Grafschaft Sayn-Altenkirchen

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Sayn-Altenkirchen, 1805

Die Grafschaft Sayn-Altenkirchen war ein ehemaliges reichsunmittelbares Territorium des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Gebiet des Westerwaldes im heutigen Rheinland-Pfalz. Die Grafschaft entstand 1652 durch Erbteilung aus der Grafschaft Sayn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altenkirchen im Westerwald gehörte schon seit dem 12. Jahrhundert zur Grafschaft Sayn und entwickelte sich, begünstigt durch die saynische Städtepolitik im 14. Jahrhundert[1], zu einem der städtischen Mittelpunkte der Grafschaft. 1561 kam es zur Einführung der Wittenberger Reformation durch die Grafen von Sayn.[2] Graf Heinrich IV. ließ 1586 das Schloss Altenkirchen errichten, das 1862 abgerissen wurde. Mit ihm starben 1606 die Grafen von Sayn-Sayn im Mannesstamm aus. Danach kam Altenkirchen an die Grafen von Sayn-Wittgenstein. Nach dem Tode des letzten Grafen von Sayn-Wittgenstein-Sayn 1636 erbten dessen beide Schwestern die Grafschaft und teilten sie 1652 schließlich in Sayn-Hachenburg und Sayn-Altenkirchen.

Johannette von Sayn war in zweiter Ehe mit Herzog Johann Georg von Sachsen-Eisenach verheiratet. Bei diesem Geschlecht blieb die Grafschaft bis 1741[3]. Ihre Erben waren die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, welches 1791 Preußen angegliedert wurde. Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses im Februar 1803 wurde die Grafschaft dem Fürstentum Nassau-Usingen zugesprochen, das 1806 zusammen mit Nassau-Weilburg zum Herzogtum Nassau erhoben wurde.

Mit dem Wiener Kongress fiel Sayn-Altenkirchen 1815 wieder an Preußen und ging als Kreis Altenkirchen im preußischen Regierungsbezirk Koblenz auf. 1946 wurde das Gebiet Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Dahlhoff: Geschichte der Grafschaft Sayn, Dillenburg 1874.
  • Daniel Schneider: Das Mühlengewerbe in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen, 59. Jahrgang, 2016, S. 219-237.
  • Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen, 58. Jahrgang, 2015, S. 74-80.
  • Daniel Schneider: Die Landstände in der Grafschaft Sayn sowie in Sayn-Altenkirchen und Sayn-Hachenburg, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte, 33. Jahrgang, 2007, S. 213-229.
  • Daniel Schneider: Die Städtepolitik der Grafen von Sayn im Spätmittelalter, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte, 41. Jahrgang, 2015, S. 33-49.
  • M. Spindler, A. Kraus: Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, München 1997. ISBN 3-406-39451-5.
  • Gerhard Taddey: Lexikon der deutschen Geschichte, Stuttgart 1998. ISBN 3-520-81303-3.
  • Kreisverwaltung Altenkirchen (Hrsg.): Land an Sieg und Wied. Heimatkunde des Kreises Altenkirchen, Wissen 1987.
  • Daniel Schneider: Die Geschichte der Ortsgemeinde Obererbach (Westerwald). Die Ortschaften Hacksen, Niedererbach, Obererbach und Koberstein vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 2 Bände, Obererbach 2009, ISBN 978-3-00-027494-7 (mit Zusammenfassung der Entwicklung der Grafschaft Sayn-Altenkirchen).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Daniel Schneider: Die Städtepolitik der Grafen von Sayn im Spätmittelalter, S. 33-49.
  2. Zur konfessionellen Entwicklung vgl. Daniel Schneider: Die Entwicklung der Konfessionen in der Grafschaft Sayn im Grundriss, S. 74-80.
  3. Eckard Hanke: Der Landkreis Altenkirchen entsteht (1816). In: Pädagogisches Zentrum des Landes Rheinland-Pfalz / PZ des Landkreises Altenkirchen (Hrsg.): Der Landkreis Altenkirchen. Unterrichtsmaterialien zur Geschichte des Kreises (= PZ-Information Geschichte). Nr. 5/91 1991, ISSN 0170-7272, S. 2.