Griechischer Oregano

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Griechischer Oregano
Starr 070906-8860 Origanum vulgare subsp. hirtum.jpg

Griechischer Oregano (Origanum vulgare subsp. hirtum)

Systematik
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Gattung: Dost (Origanum)
Art: Oregano (Origanum vulgare)
Unterart: Griechischer Oregano
Wissenschaftlicher Name
Origanum vulgare subsp. hirtum
(Link) Ietsw.

Griechischer Oregano (Origanum vulgare subsp. hirtum, griechisch Ελληνική ρίγανη) ist eine Unterart der Pflanzenart Oregano (Origanum vulgare) in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Diese Oregano-Unterart wird von Seidemann[1] auch Falscher Staudenmajoran, Griechischer Dost, Italienischer Dost und Pizza-Oregano genannt. Sie ist eine Gewürzpflanze und eng mit Origanum vulgare subsp. virens, dem Wilden Majoran und Origanum vulgare subsp. viride, dem Falschen Staudenmajoran, verwandt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu anderen Oregano-Arten blüht der echte Griechische Oregano ebenso wie Kretischer Oregano (Oregano samothrake) weiß, nicht etwa wie der Sommer-Majoran rosa. Schon an den Blättern, die stark behaart sind, erkennt man, dass diese Art aus einem trockenen und heißen Klima stammt. Die Behaarung dient zum Schutz vor Austrocknung und schattiert die Blattoberfläche, dadurch erscheint sie auch farblich leicht silbrig-grau. Als Bienenweide ist er sehr beliebt.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Mazedonien, Griechenland, Zypern und die Türkei.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstbeschreibung erfolgte 1822 unter dem Namen durch Heinrich Friedrich Link in Enumeratio Plantarum Horti Regii Berolinensis Altera, 2, S. 114.[2] Weitere Synonyme für Origanum vulgare subsp. hirtum (Link) Ietsw. sind: Origanum heracleoticum, Origanum smyrneaeum.

Anbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Griechische Oregano ist mit am winterhärtesten und kann sowohl über Samen als auch durch Teilung der Stauden vermehrt werden.[3] 1 g Samen entsprechen etwa 15.000 Korn und reichen für zirka 7.000 Pflanzen. Die Mindestkeimfähigkeit sollte unter Standardbedingungen bei 60 % liegen, das handelsübliche frische Saatgut hat selten 75 %, meist jedoch über 80-85 % Keimfähigkeit. Aussaat im Freiland von Anfang April bis Mai.[4] Oregano ist ein Dunkelkeimer und keimt bei 23 °C in 14 Tagen. Die Kulturdauer von Aussaat bis erster Ernte beträgt im Sommer etwa 7 Wochen. Anbau unter mediterranem Klima bringt Ernten mit mehr Aroma als unter kontinentalem Klima.[5]

Oregano in der Küche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Griechische Oregano ist noch vor dem Syrischen Oregano (Origanum maru) derjenige mit dem intensivsten und besten Duft und Geschmack, der auch durch das Kochen nicht verloren geht. Griechischer Oregano hat die beste Qualität hinsichtlich der ätherischen Öle, die für den Geschmack entscheidend sind.[6] Vergleicht man Intensität und Geschmack auf einer Skala von 1 bis 10 so kann man Griechischen Oregano mit 10 und Majoran (Origanum majorana) mit 3 bewerten.

Oregano in der Heilkunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Griechen verwenden noch heute einen Aufguss mit Oregano zur Bekämpfung von Erkältung, zur Magenberuhigung und generellen Unterstützung der Gesundheit.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. Seideman, World Spice Plants, Springer Verlag, ISBN 3-540-22279-0, 2005, S. 266.
  2. a b GRIN - Taxonomy of Plants - Origanum vulgare subsp. hirtum. .
  3. J.J. Frey, Kurze und vollständige Anleitung zur schweizerischen Landwirtschaft ..., 1832, S. 151.
  4. Lindbloms Frö, Katalog, 2004, S. 34.
  5. I. Tsekos u. M. Moustakas, Progress in Botanical Research: Proceedings, 1st Balkan Botanical Congress, ISBN 0-792-35305-6, 1998, S. 74.
  6. K.V. Peter, Handbook of Herbs and Spices, ISBN 1-855-73721-3, 2001, S. 225.
  7. P.N. Kardulias u. M.T. Shutes. Agean Strategies: Studies of Culture and Environment on the European Fringe, ISBN 0-847-68657-4, 1997, S. 217.