Dobre Miasto

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Dobre Miasto
Wappen von Dobre Miasto
Dobre Miasto (Polen)
Dobre Miasto
Dobre Miasto
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Olsztyn
Geographische Lage: 53° 59′ N, 20° 24′ OKoordinaten: 53° 59′ 9″ N, 20° 23′ 46″ O
Einwohner: 10.455
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 11-040
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NOL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 51: (Russland -) Bezledy - Lidzbark WarmińskiOlsztyn - Olsztynek
DW 507: Braniewo - Orneta - Dobre Miasto
DW 530: Ostróda - Dobre Miasto
Schienenweg: PKP-Linie 221: BraniewoGutkowo (- Olsztyn)
Nächster int. Flughafen: Danzig
Kaliningrad
Sołectwo
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 24 Ortschaften
22 Schulzenämter
Fläche: 258,70 km²
Einwohner: 16.117
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2814033
Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Stanisław Trzaskowski
Adresse: ul. Warszawska 14
11-040 Dobre Miasto
Webpräsenz: www.dobremiasto.com.pl



Dobre Miasto [ˈdɔbrɛ ˈmʲastɔ] (deutsch Guttstadt) ist eine Stadt im Powiat Olsztyński (Allensteiner Distrikt) der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Im Jahr 2008 hatte sie 10.483 Einwohner (2008).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der historischen Region Ostpreußen, an der Alle (poln. Łyna), etwa 25 Kilometer nördlich von Allenstein (Olsztyn). Südlich der Stadt erstreckt sich die Allensteiner Seenplatte als Teil des Masurischen Seengebietes.

Durch Dobre Miasto verläuft die Landesstraße 51 zum 90 Kilometer entfernten polnisch-russischen Grenzübergang zur Oblast Kaliningrad. Ein Bahnanschluss ist durch die Strecke Olsztyn–Braniewo (Braunsberg) gegeben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guttstadt südöstlich von Elbing und nördlich von Allenstein auf einer Landkarte von 1908.

1325 wurde der in der Landschaft Gudicus im altpreußischen Bezirk Glottowia (Glottau), einem Untergau von Pogesanien, liegende Ort erstmals als Guthinstat erwähnt. Die Stadt wurde 1326 erbaut.[2] Er war eine Gründung des Bischofs von Ermland mit regelmäßigem Rechteckgrundriss an der Stelle einer altpreußischen Fluchtburg. Die Nachfahren der Ansiedler aus Niederschlesien bewahrten ihre Mundart, so dass in Guttstadt bis 1945 eine niederschlesische Sprachinsel existierte. Der Name leitete sich von prußisch „gudde“ Gebüsch ab. Der Name wurde nach mittelalterlicher Gewohnheit in wörtlicher Übersetzung aus dem Deutschen zu Bona Civitas latinisiert und im 16. Jahrhundert von den polnischen Ansiedlern, die nach dem Reiterkrieg die benachbarte Gegend rings um Allenstein besiedelten, zu Dobre Miasto polonisiert. 1329 erhielt Guttstadt das Kulmische Stadtrecht und 1371 ein Rathaus.

Zwischen 1347 und 1811 war Guttstadt Sitz eines Kollegiatstifts. Um 1782 befand sich bei der Hauptkirche ein Domkapitel von fünf Domherrn.[2]

Die Stadt gehörte zwischen dem Thorner Frieden von 1466 und 1772 zu dem vom Deutschordensstaat übriggebliebenen Teil Preußens, der gezwungen war, die Lehnshoheit der polnischen Krone anzuerkennen. Durch die Erste Teilung Polen-Litauens 1772 wurden östliche und westliche Teile Preußen unter Friedrich II. von Preußen in dem Maße wiedervereinigt, wie diese Teile zur Zeit des Deutschordensstaats miteinander verbunden gewesen waren. Guttstadt gehörte seither zu Preußen, dort von 1818 bis 1945 zum Landkreis Heilsberg der Provinz Ostpreußen. Die Stadt war ein Garnisonsstandort, der 1782 drei Kompanien Infanterie beherbergte.[2]

Anfang Juni 1807 befand sich während des Vierten Koalitionskrieges in Guttstadt das Hauptquartier der verbündeten Preußen und Russen während der Kämpfe mit napoleonischen Truppen an der Alle und um Heilsberg, die mit dem Rückzug der Russen nach Bartenstein endeten. Am 9. Juni übernachtete der Usurpator Napoleon Bonaparte im Gebäude des Kollegiatstifts.

