Gerhard Strack

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Gerhard Strack
Personalia
Geburtstag 1. September 1955
Geburtsort KerpenDeutschland
Größe 186 cm
Position Libero
Junioren
Jahre Station
1961–1966 Glückauf Habbelrath-Grefrath
1966–1973 SpVg Frechen 20
1973–1974 1. FC Köln
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1974–1985 1. FC Köln 261 (31)
1985–1987 FC Basel 50 0(4)
1987–1988 Fortuna Düsseldorf 17 0(2)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1973–1974 Deutschland Jugend 7 0(2)
1977–1982 Deutschland B 4 0(1)
1982–1984 Deutschland 10 0(1)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Gerhard „Gerd“ Strack (* 1. September 1955 in Kerpen) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Von 1974 bis 1985 absolvierte der kopfballstarke Innenverteidiger in der Fußball-Bundesliga 261 Ligaspiele für den 1. FC Köln und erzielte dabei 30 Tore. Er gewann mit dem 1. FC Köln dreimal den DFB-Pokal (1977, 1978, 1983) und 1978 die deutsche Meisterschaft. Nach der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 wurde er Nationalspieler und nahm an der Fußball-Europameisterschaft 1984 teil.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine, 1961 bis 1988[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Stationen Glückauf Habbelrath-Grefrath (bis 1966) und SpVg Frechen 20 (bis 1973) kam Strack vor Beginn der Saison 1973/74 in die Jugendabteilung des 1. FC Köln. Als A-Juniorenspieler der "Geißbock"-Elf wurde er vom DFB am 14. September 1973 erstmals in die deutsche Jugend-Fußballnationalmannschaft berufen. Zusammen mit Rüdiger Abramczik, Karl Del’Haye und Bernd Förster scheiterte er im April 1974 in der Qualifikation zum UEFA-Juniorenturnier an Rumänien. Mit den A-Junioren des 1. FC Köln zog er unter Trainer Josef Röhrig als Mittelrheinmeister in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft ein. Im Finale setzten sich am 9. Juni in Stade dann aber die Junioren des 1. FC Nürnberg mit 1:0 Toren durch. Strack wurde zur Runde 1974/75 in die Lizenzspielermannschaft aufgenommen und debütierte unter Trainer Zlatko Čajkovski am 24. August 1974 beim Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen in der Bundesliga. Zusammen mit Toni Schumacher (Torhüter), Harald Konopka, Bernd Cullmann und Herbert Hein bildete er die Abwehrformation bei der 0:1-Niederlage der Kölner. Strack absolvierte in seiner ersten Seniorenrunde 18 Bundesligaspiele und erzielte ein Tor. Am 18. September 1974 debütierte er im UEFA-Pokal, als der FC einen 5:1-Erfolg gegen Kokkolan PV feiern konnte.

Seinen ersten großen Erfolg mit Köln feierte der im damals praktizierten 4-3-3-System sowohl als Libero als auch als Vorstopper verwendbare Strack 1976/77. Unter der Regie von "Heimkehrer" Hennes Weisweiler kam er in der Bundesliga nur auf 16 Ligaeinsätze (2 Tore). Doch in den beiden Endspielen um den DFB-Pokal am 28. und 30. Mai in Hannover gegen Hertha BSC stellte er zusammen mit Libero Roland Gerber die Innenverteidigung der Kölner, die sich nach dem 1:1 nach Verlängerung im ersten Spiel zwei Tage später im notwendig gewordenen Wiederholungsspiel mit 1:0 durchsetzten. Als in der folgenden Runde 1977/78 Köln mit dem Double der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte gelang, war Strack in der Bundesliga bereits Stammspieler (32 Einsätze/2 Tore). Außerdem absolvierte er zusammen mit Dieter Müller (8 Tore), Roger Van Gool (7 Tore), Heinz Flohe, Roland Gerber und Herbert Zimmermann alle sieben Spiele bei der Wiederholung des Pokalerfolgs aus dem Vorjahr.

Aus der Saison 1978/79 ragen die beiden Halbfinalspiele im Europapokal der Landesmeister gegen Nottingham Forest heraus. Am 4. Juni 1980 bestritt Strack sein drittes DFB-Pokalfinale, verlor mit seiner Mannschaft aber mit 1:2 Toren gegen den rheinischen Rivalen Fortuna Düsseldorf. Unter dem neuen Trainer Rinus Michels gehörte er am 5. November 1980 der Kölner Elf an, die im UEFA-Pokal sich mit 4:0 Toren beim FC Barcelona durchsetzen konnte, Strack traf dabei zur 1:0-Führung. Mit der niederländischen Trainergröße reichte es 1981/82 (32 Spiele/6 Tore) noch einmal zur Vizemeisterschaft und am 11. Juni 1983 durch einen 1:0-Erfolg gegen den Lokalrivalen SC Fortuna Köln zum dritten DFB-Pokalsieg. Strack agierte dabei als Libero, Paul Steiner war Vorstopper der "Geißböcke".

