in flagranti

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter In flagranti (Begriffsklärung) aufgeführt.
Emblem in flagranti, Antwerpen 1607

In flagranti ist eine aus dem Lateinischen übernommene Redensart (eigentlich: in (crimine) flagranti „solange das Verbrechen noch brennt“[1]) und bedeutet „auf frischer Tat“. Es handelt sich um den Ablativ des Ausdrucks crimen flagrans (brennendes Verbrechen). In flagranti wird umgangssprachlich oft in einem sexuellen Kontext genutzt, um die Aufdeckung eines Ehebruchs während des vom betrügenden Lebenspartner vollzogenen außerehelichen Geschlechtsaktes zu beschreiben.

Beispiele:

  • Die Polizei ertappte den Dieb in flagranti, als er gerade ein Autoradio ausbauen wollte.
  • Der Ehemann erwischte seine Gattin in flagranti mit ihrem Liebhaber.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprünglich juristische Formel geht auf eine Formulierung im von Tribonianus von 529 bis 534 herausgegebenen Codex Iustinianus zurück. Dort heißt es: in ipsa rapina et adhuc flagrante crimine comprehensi.[2] (Sie sind direkt bei der Ausführung des Raubes und der Verübung des Verbrechens ertappt worden).[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duden: in flagranti
  2. Codex Iustinianus 9,13,1 Online-Ressource
  3. Lutz Röhrich: Tat. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Herder, Freiburg i. Br., Neuauflage 1991, Bd. 5, S. 1602

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]