Jamaika-Leguan

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Jamaika-Leguan
männlicher Jamaika-Leguan

männlicher Jamaika-Leguan

Systematik
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
ohne Rang: Toxicofera
ohne Rang: Leguanartige (Iguania)
Familie: Leguane (Iguanidae)
Gattung: Wirtelschwanzleguane (Cyclura)
Art: Jamaika-Leguan
Wissenschaftlicher Name
Cyclura collei
J. E. Gray, 1845

Der 100 bis 130 Zentimeter lange Jamaika-Leguan (Cyclura collei) ist eine der am stärksten bedrohten Reptilienarten der Erde. Der Gesamtbestand beträgt nur wenige 100 Exemplare.

Aussehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kopf-, Hals- und Brustpartie, sowie die Vordergliedmaßen sind braun, der übrige Körper ist grau. Die kurzen, scharfen Dornen entlang der Rückenlinie sind am Nacken braun und gehen nach hinten ins Graue über. Die Beine sind kräftig und mit langen Krallen versehen. Die Haut am Kehlsack und an den Körperseiten ist sehr faltig, der Bauch ist nicht gefurcht. Der kräftige Kopf ist länglich und mit einzelnen, größeren dornigen Schuppen versehen. Die Schwanzlänge beträgt zwischen 50 und 60 Zentimeter. Als Jungtiere sind mit hellen und dunklen Streifen zur besseren Tarnung vor Feinden versehen.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tiere halten sich am meisten am Boden auf, gelegentlich kriechen sie auf mittelhohe Bäume. In jungen Jahren ernähren sie sich vor allem von Insekten. Als adultes Exemplar zählen Insekten, kleine Wirbeltiere wie Vogelküken und auch süße Früchte und frische Baumtriebe zu ihrer Nahrung. Ältere Exemplare bevorzugen vegetarische Kost. Sie sind vor allem in den frühen Morgen- und Abendstunden unterwegs und meiden die pralle Mittagshitze. Zur Abkühlung ziehen sie sich in den Schatten zurück oder genehmigen sich ein kühlendes Bad. Zum Schutz vor Feinden verstecken sie sich im Geröll der Felsen, oder sie graben sich mit ihrem scharfen Krallen unterirdische Baue. Mit dem kräftigen Schwanz schlägt das Tier seine Feinde in die Flucht.

ein erwachsener Jamaika-Leguan auf einem Baum

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Weibchen legt 2–6 Eier, die mit einer zähen ledrigen Schale versehen sind, in ein selbst gegrabenes Erdloch. Nach etwa 50 Tagen schlüpfen die Jungen und sind sofort selbständig.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jamaika-Leguan kommt nur auf der gleichnamigen Insel Jamaika vor. Diese Art bewohnt die dortigen Mangrovenwälder.

heutige Verbreitung des Jamaika-Leguans

Gefährdung und Schutzmaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die IUCN listet den Jamaika-Leguan in der Kategorie (Critically Endangered) vom Aussterben bedroht ein. Die Gründe dafür sind die extrem geringe Individuen Anzahl (200–300) und die Verbreitung an nur 2 engbegrenzten natürlichen Standorten. Als Ursache sind die Nachstellungen durch vom Menschen eingeführte Haushunde, Indische Mungos, Ratten sowie die Zerstörung des Lebensraums für landwirtschaftliche Flächen, den Bergbau und die Jagd, sowie das Sammeln der Jungtiere für den Tierhandel. Zwischen 1940 und 1990 galt diese Art schon als verschollen, ehe sie in der Nähe von Kingston wiederentdeckt wurde. Zurzeit wird in mehreren zoologischen Anlagen in den Vereinigten Staaten eine Zucht in Gefangenschaft zur Bestandsaufstockung durchgeführt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jamaika-Leguan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das große Weltreich der Tiere. Verlag: Planet Media AG, Zug 1992, S. 432, 433, ISBN 3-8247-8614-1
  • Miloš Anděra, deut. Übersetzung von Günter Brehmer: Bedrohte Tiere. Verlag: Werner Dausien, Hanau 1998, S. 151–154, ISBN 3-7684-2800-1
  • Jiří Felix: Tierwelt Amerikas in Farbe. Verlag: Karl Müller Verlag Erlangen 1989 (deut. Übersetzung aus dem Tschechischen), S. 133
  • Evžen Kůs, Václav Pfleger: Seltene und bedrohte Tiere. Die große farbige Enzyklopädie: Verlag: Gondrom 2000, S. 117, ISBN 3-8112-1830-1