Haubenliest

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Haubenliest
Haubenliest (Dacelo leachii), Queensland, Australien

Haubenliest (Dacelo leachii), Queensland, Australien

Systematik
Ordnung: Rackenvögel (Coraciiformes)
Familie: Eisvögel (Alcedinidae)
Unterfamilie: Lieste (Halcyoninae)
Gattung: Jägerlieste (Dacelo)
Art: Haubenliest
Wissenschaftlicher Name
Dacelo leachii
Vigors & Horsfield, 1826
Haubenliest, Weibchen. Die Geschlechter lassen sich an der Farbe der Schwanzfedern unterscheiden.
Weiblicher Haubenliest, Daintree, Queensland
Haubenliest, Berry Springs, Northern Territory

Der Haubenliest (Dacelo leachii) oder Blauflügelkookaburra ist eine Eisvogelart, die im Norden Australiens und auf Neuguinea vorkommt. Es werden mehrere Unterarten unterschieden.

Die IUCN schätzt die Bestandssituation des Haubenleist als ungefährdet (least concern) ein.[1]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kopf des bis 42 cm langen und 310 g schweren Haubenliests ist gebrochen weiß gefärbt mit braunen Sprenkelungen. Die Schultern sind himmelblau, der Rumpf uniformblau, die Kehle weiß, die Unterseite weiß mit orange-brauner Strichelung und der Rücken braun. Der Schnabel ist oberseits dunkel und unterseits gelblich. Der Schwanz des Männchen ist dunkelblau, während der des Weibchen rot-braun gestreift oder schwärzlich ist. Ansonsten sehen sich die Geschlechter ähnlich.

Vom bekannteren Lachenden Hans unterscheidet sich der Vogel durch die hellen Augen, den fehlenden dunklen Augenstreif und den größeren Anteil von blauen Federn.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet des Haubenliests erstreckt sich über das südliche Neuguinea und die feuchten Gebiete Nordaustraliens vom südlichen Queensland über Top End bis nach Westaustralien ins Shark Bay-Gebiet. Er lebt in offenem Waldland, an baumbestandenen Flüssen, in Mangroven und Parks.

Das Verbreitungsgebiet des Haubenleist überlappt sich teilweise mit dem des Jägerliests. Grundsätzlich hält sich der Haubenleist in feuchteren Regionen als dieser auf. Er kommt häufiger in Galeriewäldern, Mangrovenwälder und entlang von Fließgewässern vor als seine Schwesterart, die trockeneres und offeneres Gelände präferiert.[2]

Verhalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der feuchten Jahreszeit besteht die Nahrung aus Insekten, Reptilien und Fröschen, in anderen Monaten aus Fischen, Krebsen, Skorpionen, Spinnen, Schnecken, Würmern, kleinen Vögeln und Säugetieren. Der scheue Vogel sitzt oft still im Blätterwerk und wird daher oft übersehen.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haubenliest brütet vor allem in natürlichen Baumhöhlen in bis zu 25 m Höhe, manchmal auch in Termitenbauten oder in selbst gezimmerten Höhlen im weichen Holz von Affenbrotbäumen. Das Brutpaar bebrüten die meistens drei Eier 26 Tage lang. Die Nestlingszeit dauert rund fünf Wochen. Jungvögel auf den vorangegangenen Jahren helfen bei der Aufzucht der Jungen. Ist die Nahrung knapp, kommt es vor, dass ein Küken seine Geschwister tötet.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Belegexemplar des Haubenliests wurde bereits von Sir Joseph Banks im Jahre 1770 gesammelt. Die Ähnlichkeit mit dem Jägerliest sorgte jedoch dafür, dass er zunächst nicht als eigenständige Art erkannt wurde. Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde er 18826 durch Nicholas Aylward Vigors and Thomas Horsfield.[3]

Der Haubenleist ist eine von vier Arten der Jägerlieste, die alle in Australien, auf Tasmanien und Neuguinea vorkommen. Sie werden auch im deutschen Sprachgebrauch gelegentlich als Kookaburra bezeichnet, einem Namen, der sich aus einer der Sprachen der australischen Aborigines ableitet.[4]

Die Zahl der Unterarten des Haubenleists ist umstritten. Es werden in der Regel jedoch vier Unterarten aufgezählt.

  • D. leachii leachii ist die Nominatform und kommt in Australien von Brisbane bis nach Broome vor.
  • D. leachii cervina ist eine Unterart, die auf Melville Island im Norden Australiens sowie dem angrenzenden Festland vorkommt.
  • D. leachii cliftoni ist eine Unterart, die im Nordwesten von Australien vorkommt
  • D. leachii intermedia ist in seiner Verbreitung auf Neuguinea begrenzt.

Dedikationsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art wurde zu Ehren des britischen Zoologen William Elford Leach benannt. Sie trägt entsprechend das Artepitheton leachi.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • C. Hilary Fry, Kathie Fry, Alan Harris: Kingfishers, Bee-Eaters, & Rollers. Princeton, New Jersey 1992, 1999, ISBN 0-691-04879-7.
  • Sarah Legge: Kookaburra: King of the Bush. CSIRO Publishing, Collingwood, Victoria 2004, ISBN 0-643-09063-0.
  • Ronald Strahan: Cuckoos, Nightbirds & Kingfishers of Australia. Angus & Robertson, Sydney 1994, ISBN 0-207-18522-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haubenliest – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dacelo leachii in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2016.1. Eingestellt von: BirdLife International, 2016. Abgerufen am 17. Dezember 2016
  2. Strahan: Cuckoos, Nightbirds & Kingfishers of Australia. S. 140.
  3. Legge, Kookaburra: King of the Bush, S.. 16-17
  4. Legge, Kookaburra: King of the Bush, S. 22
  5. Bo Beolens: Whose Bird? Men and Women Commemorated in the Common Names of Birds. Christopher Helm, London 2003, S. 205.