Grenzstrang

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Spinalnerven (waagrecht) und Grenzstrang (senkrecht, schematisch)

Der Grenzstrang (lat. Truncus sympathicus) ist eine Kette untereinander in Längsrichtung verbundener Ganglien an den Wirbelkörpern des Rumpfes. Er gehört zum Sympathikus.

Die Zellkörper der sympathischen Nervenzellen liegen im Nucleus intermediolateralis (Seitenhorn) in der grauen Substanz in der Brust- und Lendenregion des Rückenmarks. Deren Axone (Nervenfortsätze) verlassen den Wirbelkanal und ziehen über den weißen Verbindungsast (Ramus communicans albus) zu dem jeweiligen segmentalen Grenzstrangganglion (auch Paravertebralganglion, Ganglion paravertebrale).

Die Grenzstrangganglien werden ihrer Lage nach in Halsganglien (Ganglia cervicalia), Brustganglien (Ganglia thoracica), Bauchganglien (Ganglia lumbalia) und Steißganglien (Ganglia sacralia) eingeteilt.

Beim Menschen gibt es drei Halsganglien: das obere (Ganglion cervicale superius), das mittlere (Ganglion cervicale medium), das allerdings inkonstant – also manchmal nicht vorhanden – ist und das untere Halsganglion (Ganglion cervicale inferius). Das Ganglion cervicale inferius und das oberste Brustganglion verschmelzen zum größeren Ganglion cervicothoracicum oder Ganglion stellatum. In der Veterinäranatomie wird das obere und mittlere Halsganglion nicht zum Grenzstrang gerechnet. Auch hier ist letzteres nicht immer makroskopisch deutlich. Das obere Halsganglion, bei Tieren als Ganglion cervicale craniale bezeichnet, ist bei den meisten Säugetieren über den Truncus vagosympathicus an den Grenzstrang angeschlossen.

Die Fasern für die Paravertebralganglien des Kreuz- und Steißabschnitts stammen aus dem Lendenteil des Rückenmarks.

Von den Paravertebralganglien gibt es zwei prinzipielle Wege:

  1. Die Fasern werden auf das zweite Neuron umgeschaltet. Dieses ist markarm und zieht über den grauen Verbindungsast (Ramus communicans griseus) zurück zum jeweiligen Spinalnerven oder direkt zu den inneren Organen. Für den Hals ziehen die Neurone vom Ganglion stellatum über den Nervus vertebralis entlang der Halswirbelsäule. Von diesem gehen jeweils sympathische Fasern zu den Halsnerven.
  2. Ein Teil der Nervenfasern durchzieht die Paravertebralganglien und wird erst in sekundären, den Prävertebralganglien umgeschaltet. Diese Ganglien sind das Ganglion coeliacum, das Ganglion mesentericum superius (craniale) und das Ganglion mesentericum inferius (caudale). Von hier ziehen die Fasern zu den inneren Organen. Vom Ganglion cervicale superius geht die gesamte sympathische Versorgung des Kopfes aus.