Culotte

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Moderne Culotte

Culotte (von frz. cul = Gesäß, auch im Plural Culottes) ist die französische Bezeichnung für verschiedene Arten von Hosen. Im historischen Sinn ist damit die typische Männerhose des späten 17. und des 18. Jahrhunderts gemeint. Heute werden vor allem längere, weite Frauenhosen als Culotte oder Hosenrock bezeichnet. Im modernen Französisch bezeichnet culotte allgemein eine Unterhose.

Historische Männerhose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elijah Boardman in einer Culotte. Gemälde von Ralph Earl, 1789
Frontschlitz- und Frontklappen-Culotte

Die historische Culotte ist eine kurze Kniehose, vor vor allem in der Zeit Ludwig XIV. populär war.[1][2]

Formen der Culotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Culotte reichte bis kurz unter das Knie und lag sehr eng an. Um den Einstieg zu erleichtern, war die Außennaht am unteren Ende geschlitzt. Dieser Schlitz wurde mit Knöpfen verschlossen, das Bundband mit einer Knieschnalle. Frühe Culotten (vor 1750) hatten meist einen geknöpften Hosenschlitz in der vorderen Mitte, während sie später – als die Westen kürzer wurden und somit die Hosenfront sehen ließen – einen von Hüfte zu Hüfte reichenden Latz in der Art bayerischer Lederhosen hatten, der am Bund festgeknöpft wurde. Beide Varianten hatten zwei große Taschen vorn, die mit einem Knopf geschlossen wurden, sowie eine kleine Uhrentasche rechts im Bund. Der Adel trug Culotten aus Samt oder Seide, zum Reiten aus Leder, das einfache Volk solche aus Leinen oder Wolle.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Culotte kam Ende des 17. Jahnhunderts in der höfischen Mode auf[3] und war das ganze 18. Jahrhundert hindurch im westeuropäisch geprägten Raum in fast allen Bevölkerungsschichten die allgemein übliche Hose. Daher ist sie noch in vielen Volkstrachten erhalten, etwa als alpine Lederhose. Die Revolutionäre der Französischen Revolution trugen dagegen lange Hosen (Pantalons), weshalb sie Sansculottes genannt wurden.[4] Aus dieser Bewegung und aus Amerika kamen die langen Hosen erst im Militär und dann auch in der allgemeinen Bevölkerung an.[5][6] Der europäische Adel und konservative Bürgerliche hielten bis etwa 1820 an der Culotte fest. In der höfischen Galakleidung war sie noch bis zum Ersten Weltkrieg üblich.

Hosenrock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Hosenrock oder eine Culotte ist eine Hose, deren Beine allerdings so weit geschnitten sind, dass sie einem Rock täuschend ähnlich sieht.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hosenrock kam um 1900 auf und hieß zunächst geteilter Rock oder frz. jupe-culotte. Er wurde von Frauen zum Radfahren und Wandern getragen und entstand als Kompromiss zwischen dem Rock als üblicher weiblicher Beinkleidung und der Hose als praktikabler Bekleidung für das Fahrradfahren, das zu dieser Zeit als Mode gesehen wurde.[7] Der Hosenrock war damit bis zum Ersten Weltkrieg eine praktische Alternative zum Rock, da das Tragen von Hosen bis zu dieser Zeit für Frauen ein Tabu war. Der Hosenrock erlebte in den 1960er Jahren einen Popularitätsschub, der aber im Laufe der 1990er wieder verebbte.

Sonderformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der japanische Hakama, der auch in verschiedenen Kampfkünsten wie z. . Aikidō, Kendō oder Iaidō als Übungskleidung dient.
  • In der Sport- und Tanzbekleidung kann mit „Culotte“ auch eine hüftnahe Gymnastikhose (Slip) gemeint sein.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Culotte – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Hosenrock – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Culotte. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 4, Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1906, S. 370.
  2. Culottes. In: Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4., umgearb. und stark vermehrte Auflage, Band 19: Weck–Zz und Nachträge, Eigenverlag, Altenburg 1865, S. 830 .
  3. Culotte. In: Brockhaus Enzyklopädie. Abgerufen am 1. Januar 2021.
  4. Por Valerie Steele: Paris Fashion: A Cultural History. Bloomsbury, New York 2017, ISBN 978-1-63557-089-2, S. 46.
  5. Beinkleider. In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 2. Altenburg 1857, S. 502 (zeno.org).
  6. Hosen. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 9, Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1907, S. 571.
  7. Eva Zelechowski: Feminisierung der Fahrradkultur - Rock am Rad. In: Wiener Zeitung. 28. August 2013, abgerufen am 1. Januar 2021.