Happy End (Kurt Marti)

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Die Kurzgeschichte Happy End von Kurt Marti aus dem Jahre 1960 handelt von der brüchigen Beziehung eines Paares, die nach einem Kinofilm mit "Happy End" zu zerbrechen droht, da Mann und Frau sich der harten Realität bewusst werden.

Inhalt[Bearbeiten]

Nachdem der Liebesfilm gut ausgegangen ist, lässt der Mann seine Frau einfach stehen und ergreift die Flucht. Die Frau versucht verzweifelt ihm zu folgen, bis sie ihn schließlich keuchend einholt. Daraufhin wird sie gleich mit dem Grund für seine Flucht konfrontiert. Während seine Frau versucht, sich zu rechtfertigen, reagiert dieser ignorant und abwertend. Das eigentliche Problem der Situation wird dabei unter den Teppich gekehrt.

Interpretation[Bearbeiten]

Das Paar wird durch das "Happy End" des Kinofilms, das mit einem Kuss endet, mit der harten Realität konfrontiert. Beide werden in die Filmillusion hineingezogen und abrupt wieder in die Realität zurückgeholt. Der Mann wird mit dieser Situation nicht fertig und flüchtet aus dem Kino. Damit versucht er der Realität zu entfliehen, um sich dem persönlichen Problem nicht stellen zu müssen. Die emotionale Reaktion der Frau auf das Ende des Filmes gibt ihm Anlass, das eigentliche Problem seiner Reaktion nicht preisgeben zu müssen. Er lenkt von seinem wirklichen Motiv auf ein anderes ab. Die eigentliche Ursache für sein Verhalten wird durch seine Gedanken verdeutlicht. Ganz offensichtlich kann er das Aussehen seiner Partnerin nicht tolerieren. Die perfekt gebaute Schauspielerin in dem Film stellt für ihn ein Ideal dar. Seine Frau lässt sich nicht mit ihr vergleichen und erfüllt damit auch nicht seine Wunschvorstellung. Doch da er die Wahrheit nicht ertragen kann, überspielt er die Realität und nennt seiner Partnerin abwertend einen anderen Grund. Diese reagiert geschockt auf sein schnelles Verschwinden und versucht verzweifelt ihn einzuholen, was sie große Kraft kostet. Als sie ihn schließlich einholt, bekommt sie eine harte Antwort in aggressivem Tonfall. Daraufhin ordnet sie sich automatisch unter und versucht eine Erklärung abzugeben. Ihre emotionale Reaktion auf den Film beruht auf unerfüllten Sehnsüchten. Auch sie wird mit der harten Realität konfrontiert und reagiert auf diesem Wege auf die Desillusionierung durch die Filmwelt. Anhand der Zärtlichkeiten, die die Schauspieler austauschen, wird sie an ihre Sehnsüchte erinnert. Liebe und Geborgenheit fehlen ihr in ihrer Beziehung. Als sie merkt, dass der Mann sie weiterhin ignoriert, gibt sie es schließlich auf sich zu rechtfertigen. Die Situation wird von beiden nicht geklärt und einfach verschwiegen.

Analyse[Bearbeiten]

Die Erzählperspektive ist so gewählt, dass der Erzähler die Gedanken und Empfindungen des Paares kennt und dem Leser mitteilt (Innensicht). Dieses auktoriale Erzählverhalten macht es möglich auch in das Innere beider Personen zu blicken und damit die Motive für das jeweilige Verhalten näher deuten zu können. Der Text weist einen meist parataktischen Satzbau auf, wobei die Sätze einfach geschrieben und für den Leser leicht verständlich sind. Als Stilmittel verwendet der Autor häufig eine Metapher (zum Beispiel „was für ein Klotz von Mann“), um die Empfindungen der Personen zu verdeutlichen.

Textaussage[Bearbeiten]

Die Kombination von Inhalt und der Verwendung einiger Stilmittel lassen auf die Aussage der Kurzgeschichte schließen. Sie verdeutlicht dem Leser die Beziehungssituation des Paares. Die Ursache dieser Situation kristallisiert sich im Laufe der Geschichte deutlich heraus. Beide sprechen nicht über ihre Probleme, Wünsche und Bedürfnisse. Durch den Kinofilm werden beide daran erinnert und verhalten sich dementsprechend. Der Autor will verdeutlichen, dass es in einer Beziehung wichtig ist, über Probleme, Wünsche und Bedürfnisse offen zu reden, um den Zerfall einer Partnerschaft zu verhindern.

Weblinks[Bearbeiten]