Die einzige Synagoge des Ortes, erbaut im Jahre 1855, wurde am 9. November 1938 niedergebrannt und die Jüdische Gemeinde Guttstadts gezwungen, das Gebäude an die NSDAP zu verkaufen.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt im Frühjahr 1945 teilweise zerstört, blieb jedoch in ihren Grundzügen erhalten. Nach Kriegsende wurde Guttstadt zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens unter polnische Verwaltung gestellt. Es begann die Zuwanderung polnischer Zivilisten, die sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen deutschen Stadtbewohner bemächtigten. Guttstadt erhielt es den polnischen Namen Dobre Miasto. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1782 über 2.300 [2]
1831 3.141 Deutsche[3]
1875 4.350 [4]
1880 4.487 [4]
1890 4.504 davon 399 Evangelische und 212 Juden[4]
1910 5.039
1933 5.421 [4]
1939 5.976 [4]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Dobre Miasto gehören 22 Ortsteile (deutsche Namen bis 1945)[5] mit einem Schulzenamt:

  • Barcikowo (Battatron)
  • Bzowiec (Beiswalde)
  • Cerkiewnik (Münsterberg)
  • Głotowo (Glottau)
  • Jesionowo (Eschenau)
  • Kabikiejmy Górne (Ober Kapkeim)
  • Kabikiejmy Dolne (Unter Kapkeim)
  • Knopin (Knopen)
  • Kosyń (Kossen)
  • Kunik (Windenhof)
  • Łęgno (Lingenau)
  • Mawry (Mawern)
  • Międzylesie (Schönwiese)
  • Nowa Wieś Mała (Neuendorf bei Guttstadt)
  • Orzechowo (Nußtal)
  • Piotraszewo (Peterswalde)
  • Podleśna (Klingerswalde)
  • Praslity (Altkirch)
  • Smolajny (Schmolainen)
  • Stary Dwór (Althof)
  • Swobodna (Schwuben)
  • Urbanowo (Zechern)

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind Kłódka (Klutkenmühle) und Wichrowo (Oberförsterei Wichertshof).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die ehemalige Kollegiatskirche und heutige Basilika der Heiligsten Erlöser und Allerheiligen, eine dreischiffige gotische Hallenkirche, wurde von 1357 bis 1389 zusammen mit dem Kollegiatstift errichtet.[6]
  • Die St.-Nikolaus-Kirche wurde von 1736 bis 1741 im spätbarocken Stil erbaut und wird seit 1957 von der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde genutzt.
  • Die ehemalige Evangelische Kirche wurde 1833 eingeweiht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie als Gaststätte genutzt und brannte 1968 aus. Nach der Instandsetzung dient sie als Stadtbibliothek.[7]
  • Der Storchenturm mit Resten der alten Stadtmauer stammt aus dem 14. Jahrhundert.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen. Königsberg/Leipzig 1785, S. 21, Nr. 5.).
  • August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 509, Nr. 101.
  • Nachricht von den kirchlichen Bauten zu Guttstadt in den Jahren 1828 und 29, insbesondere von der am 10. Juni 1829 gefeierten Grundsteinlegung in der dasigen neuen evangel. Kirche. In: Preußische Provinzial-Blätter, band 3, Königsberg 1830, S. 65–72.
  • Mikkels Klussis: Deutsch-Prußisches Grundwörterbuch für nachfolgende Wortschatzrekreation (Mundart Samlands). = Bāziskas prūsiskai-miksiskas wirdeīns per tālaisin laksikis rekreaciōnin. = Prūsų-vokiečių-prūsų kalbų žodynas. Institut Européen des Minorités Ethniques Dispersées mit Unterstützung des deutsch-prußischen Vereins Tolkemita. Biznio Mašinų Kompanijos, Vilnius 1998/99, ISBN 9955-430-06-0.
  • Hans Georg Podehl: 4444 ostpreußische Namen prußisch erklärt. Rautenberg, Leer 1987, ISBN 3-7921-0356-7.
  • Viktor Roehrich: Die Besiedlung des Ermlandes mit besonderer Berücksichtigung der Herkunft der Siedler. In: Zeitschrift für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands. 22, 1926, ISSN 0342-3344, S. 256–279 (Wiederabdruck in: Tolkemita-Texte 62, Dieburg 2002, S. 275 f.).
  • Erich Weise (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Ost- und Westpreußen. Unveränderter Neudruck der 1. Auflage 1966. Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X (Kröners Taschenausgabe 317).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dobre Miasto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. a b c d Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen. Königsberg/Leipzig 1785, S. 21, Nr. 5.).
  3. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 509, Nr. 101.
  4. a b c d e http://www.verwaltungsgeschichte.de/heilsberg.html#ew33hlsbguttstat
  5. Das Genealogische Orts-Verzeichnis
  6. Kolligiatsstift
  7. Evangelische Kirche