Hospodar

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Hospodar (ukrainisch Господар auch russ. Gospodar) ist die ukrainische Bezeichnung für Herr oder Fürst. Das Wort ist slawischen Ursprungs (serb./kroat./bulgarisch gospodar, господар, russisch господин/государь, rumänisch gospodar) und wurde als Titel der Fürsten in der Moldau und der Walachei benutzt. Nach der Vereinigung der Donaufürstentümer Moldau und Walachei 1859–1881 wurde der vom Lateinischen abgeleitete Begriff Domnitor (von dominus ‚Herr‘) verwendet. Im 19. und 20. Jahrhundert setzte in Rumänien eine Reromanisierung der Sprache ein, im Zuge derer insbesondere slawische Wörter im Rumänischen durch lateinische ersetzt wurden. Umgangssprachlich wird der Begriff Hospodar bzw. weiblich Hospodina heute für einen Hausherrn bzw. Hausherrin verwendet und gilt nicht mehr als Adelstitel. [1]

Später wurde der Begriff auch als höfliche Anrede im Schriftverkehr verwendet.

Beispiel der Begriffsverwendung im deutschen Sprachraum ist ein Lied nach einem Gedicht von Theodor Kramer, das in der bündischen Jugendbewegung Popularität besitzt, beginnend mit der Zeile „Gospodar, Dein Großgut“. 1922 gab es auch einen Deutschen Film mit dem Namen „Der Alte Gospodar“ - Regie/Darsteller: Rolf Randolf. In Frankreich ist er durch das Buch Les Onze Mille Verges ou Les Amours d'un Hospodar (deutsch: Die 11000 Ruten) von Guillaume Apollinaire verewigt worden.

Ähnliche Titel[Bearbeiten]

Knjaz ist das slawische Pendant, Bojar (altrussisch) und Wojwode (slawisch) sind untergeordnete Titel.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hospodar in der Encyclopedia Britannica 1911, abgerufen am 18. Februar 2015