Joachim Pfeiffer

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Politiker Joachim Pfeiffer. Zum Theologen siehe Joachim Ehrenfried Pfeiffer.
Joachim Pfeiffer (2014)

Joachim Pfeiffer (* 25. April 1967 in Mutlangen) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joachim Pfeiffer wurde am 25. April 1967 in Mutlangen geboren. Im Anschluss an die Realschule wechselte Pfeiffer an das Wirtschaftsgymnasium in Schwäbisch Gmünd und schloss dieses 1986 mit dem Abitur ab. Von 1986 bis 1988 begab sich Pfeiffer im Rahmen seines Wehrdienstes in die Ausbildung zum Reserveoffizier bei der Bundeswehr. Sein Dienstgrad ist Hauptmann der Reserve (Stand 2012).

1988 begann Pfeiffer ein Studium der technisch orientierten Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunktfach Verkehrswesen an der Universität Stuttgart, welches er 1992 als Diplomkaufmann erfolgreich abschloss. Sein Studium wurde durch ein Stipendium des Instituts für Begabtenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung gefördert. Während seines Studiums trat er der fakultativ schlagenden und farbentragenden Stuttgarter Burschenschaft Alemannia bei. 1997 erfolgte seine Promotion als freier Doktorand berufsbegleitend zum Dr. rer. pol. an der Universität Stuttgart mit der Arbeit „Die Rechtsformentscheidung der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger auf dem Gebiet der Abfallentsorgung in Baden-Württemberg“.

Von 1992 bis 1997 war Pfeiffer bei der Energie-Versorgung Schwaben beschäftigt und dort unter anderem im Bereich Controlling und Beteiligungen mit Unternehmensakquisitionen tätig sowie mit öffentlich-privaten Partnerschaftsprojekten bei der Wasserver- und Abwasserentsorgung betraut. Er war von 1997 bis 2002 Leiter der Wirtschafts- und Arbeitsförderung Stuttgart und übt seit 2003 eine freiberuflich beratende Tätigkeit aus. Seit 2006 nimmt Pfeiffer die nebenberufliche Tätigkeit als Lehrbeauftragter für Energiepolitik am Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart wahr.

Joachim Pfeiffer ist seit 1994 verheiratet und hat drei Söhne.[1]

Politischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1982 trat Pfeiffer als Schüler in die Junge Union ein. Drei Jahre später, 1985, wurde er Mitglied der CDU. Er war von 1990 bis 1994 Kreisvorsitzender der Jungen Union Rems-Murr. In der Zeit von 1992 bis 1999 war Pfeiffer Mitglied des Gemeinderats seiner Heimatgemeinde Urbach, sowie seit 1994 Mitglied der Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart. Seit 1996 ist Pfeiffer Vorsitzender der CDU-Fraktion im Verband Region Stuttgart. Von 1997 bis 1999 war er Vertreter des Landesverbandes Baden-Württemberg im Deutschlandrat der Jungen Union. Seit 2000 ist Pfeiffer Kreisvorsitzender der CDU Rems-Murr. Von 2003 bis 2009 war er Beisitzer im Landesvorstand der CDU Baden-Württemberg. 2002 wurde Pfeiffer Mitglied des Deutschen Bundestages und ist seitdem stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Waiblingen in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2009 (2005) erreichte er dabei 43,0 % (49,6 %) der Erststimmen. Von 2005 bis 2009 war er Koordinator in Energiefragen und stellvertretender wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, seit November 2009 ist er Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Technologie (seit Januar 2014 umbenannt in „Wirtschaft und Energie“). Damit ist er seit 2013 der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, nachdem er seit 2009 schon wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion war.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliedschaften in Gremien des Bundestages[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausschuss für Wirtschaft und Technologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfeiffer ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie.

Verteidigungsausschuss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verteidigungsausschuss ist Pfeiffer ein stellvertretendes Mitglied. Im Vordergrund des Verteidigungsausschusses steht die Sicherheit des Landes, der Verbündeten und nicht zuletzt die der Bundeswehrsoldaten im Einsatz.

Funktionen in Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfeiffer nimmt folgende Funktionen in Unternehmen ein:

  • GWG Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Baden-Württemberg AG, Stuttgart, Mitglied des Beirates
  • Kofler Energies, Mitglied des Aufsichtsrates[2]
  • INITIUM AG Consulting und Management, Plüderhausen, Mitglied des Aufsichtsrates
  • Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart GmbH, Stuttgart, Mitglied des Aufsichtsrates
  • Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH, Stuttgart, Mitglied des Aufsichtsrates
  • Leadvise Region Mitte GmbH, Darmstadt, Mitglied des Beirates

Funktionen in Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er nimmt folgende Funktionen in Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts ein:

Mitgliedschaften und Funktionen in Vereinen, Verbänden und Stiftungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er nimmt folgende Funktionen in Vereinen, Verbänden und Stiftungen ein:

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfeiffer gilt als Befürworter des Einsatzes von Atomkraftwerken zur Energieerzeugung. Vor der Nuklearkatastrophe von Fukushima in Japan 2010 votierte er für AKW-Laufzeiten von 60 Jahren[3]. In der Debatte zum Export von Waffen nach Saudi-Arabien im Juli 2011 befürwortete er den Verkauf aus politischen wie volkswirtschaftlichen Gründen[4][5], und verteidigte den Verkauf von Leopard-2-Panzern erneut am Rande eines Besuchs in Riad im Juni 2012 mit den Worten, man habe dadurch „die Möglichkeit, unsere Vorstellungen von Sicherheitspolitik und Menschenrechten anzusprechen“.[6] Am 10. Dezember 2015 plädierte Pfeiffer in den Stuttgarter Nachrichten dafür, der "linke[n] Lobbytruppe" Campact den Status der Gemeinnützigkeit zu entziehen.[7]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. Oktober 2004 wurde Pfeiffer auf einer Wahlparty anlässlich der Stuttgarter Oberbürgermeister-Wahl, bei der Wolfgang Schuster im zweiten Wahlgang im Amt bestätigt worden war, von Christoph Palmer beschimpft und geohrfeigt, da Pfeiffer für den Rücktritt von Erwin Teufel vom Amt des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg eingetreten war. Diese „Affäre Pfeiffer“ kostete Palmer das Amt als Staatsminister.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Joachim Pfeiffer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.joachim-pfeiffer.info/portrait/werdegang.php
  2. Kurzportrait Joachim Pfeiffer auf koflerenergies.com
  3. Tageszeitung TAZ, 15. April 2011: Atomexperte der Union über Energiewende „Stromleitungen kosten 50 Milliarden“
  4. NTV, 6. Juli 2011: Panzer schlagen Menschenrechte
  5. Aktuelle Stunde des Bundestages, 6. Juli 2011: Aktuelle Stunde: Waffenexport an Saudi-Arabien: Joachim Pfeiffer (CDU/CSU)
  6. Handelsblatt, 7. Juni 2012: Union begrüßt Panzerlieferungen nach Saudi-Arabien
  7. Markus Grabitz: Linke Lobbytruppe kassiert Schlappe, Stuttgarter Nachrichten vom 10. Dezember 2015