Hängeregistratur

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Die Hängeregistratur ist eine Form der Registratur. Sie wurde erstmals 1893 auf der Weltausstellung in Chicago präsentiert.[1] Durch variable Beschriftungslaschen wird, im Gegensatz zum Aktenstapel, ein schneller Zugang zu allen Dokumenten gewährt. In politischen Büros werden so z. B. Zeitungsartikel thematisch zusammengefasst, um bei Bedarf ohne langes Suchen die passenden Artikel zur Hand zu haben. Hängeregistraturen gibt es von kleinen Tischregistraturen mit Platz für Akten in zweistelliger Zahl bis hin zu Regalen mit Platz für Tausende von Akten. Man unterscheidet zwischen vertikaler und lateraler (= Pendel-)Registratur.

Arten von Hängemappen[Bearbeiten]

Es gibt vier Ausführungen, die mit seitlichen sog. »Nasen« versehen sind. Diese bilden das linke und rechte Ende einer Metallschiene, die durch einen umgeklebten Falz an der Oberseite geschoben werden. Hängehefter sind mit einer einzelnen Schiene ausgestattet, Mappen und Sammler mit jeweils einer Schiene am vorderen und am hinteren Deckel. Die Laufbreite der Hängeregistratur beträgt genau 333 mm.

In Hängemappen kann man Unterlagen einfach hineinlegen und die Mappen in der Hängeregistratur abhängen. Nachteil: Papiere können seitlich herausfallen.

Hängetasche, seitlich geschlossen mit „Fröschen“

Hängetaschen sind seitlich mit Gewebe (sogenannten „Fröschen“) geschlossen, damit nichts herausfällt. Praktisch für Loseblattsammlungen. Nach einer Faustregel geht man bei Hängemappen von einer durchschnittlichen Füllhöhe von 10 mm aus. Die normale Hängetasche besteht aus einem gefalteten Kartonblatt und hängt mit dem Falz nach unten. Dieser Falz ist durch weitere Falzungen in diesem Bereich flexibel. Für umfangreiche Sammlungen werden Hängesammler mit eingelegtem Boden (Kunststoff oder eingeklebter starker Karton) für ein Füllvermögen von bis zu 60 mm angeboten.

Hängehefter mit Vollsichtreiter zur Beschriftung

Hängehefter sind im Prinzip Schnellhefter mit Hängevorrichtung. Speziell für diese Anwendung produzierte Schnellhefter haben einen innerhalb einer Markenserie den gleichen Aufdruck wie Hängesammler. Normale Plastik-Schnellhefter werden von verschiedenen Anbietern am Rücken oft mit einer Einschubvorrichtung für eine lose Hängeschiene versehen. Eine detaillierte Organisationsleiste ist dann nicht vorhanden.

Hängeordner sind ähnlich normalen Aktenordnern, das Griffloch zum Ziehen der Akte ist in der Mitte des Rückens angebracht. Die Einhängehaken sind aus Kunststoff oder Metallblech sind klappbar, damit der Ordner auch hingestellt werden kann.

Umgang mit Hängeregistraturen[Bearbeiten]

Die meist aus Manilakarton bestehenden Hängemappen sind serienmäßig mit auf einer Schiene verschiebbaren durchsichtigen Kunststoffreitern an der Oberseite versehen. Diese können an einem aufgedruckten Raster gestaffelt verschoben werden und enthalten Kartoneinlagen für die Beschriftung. So sind auch viele Mappen hintereinander gut erkennbar, pro Reihe sind zu zehn Mappen übersichtlich platzierbar.

Hängemappen sind am Falz (Hängehefter) oder am Vorderdeckel (Hängemappe) mit einem Organisationsaufdruck versehen. Er kann zusätzlich zum Fensterreiter mit Inhaltsangabe für Markierungen mit farbigen flachen Kunststoffreitern genutzt werden. Mehrere Hersteller bieten Leisten über die volle Breite an, die einen Papierstreifen z. B. mit Monats- und Tagesangaben für Terminierungen aufnehmen können. Monats- und Tagesangaben lassen sich mit kleinen farbigen Plastikschiebern markieren. Auf solche Leisten kann je nach System einen Sichtreiter mit Inhaltshinweisen gesteckt werden.

Hängemappen ermöglichen den einfachen Zugriff auf Akten für laufende Bearbeitung am Arbeitsplatz. Büroschreibtische sind häufig mit höheren Auszügen für die Aufnahme von Hängerahmen und -gestellen ausgestattet. Die Verwendung von oben offenen Hängemappen ohne Heftzungen ermöglicht bei der Arbeit schnellen Zugriff auf Dokumente bzw. die schnelle Zwischenablage.

In einer Schreibtischschublade können bei normaler Füllung neben- oder hintereinander etwa 80 Mappen Platz finden. Für die Arbeitsplatzregistratur werden meist rollbare Hängewagen genutzt, die bis zu 160 Vorgänge aufnehmen können. Sie sind dann in zwei Ebenen angeordnet, die untere Hängevorrichtung lässt sich seitlich ausziehen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Spiegel, Nr. 33, 2008, S. 85