Am 3. April 1985 beim 2:1-Auswärtserfolg bei Fortuna Düsseldorf bestritt der 1,86 m große Abwehrchef auf der Liberoposition sein letztes Bundesligaspiel für den 1. FC Köln. Unter Trainer Hannes Löhr hatte er in der Saison 1984/85 17 Ligaspiele absolviert. Er beendete nach 261 Bundesligaspielen – insgesamt 339 Pflichtspiele (46 Tore)[1] – im Sommer 1985 seine aktive Zeit in Köln und wechselte in die Schweiz zum FC Basel.

Der vormalige Erfolgstrainer Helmut Benthaus war dort 1985 vom VfB Stuttgart nach Basel zurückgekehrt, den Erfolg konnte er aber den Rot-Blauen nicht einimpfen. Mit René Botteron, Adrian Knup, Thomas Süss, Marco Schällibaum, Beat Sutter und Strack standen zwar gute Einzelspieler zur Verfügung, aber es reichte nur zu hinteren Mittelfeldplätzen. Strack zog es nach zwei Jahren wieder in die Heimat, er unterschrieb zur Saison 1987/88 bei Fortuna Düsseldorf einen Vertrag für die 2. Bundesliga. Aber 14 Jahre Profifußball hatten ihren Tribut gefordert. Verletzungsbedingt bestritt Strack für die Fortuna unter Trainer Aleksandar Ristić lediglich noch 17 Zweitligaspiele (2 Tore) und beendete seine Spielerkarriere im Sommer 1988.

Der in Hürth wohnhafte Ex-Nationalspieler arbeitete danach freiberuflich als Fußball-Lehrer und war in Fußballschulen eingebunden.

Nationalmannschaft, 1977 bis 1983[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der Kölner Vorstopper und Libero erstmals am 15. November 1977 in der B-Nationalmannschaft zum Zuge gekommen war, folgten in der Saison 1981/82 drei weitere Berufungen in die B-Elf. Am 14. Mai 1982 meldete ihn der DFB in der 40er-Liste für die Fußballweltmeisterschaft 1982 in Spanien an die FIFA. Für eine Nominierung in den 22er-Kader für das WM-Turnier reichte es aber nicht. Im zweiten Länderspiel nach der durchwachsenen WM in Spanien, am 13. Oktober 1982 in London gegen England, debütierte Strack in der A-Nationalmannschaft. Mit der Abwehrformation Manfred Kaltz, Strack, Karlheinz (ab der 5. Minute Holger Hieronymus) und Bernd Förster vor Torhüter Schumacher gelang der DFB-Elf dabei mit Toren von Karl-Heinz Rummenigge ein 2:1-Erfolg. Danach folgten für Strack vier Einsätze in Folge bei den Qualifikationsspielen zur Fußballeuropameisterschaft 1984 in Frankreich gegen Nordirland (0:1), Albanien (2:1), Türkei (3:0) und Österreich (0:0). Nach dem Freundschaftsspiel am 6. September 1983 in Budapest gegen Ungarn (1:1) – es diente als Vorbereitung für die weiteren EM-Qualifikationsspiele – war der Kölner bei den zwei klaren Erfolgen gegen Österreich (3:0) und die Türkei (5:1) jeweils über 90 Minuten im Einsatz. Bei der nicht einkalkulierten 0:1-Heimniederlage am 16. November 1983 in Hamburg im Rückspiel gegen Nordirland wurde er dagegen erst in der 83. Minute für Uli Stielike von Real Madrid eingewechselt. Vier Tage später, am 20. November in Saarbrücken gegen Albanien, spielte er dann wieder von Beginn an als Libero und köpfte in der 80. Minute das entscheidende Tor zum 2:1. Damit war die deutsche Nationalmannschaft für das Turnier in Frankreich qualifiziert.

Strack gehörte zwar dem 20er-Kader für das EM-Turnier in Frankreich an, kam aber unter Bundestrainer Jupp Derwall in den Spielen gegen Portugal (0:0), Rumänien (2:1) und Spanien (0:1) nicht zum Einsatz. Beim Länderspiel am 12. September 1984 in Düsseldorf gegen Argentinien, dem ersten unter dem neuen Teamchef Franz Beckenbauer, stand er zum letzten Mal im Kader der Nationalmannschaft.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 10 Länderspiele, 1 Tor
  • 4 B-Länderspiele, 1 Tor
  • 7 U21-Länderspiele, 2 Tore

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Hardt, Thomas Hohndorf, Bruno Morbitzer, Hubert Dahlkamp, Hardy Grüne: Hennes & Co. Die Geschichte des 1. FC Köln. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2005. ISBN 3-89533-470-7.
  • Matthias Kropp: Deutschlands große Fußballmannschaften. Band 10: 1. FC Köln. AGON Sportverlag. Kassel 1997. ISBN 3-928562-96-7.
  • Jürgen Bitter: Deutschlands Fußball-Nationalspieler. Das Lexikon. Sportverlag, Berlin 1997, ISBN 3-328-00749-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hennes & Co. Die Geschichte des 1. FC Köln. S. 335.