Joachim Pfeiffer

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Porträtfoto von Joachim Pfeiffer
Joachim Pfeiffer, 2013

Joachim Pfeiffer (* 25. April 1967 in Mutlangen) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit 2014 wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joachim Pfeiffer wurde am 25. April 1967 in Mutlangen geboren. Im Anschluss an die Realschule wechselte Pfeiffer an das Wirtschaftsgymnasium in Schwäbisch Gmünd und schloss dieses 1986 mit dem Abitur ab. Von 1986 bis 1988 absolvierte Pfeiffer im Rahmen seines Wehrdienstes die Ausbildung zum Reserveoffizier bei der Bundeswehr. Sein Dienstgrad ist Hauptmann der Reserve.

1988 begann Pfeiffer ein Studium der technisch orientierten Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunktfach Verkehrswesen an der Universität Stuttgart, das er 1992 als Diplomkaufmann abschloss. Während seines Studiums war er Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er wurde zudem Mitglied der fakultativ schlagenden und farbentragenden Stuttgarter Burschenschaft Alemannia. 1997 wurde er berufsbegleitend zum Dr. rer. pol. an der Universität Stuttgart mit der Arbeit „Die Rechtsformentscheidung der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger auf dem Gebiet der Abfallentsorgung in Baden-Württemberg“ promoviert.

Von 1992 bis 1997 arbeitete Pfeiffer bei der Energie-Versorgung Schwaben. Von 1997 bis 2002 leitete er die Wirtschafts- und Arbeitsförderung Stuttgart und übt seit 2003 eine freiberuflich beratende Tätigkeit in seiner Firma Dr. Joachim Pfeiffer Consulting aus.[1] Seit 2006 ist Pfeiffer nebenberuflich als Lehrbeauftragter für Energiepolitik am Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart tätig.

Joachim Pfeiffer hat drei Söhne.[1]

Politischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1982 trat Pfeiffer als Schüler in die Junge Union ein. Drei Jahre später, 1985, wurde er Mitglied der CDU. Er war von 1990 bis 1994 Kreisvorsitzender der Jungen Union Rems-Murr. In der Zeit von 1992 bis 1999 war Pfeiffer Mitglied des Gemeinderats seiner Heimatgemeinde Urbach, sowie seit 1994 Mitglied der Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart. Seit 1996 ist Pfeiffer Vorsitzender der CDU-Fraktion im Verband Region Stuttgart. Von 1997 bis 1999 war er Vertreter des Landesverbandes Baden-Württemberg im Deutschlandrat der Jungen Union. Seit 2000 ist Pfeiffer Kreisvorsitzender der CDU Rems-Murr. Von 2003 bis 2009 war er Beisitzer im Landesvorstand der CDU Baden-Württemberg. 2002 wurde Pfeiffer Mitglied des Deutschen Bundestages und ist seitdem stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Waiblingen in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2013 erreichte er dabei 51,5 % (2009: 43,0 %) der Erststimmen. Von 2005 bis 2009 war er Koordinator in Energiefragen und stellvertretender wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, seit November 2009 ist er Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Technologie (seit Januar 2014 umbenannt in „Wirtschaft und Energie“). Seit 2009 ist er wirtschaftspolitischer Sprecher und seit 2013 wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joachim Pfeiffer ist Vertreter einer wirtschaftsliberalen Politik. Waffenexporte betrachtet er als legitimes Mittel zur Durchsetzung deutscher Sicherheitsinteressen. So befürwortete Pfeiffer in der Debatte zum Export von Waffen nach Saudi-Arabien im Juli 2011 den Verkauf aus politischen wie volkswirtschaftlichen Gründen.[2] Am Rande eines Besuchs in Riad im Juni 2012 verteidigte er erneut den Verkauf von Leopard-2-Panzern mit den Worten, man habe dadurch „die Möglichkeit, unsere Vorstellungen von Sicherheitspolitik und Menschenrechten anzusprechen“.[3]

Als wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sprach er sich 2010 für eine deutlich längere Restlaufzeit der deutschen Atomkraftwerke aus. Er lehnte nicht nur die von der rot-grünen Vorgängerregierung beschlossene Laufzeit von 32 Jahren, sondern auch die von seinem Fraktionskollegen Norbert Röttgen vorgeschlagenen 40 Jahre ab und bezeichnete eine Laufzeit von 60 Jahren als "international üblich".[4] Im April 2011 rückte er nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima von seiner bisherigen Position ab und sagte, es sei Tatsache "dass 80 Prozent der Wähler derzeit der Meinung sind, das wir schneller aussteigen müssen. Deshalb haben wir Politiker den Auftrag, den Weg dorthin zu finden." Ein schneller Verzicht auf Atomkraft aus politischen Gründen sei möglich, habe aber seinen Preis.[5]

