Geringelter Seehase

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Geringelter Seehase
Geringelter Seehase (Aplysia dactylomela)

Geringelter Seehase (Aplysia dactylomela)

Systematik
Ordnung: Opisthobranchia
Unterordnung: Breitfußschnecken (Anaspidea)
Überfamilie: Aplysioidea
Familie: Aplysiidae
Gattung: Aplysia
Art: Geringelter Seehase
Wissenschaftlicher Name
Aplysia dactylomela
S. Rang, 1828[1]

Der Geringelter Seehase (Aplysia dactylomela) ist eine Meeresschnecke der Gattung Aplysia. Charakteristisch ist ein Leopardenlook, der durch schwarze Kreisringe auf der Rückseite auf der hellbeigen, braunen, gelb-braunen, grünen Haut aufgetragen ist. Die Exemplare dieser Art sind mittlerer Größe. Sie kommen in Flachwassergebieten aller subtropischen und tropischer Meere vor.

Merkmale und Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Äußere Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein kriechender Geringelter Seehase an der Küste Fuerteventuras, Kanarische Inseln.

Der Aufbau der Aplysia dactylomela folgt dem aller Seehasen. Es gibt eine Dreiteilung in Kopf, Halsbereich und Hinterleib. Der Kopf hat im Schlundbereich zwei seitwärts abgehende, flächig-eingerollte Tentakel mit Mechano- und Chemorezeptoren, die auf Druck reagieren. Zwischen Kopf und Hals gibt es Rhinophoren, die aus einer unter der Haut liegenden Tasche aus- und bei Gefahr eingefahren können. Die Rhinophoren besitzen am oberen Ende Einkerbungen mit Chemosensoren und Neuronen besetzte Epithelhaut und dienen als olfaktorisches Sinnesorgan. Unter jeder Rhinophore befindet sich ein Auge.

Der Hals verbreitert sich zum Hinterteil. In diesem befinden sich die reduzierte Mantelhöhle mit zentralen Organen wie Herz und Kiemen bedeckt von einer eingewachsenen, in der Evolution atrophierten Schale.

Die seitlichen Parapodiallappen sieht man häufig zum Schutz des Raumes über der Mantelhöhle geschlossen und verleihen ihnen mitunter einen dinosaurierhaftes Aussehen. Die Lappen sind aber nicht zusammengewachsen, sondern können geöffnet werden.

Die Grundfarbe der Tiere reicht von fast farblos beige bis kräftig sandbraun, von hellgrau über grün bis zu dunkelbraun. Charakteristische Oberflächenmuster sind große schwarze Ringe, die ihr eine Art Leopardenlook verleihen. Auffällig sind bei einigen Exemplaren an den Rändern der Parapodiallappen beginnende schwarze, netzwerkartig angeordnete Fadenlinien. Wieder andere Exemplare haben Parapodiallappen mit einem hell-weiß gefärbten Saumstreifen.

Aplysia dactylomela: Schlundöffnung
Aplysia dactylomela: Schlundtentakel, Rhinophoren, aufgestellte Parapodiallappen

Lebensräume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aplysia dactylomela sind Kosmopoliten und kommen in diversen tropischen wie subtropischen Meeren bzw. Gebieten vor. Man spricht daher von einer circumtropische Verbreitung. Sichtungen erfolgten im Atlantik, Pazifik, Indischen Ozean, in der Karibik, im Roten Meer, seit etwa 2002 auch im Mittelmeer.[2]

Die Aplysia dactylomela sind eine benthische Art, das heißt, sie leben in Flachwassergebieten unterschiedlicher Tiefe oder sogar in Gezeitengewässern, das heißt vom Meer bei Ebbe abgeschnittenen Gebieten. Dort halten sie sich in dichter Pflanzevegetation auf, die ihnen als Schutz und Nahrung dient.

Ernährung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hinsicht auf die Ernährung gibt es verschiedene Aussagen. Berichtet wird eine starke Ausrichtung auf Rotalgen, unter anderem der Gattungen Asparagopsis, Laurencia beziehungsweise der Art Acanthophora specifera.[3] Aber auch die Ernährung von Grünalgen wurde beobachtet.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aplysia dactylomela sind Zwitter und besitzen eine Zwitterdrüse. Da sie nicht selbstbefruchtend sind, benötigen sie einen Partner. Die Befruchtung erfolgt wechselseitig in Paaren, oder reihenweise in Ketten. Dabei übernimmt je ein Tier die Rolle des Männchens, ein anderes die des Weibchens. Die Geschlechtsöffnung befindet sich rückseitig (dorsal) zwischen den Parapodiallappen. Das als Männchen agierende Tier führt die Spermien mit einem Penis in die Geschlechtsöffnung des als Weibchen agierenden Tieres ein. Nach der Befruchtung lassen die Tiere Laichschnüre aus. Die Laichschnüre haben die Form geleeartiger Röhren, in denen sich die Eier befinden. Bei der Aplysia dacylomela weisen die Laichschnüre zum Teil ungewöhnliche Farben auf. So wurden gelb-braune, pinkfarbene[4] sowie violettfarbene[5][6] Laichsschnüre gesichtet.

Schutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutz bietet die gute Tarnung. Kreise, Maserung und Oberflächenfarbe lassen sie auf Sand- oder steinigen Böden kaum auffallen. Dies gilt sogar bei spärlichem, aber etwa gleichfarbigem Pflanzenbewuchs.

Quellen und Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • S. Gofas, J. Le Renard, P. Bouchet: Mollusca. In: M. J. Costello u. a. (Hrsg.) (2001). European register of marine species: a check-list of the marine species in Europe and a bibliography of guides to their identification. In: Collection Patrimoines Naturels. 50 2001, S. 180–213.
  • D.D. Turgeon, J.F. Quinn, A.E. Bogan, E.V. Coan, F.G. Hochberg, W.G. Lyons u. a.: Common and scientific names of aquatic invertebrates from the United States and Canada: Mollusks. 2. Auflage. American Fisheries Society Special Publication 26. American Fisheries Society, Bethesda, Maryland, USA, ISBN 1-888569-01-8.
  • A.E. Verrill: The nudibranchs and naked tectibranchs of the Bermudas. In: Transactions of the Connecticut Academy of Arts and Sciences. 10, 09-1900; pl.661, S. 545–550.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. S. Rang: Histoire naturelle des Aplysiens, prèmiere famille de l'ordre des Tectibranches. 84pp, Plates 1-24; In: D. Férussac: Histoire naturelle generale et particuliere des Mollusques. Firmin Didot, Paris 1828.
  2. W. B. Rudman: Comment on Re: Aplysia dactylomela from the Canary Islands by Stanley Ramsell. In: Sea Slug Forum. Australian Museum, Sydney 6. März 2008; (online)
  3. P. Chen: Feeding preference of Aplysia dactylomela. In: Sea Slug Forum. Australian Museum, Sydney 26. Oktober 2001. (online)
  4. V. Padula: Re: Aplysia dactylomela and its egg-mass. In: Sea Slug Forum. Australian Museum, Sydney 10. Juli 2008. (online)
  5. M. Poddubetskaia: Aplysia dactylomela and its egg-mass. In: Sea Slug Forum. Australian Museum, Sydney 10. März 2004. (online)
  6. A. Greco: Aplysia dactylomela egg masses from the Mediterranean. In: Sea Slug Forum. Australian Museum, Sydney 12. August 2008. (online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Aplysia dactylomela – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien