Großer Bauhof

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Lage des Großen Bauhofs, rot markiert
Der Große Bauhof, Westseite mit den verbliebenen historischen Wohnhäusern
Der Große Bauhof, Ostseite mit Zeughaus
Der Große Bauhof 1910

Der Große Bauhof ist eine Straße der Lübecker Altstadt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der platzartige Große Bauhof befindet sich im südwestlichen Teil der Altstadtinsel, dem Marien Quartier. Er bildet ein unregelmäßiges Viereck von etwa 80 Metern diagonalem Durchmesser, dessen nördliche Begrenzung die Hartengrube darstellt und das im Süden vom Kleinen Bauhof abgeschlossen wird. Die Ostseite wird komplett von der längsseitigen Fassade des Zeughauses eingenommen. Die Nordost-Ecke des Großen Bauhofs stößt gemeinsam mit der Hartengrube auf das Zusammentreffen von Parade und Domkirchhof, die Südostecke geht unterhalb der Domtürme bei der Einmündung des Kleinen Bauhofs in den Mühlendamm über. An der südwestlichen Ecke mündet die Effengrube in den Großen Bauhof ein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heutige Große Bauhof wird 1263 erstmals mit dem lateinischen Namen Apud sanctum Nicolaum (Bei St. Nikolaus, also dem Lübecker Dom) urkundlich erwähnt. In der Folgezeit wechselt seine Bezeichnung häufig:

  • 1295: Sub monte prope capellam Sancti Johannis (Unterhalb des Hügels bei der St.-Johannes-Kapelle, also St. Johann auf dem Sande)
  • 1318: Sub monte Sancti Nicolai (Unterhalb des Hügels von St. Nikolaus)
  • 1473: Tegen der Sagekulen over (Gegenüber der Sägekuhle, also dem Ort, an dem Platz, an dem das städtische Bauholz zugesägt wurde)
  • 1608: Up St. Johans Barge (Auf dem Berg von St. Johann)
  • 1700: Sägekuhle
  • 1787: Die Sagekuhl (Die Sägekuhle)

Da der Platz schon seit dem Mittelalter vom benachbarten städtischen Bauhof zum Zerteilen der Baumstämme genutzt wurde, erhielt er bei der amtlichen Benennung 1852 seinen bis heute gültigen Namen.

Die historische Randbebauung des Großen Bauhofs wurde beim Bombenangriff am 29. März 1942 zu etwa drei Vierteln vernichtet, als die brennenden Turmhelme des Doms hinabstürzten und die Häuser zerstörten.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. Brehmer: Die Straßennamen in der Stadt Lübeck und deren Vorstädten. H. G. Rathgens, Lübeck 1889.
  • W. Brehmer: Lübeckische Häusernamen nebst Beiträgen zur Geschichte einzelner Häuser. H. G. Rathgens, Lübeck 1890.
  • Klaus J. Groth: Weltkulturerbe Lübeck – Denkmalgeschützte Häuser. Über 1000 Porträts der Bauten unter Denkmalschutz in der Altstadt. Nach Straßen alphabetisch gegliedert. Verlag Schmidt-Römhild, Lübeck 1999, ISBN 3-7950-1231-7.
  • Max Hoffmann: Die Straßen der Stadt Lübeck. In: Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde. Jg. 11, 1909, ISSN 0083-5609, S. 215–292 (Auch Sonderabdruck: 1909).

Koordinaten: 53° 51′ 41″ N, 10° 41′ 3″ O