Hasenbergturm

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Postkarte des Hasenbergturms um 1890

Der Hasenbergturm war zwischen 1879 und 1943 ein Aussichtsturm auf dem Stuttgarter Hasenberg. Der Turm war 36 Meter hoch, bestand aus rotem Sandstein aus dem Gerlinger Steinbruch, hatte einen Durchmesser von 5,70 Meter und konnte mittels 184 Stufen bestiegen werden. Er war ein beliebtes Ausflugsziel und Wahrzeichen Stuttgarts. Der Ausblick reichte zur Schwäbischen Alb, zu Schwarzwald, Odenwald und Schwäbischem Wald.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1870 beschloss der Verschönerungsverein Stuttgart auf dem Hasenberg den ersten Aussichtsturm Stuttgarts zu errichten. 1878 einigte sich der Verein auf einen Entwurf von August Beyer. Am 6. März 1879, dem 56. Geburtstag von König Karl, wurde der Grundstein gelegt. Die Einweihung des Turmes fand am 15. August 1879 statt. Für den Bau musste der Verschönerungsverein 25.800 Mark aufwenden.

Am 24. März 1943 wurde der Turm von der SS gesprengt, da er anfliegenden Bombern als Orientierungshilfe hätte dienen können. Es verblieb nur ein Turmstumpf. In den 1950er-Jahren bemühte sich der Verein vergeblich um eine Entschädigung zum Wiederaufbau des Turmes. Die Bestrebungen zum Wiederaufbau wurden eingestellt, da sich durch die Aufschüttung des Birkenkopfes aus Trümmern des Zweiten Weltkrieges ein besserer Aussichtspunkt ergeben hat.

Im Jahr 1973 wurde die Hasenberganlage neu gestaltet. Neben dem Turmstumpf findet sich ein Denkmal des Dichters Wilhelm Hauff aus dem Jahr 1882 und Großplastiken von Otto Herbert Hajek in dieser Grünanlage.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Schempp: Kleine Geschichte der Stuttgarter Aussichtstürme. In: Petra Kiedaisch (Redaktion): Türme sind Träume. Der Killesbergturm von Jörg Schlaich. Mit einem Essay von Christoph Hackelsberger. av-Edition, Ludwigsburg 2001, ISBN 3-929638-51-7, S. 18–25, Hasenbergturm S. 19–20.
  • Harald Schukraft: Stuttgarter Straßen-Geschichte(n). 4. Auflage. Silberburg-Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-925344-05-5, S. 146–147.
  • Heinrich Fischbach: Bericht über die Entwickelung und Thätigkeit des Verschönerungsvereins der Stadt Stuttgart in den ersten 25 Jahren seines Bestehens : 1861 – 1886. Stuttgart : Kohlhammer, 1886, Seite 25-27.
  • Unser Hasenbergturm. Ein zwiefach erfreuliches Kapitel. In: Hermann Götz: Der Verschönerungsverein der Stadt Stuttgart 1861 - 1936 : ein Rückblick auf 75 Jahre Arbeit für das Allgemeinwohl. Stuttgart : Scheufele, 1937, Seite 70-74.
  • Unser Hasenbergturm. In: Hermann Götz: Der Verschönerungsverein der Stadt Stuttgart 1861 – 1961 : ein Rückblick auf 100 Jahre Arbeit für das Allgemeinwohl. Stuttgart : Verschönerungsverein Stuttgart, 1961, Seite 36.
  • Jürgen Hagel: Stuttgart vor 125 Jahren : mit einem Rückblick auf 25 Jahre Vereinsarbeit des Verschönerungsvereins der Stadt Stuttgart 1961 – 1986; Jubiläumsschrift des Verschönerungsvereins der Stadt Stuttgart e.V. anläßlich seines 125-jährigen Bestehens. Stuttgart : Scheufele, 1986, Seite 48.
  • Bernd Langner und Wolfgang Kress: Ausblicke nach allen Richtungen. 150 Jahre Verschönerungsverein Stuttgart e. V. 1861–2011. Mit Gedanken zur künftigen Vereinsarbeit von Erhard Bruckmann. Stuttgart : Verschönerungsverein Stuttgart, 2011, Seite 49-52, 97-99, 111-112.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hasenbergturm Stuttgart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hasenbergturm Stuttgart, Aquarell von Pieter Francis Peters nach dem Entwurf des Architekten August Beyer, 1878. Spender, die mindestens 3 Mark in den Turmfonds einzahlten, erhielten als Geschenk einen Druck des Aquarells.

Koordinaten: 48° 45′ 51,59″ N, 9° 8′ 42,08″ O