzbiografie)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]