Heilige Stiege (Bonn)

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Das Gebäude der Heiligen Stiege auf dem Bonner Kreuzberg
Anlage der Kreuzbergkirche mit der Heiligen Stiege und der Freundeskapelle

Die Heilige Stiege im Bonner Ortsteil Endenich ist ein Passions-Wallfahrtsort auf dem Kreuzberg und gehört zum Baukomplex der dortigen Kreuzbergkirche.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1751 weihte der Kölner Kurfürst Clemens August die von ihm 1746 gestiftete und von Balthasar Neumann als seinem letzten Werk im Kurkölnischen errichtete Heilige Stiege ein.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heilige Stiege ist eine Nachbildung der „Scala Santa“, der angeblich vom Palast des Pilatus stammenden Treppe, die Jesus vor seiner Verurteilung hinaufsteigen musste und die schon 326 nach Rom gebracht worden sein soll. Seitdem erklimmen Pilger jedes Jahr an Karfreitag und Karsamstag auf Knien die insgesamt 28 Stufen, wobei jede Stufe für ein Gebet genutzt wird, bis sie den Altar mit Jesus als Erlöser am Kreuz erreichen.

Solche Heiligen Stiegen waren besonders in Bayern sehr verbreitet. Bis heute erhalten blieben sie in der Kajetanerkirche in Salzburg, in Bad Tölz,[1] in Lenggries[2] und in Windberg.[3] Im Rheinland ist die Heilige Stiege in Bonn die einzige ihrer Art.[4]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wände schmücken Malereien von Johann Adam Schöpf mit Episoden der Passionsgeschichte, die 1892 von Franz Thöne restauriert wurden. Kleine Messingkreuze auf der zweiten, elften und zwanzigsten Marmorstufe markieren die Blutstropfen Christi.

Besichtigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geöffnet ist die Heilige Stiege am Karfreitag und Karsamstag sowie am 14. September zum Patronatsfest, dem Fest der Kreuzerhöhung. Ganzjährig ist sie von außen zu besichtigen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gisbert Knopp: Heilige Stiege und Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn (=Rheinische Kunststätten, Heft 20). 6. Auflage, Neusser Druckerei und Verlag, Neuss 2003, ISBN 978-3-88094-906-5. [noch nicht für diesen Artikel ausgewertet]
  • Walter Schulten: Die Heilige Stiege auf dem Kreuzberg zu Bonn: Ein Beitrag zur Kunst- und Frömmigkeitsgeschichte der Barockzeit (=Bonner Beiträge zur Kunstwissenschaft, Band 8). Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1964. (zugleich Dissertation Universität Bonn, 1960) [noch nicht für diesen Artikel ausgewertet]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heilige Stiege (Bonn) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bad Tölz – Kalvarienbergkirche (Memento vom 18. April 2017 im Internet Archive)
  2. http://www.lenggries.de/sommer/kalvarienberg-2
  3. http://www.bistum-regensburg.de/news/die-heilige-stiege-in-windberg-2963/
  4. NRW Tourismus. Abgerufen am 31. August 2016.

Koordinaten: 50° 42′ 51,7″ N, 7° 4′ 50,5″ O