George Allen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter George Allen (Begriffsklärung) aufgeführt.
George Allen

George Felix Allen (* 8. März 1952 in Whittier, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Politiker. Der Republikaner war von 1994 bis 1998 Gouverneur von Virginia und 2001 bis 2007 einer der beiden Senatoren für den Staat Virginia.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allen wurde in Kalifornien geboren und wuchs dort auf, siedelte jedoch im Alter von 19 nach Virginia über. Sein Vater war ein berühmter NFL-Footballtrainer. Von 1974 bis 1977 besuchte er die University of Virginia School of Law und ist heute Rechtsanwalt.

Von 1982 bis 1991 war er gewählter Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Virginia (Virginia House of Delegates). Allen vertrat den Staat Virginia als Abgeordneter im Repräsentantenhaus von 1991 bis 1993. Im November 1993 wurde er zum Gouverneur von Virginia gewählt und er nahm dieses Amt für eine Amtsperiode von 1994 bis 1998 wahr. Eine Wiederwahl war in Virginia durch Gesetz ausgeschlossen. 2001 schließlich zog er in den Senat ein, wobei er Chuck Robb, den Schwiegersohn des ehemaligen Präsidenten Lyndon B. Johnson, schlug. Seine Amtszeit endete, nachdem er die Senatswahlen am 7. November 2006 in einem äußerst knappen Rennen gegen den demokratischen Herausforderer Jim Webb verlor.[1] Vor der verlorenen Senatswahl galt Allen neben John McCain als einer der aussichtsreichsten Kandidaten der Republikaner für die Präsidentenwahl 2008.[2] Im Jahr 2012 bewarb er sich erneut um seinen ehemaligen Senatssitz, verlor aber gegen den Demokraten Tim Kaine.

Rassismus-Vorwürfe und Macaca-Vorfall im Senatswahlkampf 2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 kamen anlässlich der anstehenden Wahlen zum Senat von verschiedenen Publikationen, die eher dem linksliberalen Spektrum zuzuordnen sind (Washington Post, The Nation, The New Republic), Anschuldigungen des Rassismus. Tatsächlich lehnte Allen in der Vergangenheit einen Feiertag zu Ehren von Martin Luther King, jr. ab und erklärte zu seiner Zeit als Gouverneur von Virginia den April zum Gedenkmonat für die Konföderation. Seine zur Schau gestellte Verbundenheit zur Südstaatenflagge wurde ebenso kritisiert, da die Flagge insbesondere unter der schwarzen Bevölkerung für Unterdrückung steht.

Die Rassismusvorwürfe erhielten neue Nahrung als George Allen einen Wahlhelfer seines Herausforders Jim Webb, den dunkelhäutigen Studenten S. R. Sidarth, der eine Rede von Allen auf einer Wahlveranstaltung filmte, mit den Worten:

"This fellow here over here with the yellow shirt, Macaca, or whatever his name is. He's with my opponent. He's following us around everywhere. And it's just great. We're going to places all over Virginia, and he's having it on film and it's great to have you here and you show it to your opponent because he's never been there and probably will never come. […] So, Welcome! Let's give a welcome to Macaca, here. Welcome to America and the real world of Virginia!"

direkt ansprach.

(sinngemäß übersetzt: "Dieser Junge hier vorne in dem gelben Hemd, Macaca, oder wie immer sein Name ist. Er gehört zu meinem Herausforderer. […] Heißen wir Macaca willkommen! Willkommen in den USA und […] Virginia!")

Sidarth ist zwar indischstämmig, jedoch in den USA geboren und aufgewachsen. Er war nach eigenen Angaben der einzige Dunkelhäutige im Publikum.

Allen sagte, dass er sich bei der Bezeichnung Macaca nichts gedacht habe und es eine Erfindung seinerseits gewesen sei. Allerdings sind Macacas zum einen eine Bezeichnung für eine u. a. in Nordafrika beheimatete Affenart und zum anderen ein Begriff, der unter französischen Kolonialherren in Afrika als abwertende Bezeichnung der dunkelhäutigen Einheimischen verwendet wurde. Da Allens Mutter eine in Tunesien aufgewachsene Französin ist, wurde seitens der Medien spekuliert, dass Allen die Herkunft des Begriffes und die Bedeutung kannte.

Allen entschuldigte sich für seine Wortwahl und betonte, dass er nie jemanden beleidigen wollte. Letztendlich hat dieser Vorfall, der in den gesamten USA registriert und diskutiert wurde, jedoch zur Niederlage Allens mit beigetragen. Vor diesem Vorfall hatte er noch einen Vorsprung von 16 Prozent auf seinen Herausforderer Webb.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: George Allen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Democrats win conrol of the senate. Meldung auf MSNBC vom 9. November 2006 (englisch, abgerufen am 11. Dezember 2014).
  2. Christoph Wilp: Kandidatensuche in den USA. Meldung auf n-tv vom 6. März 2007 (abgerufen am 11. Dezember 2014).