Pfeiffer äußerte sich wiederholt kritisch über die finanziellen Auswirkungen der Förderung erneuerbarer Energien. Im Oktober 2013 kritisierte er, die Kosten seien "aus dem Ruder gelaufen", im Januar 2014 sagte er, es könne "kein Dauerzustand sein, dass die Stromverbraucher erneuerbare Energien bezuschussen." Das Ende der Subventionierung solle "eher schneller als später kommen".[6] Im November 2016 sagte er, die Energiewende werde durch die "ausufernde Förderung erneuerbarer Energien gefährdet", diese Förderung müsse endlich sein.[7] Im Juni 2017 wurde der Artikel Pfeiffers in der deutschsprachigen Wikipedia von einem Computer aus dem deutschen Bundestag heraus editiert. Unter anderem wurde ein Satz gelöscht, Pfeiffer gelte als Befürworter des Einsatzes von Atomkraftwerken. Stattdessen wurde eingefügt, Pfeiffer dränge "auf eine schnelle Markteinführung der Erneuerbaren Energien." Pfeiffer erklärte dazu, damit seien veraltete Funktionen und Positionen "upgedated" worden.[8]

Joachim Pfeiffer gilt neben Volker Kauder unionsintern als hauptverantwortlich für das Scheitern einer Neuregelungen zur Tabakwerbung in der Legislaturperiode 2013–2017.[9][10]

Im Dezember 2015 plädierte Pfeiffer in den Stuttgarter Nachrichten dafür, der „linke[n] Lobbytruppe“ Campact den Status der Gemeinnützigkeit zu entziehen.[11]

Pfeiffer spricht sich für eine eingeschränkte Legalisierung von Cannabis aus.[12]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfeiffer ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie sowie stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss.

Funktionen in Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • GETEC WÄRME & EFFIZIENZ AG, Magdeburg, Mitglied des Immobilienbeirates
  • GWG Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Baden-Württemberg AG, Stuttgart, Mitglied des Beirates
  • INITIUM AG Consulting und Management, Schorndorf, Mitglied des Aufsichtsrates
  • Leadvise Region Mitte GmbH, Darmstadt, Mitglied des Beirates
  • Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart GmbH, Stuttgart, Mitglied des Aufsichtsrates
  • Verwaltung Tophi Warenhandel AG, Ostrau, Mitglied des Aufsichtsrates
  • Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS), Stuttgart, Mitglied des Aufsichtsrates

Funktionen in Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliedschaften und Funktionen in Vereinen, Verbänden und Stiftungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bundesverband der Unternehmervereinigungen e.V. (BUV), Berlin, Mitglied des Beirates
  • Die Familienunternehmer - ASU e.V., Berlin, Mitglied des strategischen Beirates
  • Forum Region Stuttgart e.V., Stuttgart, Mitglied des Kuratoriums (bis 31. Dezember 2015)
  • Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen e.V., Berlin, Vorsitzender des Beirates für Wirtschaft und Wirtschaftsrecht
  • Institut der deutschen Immobilienwirtschaft e.V. (iddiw), Frankfurt/Main, Mitglied des Beirates
  • Institute for Cultural Diplomacy e.V. (ICD), Berlin, Mitglied des Beirates
  • Landesverband Württembergischer Karnevalvereine e.V. 1958, Stuttgart, Beisitzer im Rechtsausschuss
  • Packaging Excellence Region Stuttgart e.V. Kompetenzzentrum für Verpackungs- und Automatisierungstechnik, Waiblingen, Mitglied des Beirates
  • Sportkreis Rems-Murr e.V., Backnang, Mitglied des Beirates
  • Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg, Karlsruhe, Mitglied des Kuratoriums
  • Stiftung Theaterhaus Stuttgart, Stuttgart, Mitglied des Kuratoriums

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Göppel, Joachim Pfeiffer: Konjunktur durch Natur – Wege zu mehr Beschäftigung mit marktwirtschaftlicher Umweltvorsorge. Mankau-Verlag, Murnau 2005, ISBN 3-9809565-8-X ´

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Joachim Pfeiffer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b https://www.joachim-pfeiffer.info/portraet
  2. NTV, 6. Juli 2011: Panzer schlagen Menschenrechte
  3. Handelsblatt: Union begrüßt Panzerlieferungen nach Saudi-Arabien, 7. Juni 2012.
  4. Merkel bremst Unions-Empörung über Röttgen, Handelsblatt vom 8. Februar 2010
  5. Stromleitungen kosten 50 Milliarden, taz vom 15. April 2011
  6. Subventionierung muss beendet werden, Stuttgarter Zeitung vom 20. Januar 2014
  7. CDU erwägt Stopp der Ökostromförderung, Spiegel.de vom 29. November 2016
  8. Viele kritische Passagen gelöscht: Wikipedia-Artikel über Abgeordnete vom Bundestag aus geschönt, Bayerischer Rundfunk am 14. September 2017
  9. Union vereitelt Tabakwerbeverbot, Tagesspiegel vom 6. Juli 2017.
  10. Claus Hecking: Streit um Tabakwerbeverbot: Schöner qualmen auf deutschen Litfaßsäulen. In: Spiegel Online. 7. März 2017; abgerufen am 14. September 2017.
  11. Markus Grabitz: Linke Lobbytruppe kassiert Schlappe, Stuttgarter Nachrichten vom 10. Dezember 2015.
  12. Marihuana: Schwarz-grüne Allianz für Cannabis-Legalisierung. In: Die Zeit. 13. Mai 2015, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 7. September 2017]).