Johann Michael Hartung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Johann Michael Hartung (um 1750)
Hartung-Orgel in Westgreußen

Johann Michael Hartung (* 3. Februar 1708 in Dürkheim; † 13. Januar 1763 ebenda) war ein deutscher Orgelbaumeister.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Michael Hartung wurde als ältester Sohn des Orgelbauers Augustinus Hartung (1677–1739) und Sophia geb. Schwab geboren. Er erlernte das Handwerk des Orgelbaus in der väterlichen Werkstatt.

Im Jahre 1733 wurde seine selbstständige Tätigkeit erstmals erwähnt, als er die Orgel zu Dalsheim reparierte und im gleichen Jahr die zu Albisheim auf ihre Funktionsfähigkeit überprüfte. Im Orgelbauvertrag für die Gemeinde zu Ellerstadt (26. April 1737) wurde er als Mitarbeiter seines Vaters genannt. 1746 errichtete er eine Orgel in Winden und am 3. März 1749 wurde ein Vertrag mit der Gemeinde zu Gimmeldingen über die Errichtung einer Orgel daselbst geschlossen. Am 24. Juni 1751 wurde die durch ihn erbaute Orgel zu Enkenbach feierlich eingeweiht. Am 4. Dezember 1751 folgte der Vertrag mit der Gemeinde Haßloch über einen Orgelneubau. 1752 der Vertragsabschluss zu Rohrbach bei Landau sowie die Stimmung der Orgel zu Gimmeldingen. Ebenfalls 1752 erbaute Hartung die Orgel in der evangelischen Kirche zu Haßloch. 1753 reparierte er die Orgel in der Simultankirche zu Bechtheim bei Worms und am 13. Juni 1754 folgte der Vertrag mit der reformierten Gemeinde zu Edenkoben. Ende 1754 wurde die Orgel zu Oberotterbach fertiggestellt. Der letzte bekannte Auftrag Hartungs betrifft die Errichtung der Orgel zu Assenheim 1759.

Es wird vermutet, dass auch die Orgeln in Kirchheim an der Weinstraße[1], in der protestantischen Kirche in Dammheim (1749)[2], in der protestantischen Kirche in Großkarlbach (um 1750)[3] und in der katholischen Kirche Hagenbach (1752)[4] aus der Werkstatt Hartung stammen.

In erster Ehe heiratete er am 21. Mai 1737 Anna Barbara Klein. Mit ihr hatte er vier Kinder - drei Töchter und schließlich einen Sohn. Am 28. Juli 1746 starb seine Frau an einer etwa einen Monat vorher erlittenen Fehlgeburt. Hartung vermählte sich erneut am 16. Mai 1747 mit Maria Louise Baum. Aus dieser Ehe gingen nochmals neun Kinder hervor, auch Johann Philipp Hartung (* 9. Juli 1750 in Dürkheim; † 3. Januar 1806 in Kallstadt), der der letzte Orgelbauer der Familie Hartung war.

Am 13. Januar 1763 starb Hartung im Alter von 54 Jahren als Gerichtsmann und Ratsherr von Dürkheim an der Haardt. Der frühere Graf und spätere Fürst Carl Friedrich Wilhelm von Leiningen-Hartenburg hat ihn selbst als einen der hervorragendsten Männer und Künstler seiner Herrschaft bezeichnet. Hartung pflegte zahlreiche freundschaftliche Kontakte mit Musikern des Leininger Hofes und wurde um 1750 von einem unbekannten Künstler, vielleicht einem Leininger Hofmaler, porträtiert. Dieses Gemälde ist heute noch in Familienbesitz und zeigt den Dargestellten hinter einem Tisch mit Werkzeugen und kleinen Orgelpfeifen.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartung ist der Urururururgroßvater des aktuellen US-Präsidenten Donald Trump.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard H. Bonkhoff: Historische Orgeln in der Pfalz. Schnell & Steiner, München und Zürich 1984, ISBN 3-7954-0368-5 (Abbildungen einiger seiner Orgeln)
  • Christian Freund: Die Orgelbauerfamilie Hartung. In: Pfälzisch-Rheinische Familienkunde. Band 32, 1983, S. 230–233 (Genealogie der Familie Hartung)
  • Angelika Tröscher: Die Orgelbauerwerkstatt Hartung. In: Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für mittelrheinische Musikgeschichte. Band 37, 1978, S. 407–426 (Leben und Werk der Orgelbauerdynastie Hartung. Besonders eingegangen wird auf seinen Onkel Johann Hartung (um 1663–1703), seinen Vater Augustinus Hartung, ihn selbst und seinen Sohn Johann Philipp Hartung.)
  • Angelika Tröscher: Hartung, Orgelbauerwerkstatt. In: Musik und Musiker am Mittelrhein. Mainz 1981, Band 2, S. 50–56 (gekürzte Version von Die Orgelbauerwerkstatt Hartung)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vermutung von Gero Kaleschke, zitiert in Tröscher: Hartung, Orgelbauerwerkstatt. S. 421
  2. Bonkhoff, S. 62
  3. Bonkhoff, S. 66
  4. Bonkhoff, S. 76
  5. [1] [2] [3] Ahnentafel, ausgestellt auf Donald Trumps vollbürtigen Bruder Frederick Chris Trump auf gedbas.genealogy.net