Homosexuelle Selbsthilfe

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Die Homosexuelle Selbsthilfe e.V. wurde 1980 gegründet und ist ein nicht gemeinnütziger Verein, der nach den ersten 10 Jahren der politischen Schwulenbewegung in der Nachkriegszeit entstand.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitgleich besann sich die alternative Gegenkultur auf ihre eigenen Kräfte. In den Alternativen Bereichen formierte sich die Initiative Netzwerk Selbsthilfe und viele grüne und alternative Wahlbündnisse schlossen sich zu der Partei Die Grünen zusammen. Staatliche Förderung war zu diesen Zeiten noch nicht in Aussicht und es wurden Konzepte entwickelt, durch eigene Kraft Projekte zu entwickeln bzw. bestehende zu unterstützen. Geld wurde ausschließlich von Mitgliedern über Beiträge und Spenden gesammelt.

Der Verein sammelte Geld bei Freunden und Mitgliedern und unterstützte damit Schwulengruppen und deren Aktivitäten. Ein weiterer wichtiger Faktor war die von der HS gewährte Rechtshilfe. Der damals noch bestehende § 175 StGB führte zu einer straf- und häufig auch zivilrechtlichen Benachteiligung homosexueller Männer, die für die Betroffenen oft existenzbedrohend war.

Das Gründungsmitglied des Vereins, Andreas Meyer-Hanno, beschloss, nach einigen Jahren seiner Aktivität in dieser Selbsthilfegruppe sein Privatvermögen in eine Stiftung einzubringen. Diese sollte den Ursprungsgedanken der Homosexuellen Selbsthilfe fortführen. Die Stiftung wurde 1991 gegründet und bekam den Namen Hannchen-Mehrzweck-Stiftung.

Da der Verein es sich vorbehalten wollte, rechtskräftig nach dem § 175 Verurteilte finanziell zu unterstützen, bemühte man sich nicht um eine Gemeinnützigkeit. So ist die HS noch heute in der Lage Einzelpersonen und Initiativen bei Bedarf Mittel zukommen zu lassen, ohne die komplizierten Vorschriften für gemeinnützige und mildtätige Organisationen beachten zu müssen. Gemeinnützige Projekte werden zur Förderung von der HS an die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung weitergegeben.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vereinkonzept hat sich bis heute erhalten. In Zeiten, in denen die staatlichen Subventionen zurückgehen, ist die Unterstützung durch private Organisationen wie die HS umso mehr gefragt. Seit einigen Jahren können auch Anträge zur finanziellen Unterstützung von lesbischen Organisationen und Projekten gestellt und berücksichtigt werden. Dies führte zu einer starken Zunahme von Finanzierungsanträgen aus dem lesbischen Bereich, während der Mitgliederzuwachs von lesbischer Seite kaum nennenswert ist. Am letzten April-Wochenende eines jeden Jahres findet traditionell die Mitgliederversammlung in der Akademie Waldschlösschen bei Göttingen statt. Bei dieser wird über gestellte Anträge beraten und es wird über Vereinsangelegenheiten wie Vorstandswahlen, Satzungsänderungen usw. entschieden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]