Hydroxyethylcellulose

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Cellulose und Hydroxyethylcellulosen (R=CH2CH2OH) mit von oben nach unten ansteigendem molaren Substitutionsgrad
Hydroxyethylcellulose, niedriger Substitutiongrad
Hydroxyethylcellulose, mittlerer Substitutiongrad
Hydroxyethylcellulose, hoher Substitutiongrad

Hydroxyethylcellulosen (HEC) sind Celluloseether, die als wasserlösliche, hochwirksame Verdickungs- und Bindemittel verwendet werden.[1] Es ergibt mit kleinen Zugabemengen eine transparente, stabile Lösung. HEC sind wasserlösliche, gelblich-weißes, geruchs- und geschmackloses Pulver und werden im Baubereich (Baufarben, für Baukleber HEMC) sowie als Bestandteil von Zahncreme eingesetzt.

Summenformel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

R = CH2CH2(OCH2CH2)nOH,

Einsatzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baubereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für wasserlösliche Anwendungen kann es eingesetzt werden bei

  • Abtönfarbe
  • Außenfarbe
  • Feste Farbe
  • Innenfarbe
  • Kalk-Dispersionsfarbe
  • Leimfarbe
  • Pulverfarbe
  • Silikatfarbe
  • Silikonharzfarbe
  • Wandlasur
  • Zementfarbe
  • Dispersionsfliesenkleber (HEMC)
  • Dispersionsfugenfüller (HEMC)
  • Dispersionskleber (HEMC)
  • Kunstharzputz (HEMC)
  • Glanzspachtel (HEMC)

Pharma und Kosmetik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bestandteil von Zahncreme, z. B. Aminomed
  • Pharmazeutischer Hilfsstoff[2]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Herstellung von Hydroxyethylcellulosen wird Alkalicellulose mit Ethylenoxid verethert. Hierbei reagiert bevorzugt die OH-Gruppe an C-2 der Glucoseeinheiten. Weiterhin wird Ethylenoxid auch an schon gebildete Hydroxyethylgruppen angelagert, so dass Polyglykolgruppen gebildet werden.[1] Sie sind billiger als Methyl- oder Hydroxypropylcellulose herzustellen. Hersteller sind Dow Chemical (früher Union Carbide, "Cellosize"), Shin Etsu ("Tylose H") und Ashland Inc. ("Natrosol HEC"), Produktionsanlagen in USA und Brasilien.

Klassifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hydroxyethylcellulosen werden durch ihren durchschnittlichen Substitutionsgrad (DS) und ihren molaren Substitutionsgrad (MS) charakterisiert. Im Handel erhältliche HEC haben Substitutionsgrade von 0,85 bis 1,35 (DS) bzw. 1,5 bis 3 (MS).[1]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gelblich-weißes Pulver oder Granulat
  • ab etwa 1 mol Ethylenoxid pro mol Glucose wasserlöslich, löslich auch in einigen organischen Lösungsmitteln, wenn wasserhaltig[1]
  • Viskosität ist wenig empfindlich gegen Änderungen des pH-Werts und gegen Elektrolyte[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Eintrag zu Hydroxyethylcellulosen. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 25. Februar 2015.
  2. Europäisches Arzneibuch, Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart, 6. Ausgabe, 2008, S. 2806-2808, ISBN 978-3-7692-3962-1.