Grundschule Alt-Böckingen

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Grundschule Alt-Böckingen
Boeckingen-reinoehlschule.JPG
Schulform Grundschule
Gründung 1899
Ort Heilbronn
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 8′ 3″ N, 9° 11′ 26″ OKoordinaten: 49° 8′ 3″ N, 9° 11′ 26″ O
Träger Stadt Heilbronn
Schüler 273
Lehrkräfte 19
Leitung Ursula Khilla
Website gs-alt-boeckingen.de

Die Grundschule Alt-Böckingen (bis zum Schuljahreswechsel 2013 Reinöhlschule Grundschule Böckingen, früher Weststraßenschule bzw. Hindenburgschule) im Heilbronner Stadtteil Böckingen ist nach mehreren Strukturveränderungen seit 1968 eine reine Grundschule. Das 1899/1900 erbaute und 1906 erweiterte Gebäude steht unter Denkmalschutz.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im späten 19. Jahrhundert erlebte Böckingen ein starkes Bevölkerungswachstum, da viele Auswärtige zuzogen, um im nahen Heilbronn Arbeit zu finden. Dementsprechend stiegen auch die Schülerzahlen stark an und die 1878 erbaute Friedenstraßenschule reichte bald nicht mehr aus. In den Jahren 1899/1900 wurde unter Schultheiß Karl Rein an der damaligen Weststraße, der heutigen Ludwigsburger Straße, die sogenannte Weststraßenschule als das zweite Schulgebäude Böckingens nach Plänen des Oberamtsbaumeisters Ecker und des Baumeisters August Mogler erbaut.[2] Der Schulbau kostete 115.000 Reichsmark (etwa 750.000 Euro) . Das Schulgebäude verfügte damals über zwölf Klassenzimmer. Bereits 1906 war eine Erweiterung der Schule um weitere sechs Klassenzimmer nötig.

Die Weststraßenschule war zunächst überwiegend eine Knabenschule, da die meisten Mädchenklassen vorerst in der Friedenstraßenschule verblieben.[3] Rektor an der Weststraßenschule war auch der spätere Böckinger Ehrenbürger Eduard Bader von 1915 bis 1924.

Die Schule hieß in den Jahren 1933 bis 1945 Hindenburgschule,[4] nach 1945 nannte man die Schule wieder Weststraßenschule. 1952 wurde die Schule nach Friedrich Reinöhl benannt, der von 1912 bis 1919 Direktor des ehemaligen Heilbronner Lehrerseminars und später Präsident der Ministerialabteilung für das Volksschulwesen in Württemberg war.[5] Am 15. September 1956 wurde die neue Turnhalle der Reinöhlschule eingeweiht.[6] 1960 wurde die Schule für rund 490.000 DM (etwa 1.110.000 Euro) umgebaut.[7] 1963 war die Schule stark überlastet, so dass zahlreiche Schüler aus Böckingen-Süd die im nördlichen Böckingen gelegene Grünewaldschule besuchen mussten, die in Folge auch überlastet war. Als Abhilfe wurde 1964 der Bau der Fritz-Ulrich-Schule im Längelter beschlossen.[8] 1968 wurde die Reinöhlschule in eine Grundschule umgewandelt. 1982 betrug der Ausländeranteil an der Schule 53 %.[9]

Nach einem Beschluss des Heilbronner Stadtrats im November 2012 wurde die Schule ab dem Schuljahr 2013/2014 in Grundschule Alt-Böckingen umbenannt.[10] Grund hierfür war, dass der bisherige Namensgeber der Schule, Friedrich Reinöhl, Befürworter der Rassehygiene war und deshalb nicht länger als Vorbildsperson, nach der man eine Schule benennen sollte, anerkannt werden konnte.

Lehrer an der Weststraßenschule 1907/1920[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weststraßenschule [11]
Knabenschule 1907 Gemischte Schule 1907 Knabenklassen 1920 Mädchenklassen 1920
Oberlehrer Bosch Oberlehrer Bosch Hauptlehrer Lehle Hauptlehrer Hanselmann
Schullehrer Hartenstein Schullehrer König Hauptlehrer Sihler Hauptlehrer Veeh
Schullehrer Fauser Schullehrer Klöpfer Hauptlehrer Kraft Hauptlehrer Häfele
Schullehrer Walz Unterlehrer Thier Hauptlehrer Scheu Hauptlehrerin Assenheimer
Unterlehrer Bühler Hauptlehrer Bernecker Unterlehrer Böhringer
Unterlehrer Reuer Hauptlehrer Eisenbraun Unterlehrerin Gräter
Unterlehrer Blank Unterlehrer Gutekunst Unterlehrerin Göhring
Arbeitslehrerin Gräter
Arbeitslehrerin Bender

Rektoren der Schule ab 1915[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rektoren der Schule
Jahr Rektor
1915–1924: Eduard Bader[12]
1924–1944: Jacob Collmer
1945–1946: Oberlehrer Otto Bosch war kommissarischer Schulleiter[13]
1946–1950: Hermann Stoll
1951–1958: Karl Krafft
1958–1961: Gustav Holzwarth
1961–1963: Otto Kraft
1963–1968: Ernst Liebendörfer
1968–1984: Gerhard Schweikert
1984–2004: Ulrich Häcker[14]
2005–2010: Eberhard Schulze[15]
seit 1. September 2010: Ursula Khilla

Besondere Angebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterstützt durch die ansässigen Vereine Rotary-Club und Lions-Club wird seit einigen Jahren eine Sprachförderung für Eltern der künftigen Schulanfänger durchgeführt. Wöchentlich finden Unterrichtsstunden für Eltern von Schulkindern mit Migrationshintergrund statt.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Julius Fekete, Simon Haag, Adelheid Hanke, Daniela Naumann: Denkmaltopographie Baden-Württemberg. Band I.5: Stadtkreis Heilbronn. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1988-3, S. 172–173.
  2. Böckingen am See. Ein Heilbronner Stadtteil – gestern und heute. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 1998, S. 417 (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Heilbronn. Band 37)
  3. ebenda, S. 415
  4. ebenda, S. 424
  5. ebenda, S. 424
  6. Helmut Schmolz, Hubert Weckbach (Hrsg.): Heilbronn mit Böckingen, Neckargartach, Sontheim. Die alte Stadt in Wort und Bild. Band 2. Konrad, Weißenhorn 1967 (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Heilbronn. Band 15), Nr. 94 Böckingen, Allenschule (jetzt Grünewaldschule), Grundsteinlegung, 1912
  7. Bericht über städtische Bauvorhaben, Stadt Heilbronn, Stadtbauamt, Heilbronn 1963, S. 2
  8. Schulplanung 1963, Stadt Heilbronn, Stadtbauamt, Heilbronn 1963, S. 4
  9. Erwin Fuchs: Der wirtschaftliche und soziale Wandel Böckingens in Das warn noch Zeiten… und Böckingen heute?, 1982
  10. Reinöhlschule wird umbenannt (Zeitungsartikel)
  11. Böckingen am See. Ein Heilbronner Stadtteil – gestern und heute. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 1998 (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Heilbronn, 37) S. 415 u. S. 418
  12. Böckingen am See. Ein Heilbronner Stadtteil – gestern und heute. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 1998, S. 424 (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Heilbronn. Band 37)
  13. Böckingen am See. Ein Heilbronner Stadtteil – gestern und heute. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 1998, S. 425 (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Heilbronn. Band 37)
  14. PDF bei www.heilbronn.de@1@2Vorlage:Toter Link/www.heilbronn.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  15. PDF bei www.heilbronn.de@1@2Vorlage:Toter Link/www.heilbronn.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]