Hans Heyden

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Hans Heyden (auch: Haiden; * 19. Januar 1536 in Nürnberg; begraben 22. Oktober 1613 ebenda) war ein deutscher Musikinstrumentenbauer und Organist.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geigenwerk (1625) von Raymundo Truchado im Brüsseler Instrumentenmuseum

Von 1567 bis 1583 war Heyden Organist in Nürnberg und erbaute 1575 das erste Nürnbergische Geigenwerk oder Geigenklavizimbel, welches allen späteren Streichklavieren als Vorbild diente[1]. 1576 wurde das Instrument, in der von Orlandus Lassus geleiteten Münchener Hofkapelle vorgestellt. Beim Geigenwerk werden die Saiten wie bei einer Drehleier zum Schwingen gebracht. Heyden ließ im Jahre 1610 die Beschreibung seines Geigenwerkes unter dem Titel Musicale instrumentum reformatum drucken. Darin beschreibt er die Vorteile des Instruments, wie einen lange anhaltenden Ton, Vibrato und die Möglichkeit Nuancen hervorzubringen[2]. Von den Originalinstrumenten bleiben lediglich die Beschreibungen seines Erbauers und von Michael Praetorius.

Im Brüsseler Instrumentenmuseum befindet sich ein 1625 von Raymundo Truchado in Spanien erbautes Geigenwerk, welches nicht mehr spielbar ist [3].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Baumgartner: Alte Musik: Von den Anfängen abendländischer Musik bis zur Vollendung der Renaissance. Kiesel, Salzburg 1981, ISBN 3-7023-0120-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Horst Seeger: Musiklexikon Personen A–Z. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1981, S. 337.
  2. Heyden 1). In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 8. Altenburg 1859, S. 358 (zeno.org).
  3. Jérome Lejeune: Leitfaden durch die historischen Instrumente. Label Ricercar, RIC 100, 2009.