Hermann Litt

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Hermann Litt

Hermann Litt (* 28. Februar 1859 in Zell b. Bensheim; † 11. Juni 1939 in Berlin) war ein deutscher Theaterregisseur und Schauspieler, Großonkel des Philosophen Theodor Litt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er wirkte in zahlreichen Theatern Deutschlands als Opern- und Schauspielregisseur und trat auch selbst wiederholt in eigenen und fremden Produktionen auf. Orte seiner Tätigkeit waren Magdeburg, Kiel, Wismar, Hamburg, Amsterdam, Breslau und Berlin. In den Theatersaisons 1895 und 1896 trat er auch in Gastspielen deutscher Theater an New Yorker Bühnen auf, u. a. im Terrace Garden mit Das Modell von Franz von Suppé. Zwischen 1907 und 1910 führten ihn mehrere Tourneen in unterschiedlichen Ensembles nach Südamerika. Für die „Deutsch-Südamerikanische Opern- und Operetten-Gesellschaft“ wirkte H. Litt dabei als Oberregisseur.

In der Zeit des Stummfilmes übernahm Hermann Litt 1911 und 1912 zwei Rollen in Produktionen der Deutschen Bioscop GmbH in Berlin: Doktor Martinus Luther (Uraufführung am 2. September 1911), worin er die Titelrolle spielte und Die Macht des Goldes (Regie: Urban Gad), dort an der Seite von Asta Nielsen. Beide Filme gelten als verschollen, lediglich einige Szenenfotos, Programmhefte und Anzeigen zeugen von ihrer Existenz.

Durch die Folgen der Inflation Anfang der zwanziger Jahre verarmt, war Litt in fortgeschrittenem Alter zu Tätigkeiten in einem Gesangsquartett und als Stummfilmerklärer gezwungen.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Esther P. Wipfler: Luther im Stummfilm: Zum Wandel protestantischer Mentalität im Spiegel der Filmgeschichte bis 1930. In: Archiv für Reformationsgeschichte. Bd. 98, 2007, S. 167–198.
  • Esther P. Wipfler: Martin Luther in Motion Pictures. History of a Metamorphosis. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen u. a. 2011, ISBN 978-3-525-55019-9 (dort auch Abbildungen aus dem Luther-Stummfilm).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]