Jean Höfler

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Bobby-Car

Die Firma Jean Höfler war ein deutscher Spielwarenhersteller mit Sitz in Fürth. Das 1923 errichtete Familienunternehmen produzierte zunächst Blechspielzeug, später Kunststoffspielzeug wie das Bobby-Car und die Play-Big-Figuren.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 20. Oktober 1923 gründeten die drei Brüder Johann, Georg und Leonhard (Jean) Höfler die Firma Jean Höfler & Co.oHG zu Herstellung von Metallwaren in Fürth. Georg beteiligte sich nur als stiller Teilhaber an der Firma. Die Brüder gingen später dann unterschiedliche Wege. Während Johann Blechspielzeug und alltägliche Gebrauchsgegenstände wie Knöpfe aus Blech produzierte, beschäftigte sich Leonhard mit der Produktion von hochwertigen Metallspielwaren und Georg mit der Produktion von Werkzeugen.

Die 1938 von Johann Höfler gegründete Firma Johann Höfler stellte Billigware aus Blech und auch Metallspielwaren her. Hierzu gehörten u. a. Autos, Rennwagen, Flugzeuge, Figuren, Frösche, Schreihälse, Puppenhäuser und Eisenbahnen. Als Markenzeichen wurde ein dreiblätteriges Kleeblatt mit den Buchstaben „J“ und „H“ verwendet.

Die Auftragslage wurde nach dem Zweiten Weltkrieg unter anderem durch die große Konkurrenz immer schwieriger.

1953 musste die Firma Johann Höfler überraschend Konkurs anmelden. Offensichtlich hatte man sich mit dem Neubau in der Erlanger Straße übernommen. Leonhard Höfler, Inhaber der Firma Jean Höfler, war bereit, die Firma seiner Brüder Johann und Georg zu übernehmen und die Gläubiger mit einer Zahlung von 25 Prozent der Gesamtschulden abzufinden. In der Folge wurden die beiden Firmen Jean Höfler und Johann Höfler wieder zusammengeführt, jetzt unter der Leitung von Leonhard Höfler. Johann Höfler, nach dem beide Firmen benannt sind, musste seine Firma verlassen. Trotz des Zusammenschlusses der beiden Höfler-Firmen 1953 blieb die Firma Jean Höfler sowohl mit dem Firmensitz als auch der Produktlinie eigenständig. 1963 errichtete Leonhard Höfler in Burghaslach ein weiteres Produktionswerk . Ein Grund war, da man in Fürth wenig Arbeitskräfte aufgrund der Vollbeschäftigung fand. Daher entschied Leonhard Höfler in dem ländlichen Burghaslach eine Werk zu bauen. Die Produktpalette der Firma umfasste lange Jahre billige Artikel aus Plastik wie Figuren, Autos, Puppenmöbel u.a. In den fünfziger Jahren wurden zunächst einfache, einfarbige Weichplastik-Figuren von Cowboys und Indianern für die Heinerle Wun- dertüten hergestellt. Das Sortiment wurde dann auf Westernlandschaften mit bemalten Figuren, Gebäuden und Landschaften aus Kunststoff-Tiefziehfolien ausgeweitet. In den sechziger Jahren kamen einfache Plastikautos und Zubehör wie Tankstellen und Parkhäuser hinzu. Ab 1970 wurde unter der Marke JEAN mit neuem Logo eine Vielzahl weiterer unterschiedlicher Kunststoff-Spielsachen hergestellt und vertrieben. Mit am bekanntesten und noch heute erhältlich sind die Ritterburg Arthurs Castle und mehrere Figurensets der Arthurs Knights. Seit 2000 erscheint JEAN nur noch als eigene Produktlinie im BIG-Sortiment. Das Werk in Burghaslach wurde ab 1997 zum Hauptfertigungswerk von Jean Höfler. Bis 1999 hatte sie ihren Firmensitz in der Hardstraße 70. Seit 2004 ist die Firma Jean Höfler GmbH&CoKG in der Leonhard-Höfler Str5 in Burghaslach registriert. Seit 2004 wurde auch die komplette Produktion eingestellt.

Der Schwiegersohn von Leonhard Höfler, Dipl.-Ing. Ernst A. Bettag, übernahm 1954 als 25-Jähriger direkt nach seinem Studium die Geschäftsführung von der Firma Johann Höfler für seinen Schwiegervater Leonhard Höfler und hatte mit seinen ersten Produkten der Blechauto-Serie „Racing-Car“ großen Erfolg. Eine radikale Umstellung der Blechspielzeugproduktion begann 1956. So gehörte Höfler zu den ersten Blechspielzeugherstellern die Ihre Werkzeuge verkauften und die gesamte Produktion auf Kunststoff und Plastik umstellten. Am Anfang standen kleine Kunststoff-Figuren wie Indianer, Cowboys und Plastikautos die heute bei Sammlern sehr beliebt sind. Da sie wieder Replikas von alten Höfler-Blechspielzeugen verkaufen, scheinen Tucher & Walther einen Teil der alten Werkzeuge zu besitzen. Im Jahr 1959 wurde das Logo durch die Weltkugel ersetzt. Die Firma wurde 1962 in „BIG“ umbenannt. 1966 wurde das Firmenlogo mit dem Büffel kreiert, der als Sinnbild für Robustheit, Unverwüstlichkeit und Langlebigkeit steht. Ende 1970er Jahre begann die Produktion von Weichplastikfiguren im Maßstab 1:30 für Wundertüten. Neben Wildwestfiguren wurden bald auch Ritter, Soldaten des Zweiten Weltkriegs und des frühen 19. Jahrhunderts, Tierfiguren, Fahrzeuge, Gebäude und anderes Zubehör angeboten. Der Vertrieb erfolgte bald auch nicht mehr nur über die Wundertüten, sondern direkt über den Einzelhandel. Große Versand- und Warenhäuser verkauften die Serie auch unter ihrer jeweiligen Eigenmarke wie z. B. play good bei Quelle, sodass die Figuren meist ohne Markenbezeichnung und nur mit der Sockelaufschrift W. Germany hergestellt wurden. Selten waren es als Werbegeschenk für den Schuh-Einzelhandel hergestellte Varianten, die dann mit Nigrin, Collonil oder Elefantenschuhe gemarkt waren. Das erste BIG-Bobby-Car wurde 1972 auf der Nürnberger Spielwarenmesse vorgestellt. Das rote Auto wog 1,5 Kilogramm und bestand aus witterungsbeständigem, leuchtend rotem Kunststoffgranulat und ist mit über 16 Millionen Stück das meistverkaufte Kinderfahrzeug. Die Produktion von der Play-Big-Figuren begann 1975, die Playmobil einige Jahre Konkurrenz machten.

Nach einem Großbrand im Jahre 1998 wurde dann im Jahre 2000 in Burghaslach im Landkreis Neustadt/Aisch eines der modernsten Spielwarenfabriken in mehrstelliger Millionenhöhe gebaut. Nachdem im April 2003 Ernst. A. Bettag gestorben, wurde das Unternehmen im Jahre 2004 an die Simba-Dickie-Group verkauft.

Weblinks[Bearbeiten]