Altonaer Fischmarkt

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Veranstaltung Fischmarkt in Hamburg-Altona-Altstadt.
Weitere Bedeutungen siehe: Fischmarkt (Hamburg).
Fischmarkt mit der Fischauktionshalle im Vordergrund
Lage in Hamburg

Der Altonaer Fischmarkt ist ein öffentlicher Markt im Hamburger Stadtteil Altona. Seine Geschichte ist in die Konkurrenz der beiden rivalisierenden Städte Altona/Elbe und Hamburg eingebettet. Heute wird er als Touristenattraktion vermarktet, hat aber dennoch eine ökonomische Funktion.

Geschichte[Bearbeiten]

Altonaer Fischmarkt 1858
Fischmarkt auf der Großen Elbstraße 1899
Hafenbahn-Güterwagen auf der Großen Elbstraße, 1900
Fischmarkt 1901

Vor den Toren Hamburgs siedelten sich seit dem 16. Jahrhundert Fischer und Handwerker an. Nachdem der dänische König Christian IV. 1640 Herzog von Holstein wurde, versuchten die Dänen, der Hansestadt Hamburg Konkurrenz zu machen. 1664 verlieh König Friedrich III. von Dänemark Altona das Stadtrecht. Seit dem Jahr 1703 durfte auch sonntags vor dem Kirchgang in Altona Handel getrieben werden.

Ursprünglich diente der in Altona abgehaltene Markt zur Versorgung der Bürger mit frischem Fisch. Bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert werden auf dem Altonaer Fischmarkt auch Obst, Gemüse und Pflanzen verkauft. Die Besonderheit, auch sonntags früh geöffnet zu sein, liegt allerdings daran, dass der mit den Fangbooten angelandete Fisch bereits morgens vor dem Kirchgang verkauft werden sollte, um ihn möglichst frisch in die herrschaftlichen Küchen zu bekommen.

Vom Bahnhof Altona führte schon 1846 eine Gleisstrecke der Altonaer Hafenbahn zunächst mit einem Seilaufzug über den Geesthang und ab 1876 durch den Schellfischtunnel zum Fischmarkt. Zeitweise erfolgte hier der größte Umschlag an Seefischen und Fischkonserven der auf dem Fischmarktgebiet ansässigen Konservenindustrie für die deutschen Inlandsgebiete. Der Tunnel ist inzwischen geschlossen, kann aber mit begleitenden Führern besichtigt werden.

1896 wurde die Fischauktionshalle in Altona eröffnet, die im Stil einer dreischiffigen Basilika erbaut war. Große Fischdampfer machten den Elbfischern Konkurrenz, ohne die Hilfe des Auktionators hätten die Großhändler zu niedrige Preise durchdrücken können. Bereits in den 1930er Jahren war auch die Auktionshalle technisch 'überholt', der Handel verlagerte sich weiter nach Westen, wo Kühlhallen und Fischfabriken gebaut wurden. Heute wird Fisch in virtuellen Auktionen versteigert, der sonntägliche Fischmarkt versorgt Einheimische mit Schnäppchen und Touristen mit Einkaufserlebnissen.

Sonntäglicher Fischmarkt[Bearbeiten]

Fischmarkt am Sonntagmorgen
Aalverkäufer Günther Burmeister (Aal-Burmeister) auf dem Fischmarkt

Der sonntägliche Fischmarkt findet von 5:00 bis 9:30 Uhr (in der Zeit vom 15. November bis 15. März ab 7:00 Uhr) mit Verkaufsständen unter freiem Himmel auf der Großen Elbstraße in Altona statt. Der Markt erfüllt neben touristischen Aspekten auch eine wichtige wirtschaftliche und soziale Funktion für einheimische Kunden und Händler. Händler oder Marktschreier kommen in erster Linie, um zu verkaufen.

Heutzutage beschränkt sich das Angebot nicht länger auf Lebensmittel. Auch Handyschalen oder Flaggen sind zu kaufen; lebende Hühner, Brieftauben und Kaninchen gehören zum traditionellen Angebot.

Moderne Bebauung in Altona-Altstadt[Bearbeiten]

Das Gelände des sonntäglichen Fischmarkts war nicht immer so schön anzusehen wie heute. Im Juli 1943 wurden die meisten Wohn- und Geschäftshäuser rund um den Fischmarkt bis auf wenige Ausnahmen durch Fliegerbomben völlig zerstört. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts begann die Stadt Hamburg den Wiederaufbau des Platzes, die der Altonaer Spar- und Bauverein und der Bauverein der Elbgemeinden von 1988 bis 1992 umsetzten. Postmoderne Neubauten bilden nun mit den 'Neubauten' der Gründerzeit eine Einheit. Auch der barocke Fischmarktbrunnen von 1742, der hier bis 1864 gestanden hatte, wurde restauriert und wieder auf dem Platz aufgestellt. Die bekrönende Minervastatue schuf der Kieler Bildhauer Hans Kock 1989 als Ersatz für die beschädigte Originalfigur. Neben dem Fischmarkt liegt der 1996 ausgebaute Backsteinbau stilwerk, der ab dem 19. Jahrhundert als Mälzerei diente und gegenwärtig ein Ladenzentrum für Einrichtungs- und Möbeldesign bietet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Günther Freitag, Sonntags bis die Glocke halbe neun, 275 Jahre Altonaer Fischmarkt. Geschichte und Döntjes, Altona 1978
  • Magistrat der Stadt Altona, Altona's Fischereihafen und Fischmarkt 1896, Altona 1896
  • Hannes Bötticher, Cenci Goepel, Komm her hier! Ganze Kiste ein Euro, DAS Fischmarktbuch, Altona 2006, Freistern-Verlag

Weblinks[Bearbeiten]

53.545619.95427Koordinaten: 53° 32′ 44″ N, 9° 57′ 15″ O